Wie das Nordstream-Attentat vertuscht wird (III): Die Nato übernimmt

Was für ein Zufall! Wenige Tage nach der Enthüllung von S. Hersh übernimmt die Nato die Überwachung der kritischen Infrastruktur à la Nordstream. Zur Aufklärung trägt sie aber nicht bei – im Gegenteil.

Die Nato richtet eine Koordinierungszelle für den „besseren Schutz“ kritischer Infrastruktur ein. Es gehe darum, mögliche Schwachstellen zu kartieren und die Zusammenarbeit mit der Industrie zu stärken, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Dies werde zu den Bemühungen beitragen, Bedrohungen gegen kritische Infrastrukturen zu verhindern und zu bekämpfen. Dazu gehörten zum Beispiel Pipelines und Unterseekabel. Die Nato will dabei auch die EU unterstützen.

Von einer Aufklärung des Attentats auf Nordstream sagte der Norweger nichts. Dabei ist dies nach den Enthüllungen von S. Hersh dringender denn je. Die USA haben Hershs Behauptung zurückgewiesen, die Pipeline zusammen mit Norwegen gesprengt zu haben.

Wenn dies stimmen sollte (was zweifelhaft ist) und auch keine Beweise gegen Russland gefunden werden (bisher fehlen sie völlig), bleibt nur ein anderes Nato-Mitglied als Urheber. Doch die Nato will das Attentat nicht aufklären. Man macht den Bock zum Gärtner!

Siehe auch „Schweigen zu Nordstream“ sowie „Wie das Nordstream-Attentat vertuscht wird (II)“

P.S. Ausgerechnet ein Deutscher soll bei der Nato für besseren Schutz von Untersee-Pipelines sorgen. Die Nato-Verteidigungsminister beauftragten damit den Generalleutnant außer Dienst Hans-Werner Wiermann, wie Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel mitteilte. Das passt ja wie die Faust aufs Auge – bzw. wie ein Trostpflästerchen auf eine blutende Wunde…