Trump: “Die EU ist wunderbar”

Ist das nun die gute Nachricht der Woche? Oder Fake news aus dem White House? US-Präsident Trump hat völlig überraschend erklärt, die EU sei “wunderbar”. Welche EU er wohl gemeint haben mag?

Diese Frage können wir dem Liebling der deutschen Rechtsnationalisten und AfD-Anhänger leider nicht ersparen. Schließlich hat Trump ja auch schon Brüssel mit Belgien verwechselt.

Geht es also um die EU, der sein Vize Pence gerade die Treue geschworen hat (“Ich liebe Euch doch alle?”). Oder um jene EU, die sein Sicherheitsberater Bannon zur Hölle wünscht?

Oder geht es einfach nur darum, den Weg für den designierten neuen US-Botschafter in Brüssel freizumachen, also Mr. Malloch, der schon den Zusammenbruch des Euro vorhersagt?

Vermutlich weiß es Trump selbst nicht recht. Schließlich hat er sein “wunderbar” ja auch an eine Bedingung geknüpft – nämlich jene, dass die Europäer mit der EU zufrieden sind.

Und diese Bedingung ist nicht so leicht zu erfüllen. Schließlich ist ja selbst Kommissionschef Juncker nicht mehr happy; er wickelt die EU, wie wir sie kannten, gerade ab….

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6 Responses to Trump: “Die EU ist wunderbar”

  1. S.B. 24. Februar 2017 at 17:25 #

    Trump weiß es offenbar genauer, als viele, die meinen es genau zu wissen:

    http://mobil.n-tv.de/politik/Juncker-plant-radikale-Reform-der-EU-article19718066.html

    Junker schlägt, übrigens GENAU wie Merkel, “ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten” vor.

    “Wollen wir zu 28 vorankommen? Oder sollte es nicht so sein, dass diejenigen, die schneller vorankommen wollen, dies tun können, ohne die anderen zu beeinträchtigen”, fragte Juncker bei einer Konferenz im belgischen Louvain-la-Neuve.”

    Nix mehr mit Ringelpiez mit Anfassen.

    Da fragt man sich doch glatt, ob Juncker der Liebling der (bösen) deutschen Rechtsnationalisten werden will.

    • ebo 24. Februar 2017 at 17:52 #

      Junckers Vorschlag ist NICHT das, was Merkel will. Mutti möchte allein im Zentrum stehen, ohne festen “Kern” (außer Deutschland natürlich), und ohne von der EU-Kommission belästigt zu werden (keine Gemeinschaftsmethode). Juncker will einen festen Kern mit der Kommission als Zentrum und mit Gemeinschaftsmethode, was auch Mehrheitsentscheidungen bedeutet.

      • S.B. 24. Februar 2017 at 18:06 #

        @ebo: Ich kann in der n-tv-Meldung keine Hinweise auf einen “festen Kern” finden. Woraus entnehmen Sie diesen Inhalt?

      • ebo 24. Februar 2017 at 18:07 #

        Ich habe seine Rede gelesen…

  2. Peter Nemschak 24. Februar 2017 at 17:30 #

    Die amerikanische Sicht der Geografie ist manchmal kurios: immer wieder wird Austria mit Australia verwechselt. Dass die USA seit eh und je versuchen die Europäer auseinander zu dividieren ist ein alter Hut und kann man ihr nicht anlasten. Mit oder ohne Trump muss sich die EU klar werden, welche Richtung sie einschlagen will. Was den ersten Platz als Weltmacht betrifft, wird man sehen, wie weit Trump damit kommt, bis ihm China und Russland Grenzen setzen. Inzwischen versuchen der Kongress und seine Minister, den volatilen Präsidenten ein wenig einzuhegen. Rüstung ist teuer. Die Mittel dafür müssen vom Kongress genehmigt werden. Die Toilettenfrage für Transsexuelle lässt sich vielleicht mit Dekreten des Präsidenten regeln, obwohl es auch in dieser Frage gerichtliche Prozesse geben wird. Rechtsanwalt in den USA bleibt jedenfalls auch in Zukunft ein lukratives Geschäft.

  3. Oudejans 25. Februar 2017 at 10:54 #

    >>”Schließlich hat er sein “wunderbar” ja auch an eine Bedingung geknüpft – nämlich jene, dass die Europäer mit der EU zufrieden sind.”

    Der Mann ist gefährlich. Die Europäer haben mit dem Schinken “2000 Jahre Abendland” bewiesen, daß man sie keinesfalls fragen darf. Abschotten und abschlachten, mehr ist da nicht.

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