Best of 2021: Unbotmäßige Gedanken zur Coronakrise

Corona, Russland und diverse EU-Affären: Das waren die gefragtesten Themen des Jahres 2021 auf diesem Blog. Die besten Beiträge stellen wir in den nächsten Tagen noch einmal vor, ergänzt durch einen aktuellen Update. Heute geht es um unbotmäßige Gedanken zur Coronakrise.

Repost vom 20.01.2021. Am Ende des Beitrags steht ein aktuelles Update

Nach Deutschland bereitet auch die EU neue Maßnahmen gegen die Coronakrise vor. Dabei wurden viele “alte”, längst angekündigte Aktionen noch nicht umgesetzt. Und wichtige Aspekte werden weiter außer Acht gelassen.

Wo bleiben die Schnelltests im öffentlichen Raum, die die EU-Kommission schon im Herbst angekündigt hat? Wo ist die EU-weit nutzbare Tracing- und Warn-App, die gerade für Reisen wichtig wäre? Und wo bleibt die Koordinierung der nationalen Maßnahmen?

Unter dem deutschen EU-Vorsitz im 2. Halbjahr 2020 ist all das nicht vorangekommen – im Gegenteil: Deutschland hat sich immer mehr in seinen nationalen Sonderweg der “Wellenbrecher” und “sanften” Lockdowns verrannt.

Nun steht das größte EU-Land als Nachzügler da, der draufsatteln muß.

Und die EU ist wieder einmal ein Epizentrum der Pandemie – mit mehr Corona-Toten als die USA. Es ist ein kollektives Versagen, über das man in Berlin und Brüssel ungern spricht. Denn schlechter als Ex-Präsident Trump kann man es ja wohl nicht machen, oder?

Kann man offenbar doch. Auch bei der Todesrate steht Deutschland derzeit schlechter da als die USA. Wenn nicht alles täuscht, liegt das vor allem an Alten- und Pflegeheimen, die immer noch nicht ausreichend geschützt werden – trotz des Tübinger Modells!

Davon abgesehen werden beim Kampf gegen Corona immer noch wichtige Aspekte außer Acht gelassen. In Deutschland und in der EU konzentriert man sich auf das Impfen – und vergisst, endlich wirksame Medikamente gegen Corona zu entwickeln und bereitzustellen.

Verdrängt wird auch das Thema Quarantäne. Jedes Land hat andere Regeln (die von Gesundheitsminister Spahn versprochene Harmoninierung ist auch nicht vorangekommen) – doch kein EU-Land hat, so weit ich weiß, die sog. “Fieberhotels” eingeführt.

Dabei hat sich diese Maßnahme in Asien bewährt. Gerade bei der Abwehr der britischen Corona-Variante könnte die Isolierung von Erkrankten in Hotels weiterhelfen. Schließlich soll diese Mutante besonders ansteckend sein – es gilt also, auch die Familien zu schützen!

Last but not least fehlt noch ein Tool, das uns im Alltag helfen würde: Ein Corona-Detektor! Wieso ist es eigentlich nicht möglich, die Präsenz von Viren in Innenräumen nachzuweisen und in Echtzeit anzuzeigen?

Damit ließen sich viele Infektionen verhindern – und manches Restaurant wieder öffnen…

Siehe auch “Ein Hauch von Panik”

Update 23.12.21: Schnelltests und Warn-Apps wurden mittlerweile eingeführt. Allerdings werden die Konditionen immer wieder modifiziert, um die Leute zum Impfen zu drängen oder andere Verhaltensänderungen zu bewirken. Die Koordinierung der nationalen Maßnahmen ist immer noch genauso miserabel, wie sich aktuell bei “Omikron” zeigt. Zudem ist Europa erneut das Epizentrum der Krise, bereits zum dritten Mal. Gute Nachrichten gibt es bei den Medikamenten, Mitte November wurden zwei Covid-Arzneimittel zugelassen. Eines könnte sogar gegen die Omikron-Variante wirksam sein! Den Corona-Detektor haben wir dagegen immer noch nicht – das scheint Science fiction zu bleiben 🙂

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