Niemand hat die Absicht, von einer Eurokrise zu reden

Tage-, ja wochenlang haben die Medien uns eingebläut, ein “Nein” beim Renzi-Referendum bedeute eine neue Eurokrise. Nun, da das “Nein” da ist, wird alles wieder abgesagt.

“Es gibt keinen Grund, von einer Euro-Krise zu reden”, erklärte Europa-Finanzminister Schäuble in Brüssel. Er vertraue in die “Institutionen”, sagte Neben-Europa-Finanzminister Moscovici.

Gemeint waren die italienischen Institutionen, die schon manche Krise überstanden haben – und nicht die Troika, die gerade wieder in Griechenland wütet. Rom werde schon eine Lösung finden, heißt es in Brüssel.

Insgeheim hoffen Schäuble und Moscovici wohl, dass nun wieder ein Technokratenregierung das Ruder übernimmt. Und dass die ungefragt alles macht, was die EU-Institutionen verlangen.

Doch das ist eine ungedeckte Wette – genau wie die Wetten, die derzeit an den Börsen laufen. Der DAX hat sich erholt, der Dow Jones hat kurz nach Handelsstart sogar ein neues Rekordhoch erreicht. 

Angeblich war das Nein zu Renzi an den Aktienmärkten schon eingepreist. Doch ausgerechnet Deutsche Bank-Chef Cryan widerspricht, warnt vor einer “Gefahr” für Europa. Was stimmt denn nun? 

Nun ja, italienische und deutsche Banken müssen nun zittern. Und die Eurogruppe muss sich auf harte Zeiten und neue Krisensitzungen einstellen, sie will es nur noch nicht sagen.

Wegen Griechenland dürfte es vor Weihnachten ohnehin noch eine Sondersitzung geben, das trifft sich doch gut…

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