Bennett: „Der Westen hat den Friedensprozess blockiert“

Rund zwei Wochen nach Beginn des Ukraine-Kriegs reiste der frühere israelische Premier Bennett zu Verhandlungen nach Moskau. Es ging um einen Friedensprozess – doch der Westen hat ihn offenbar blockiert.

Dies sagte Bennett in einem Interview mit dem israelischen Fernsehen, das auch auf YouTube veröffentlicht wurde. Die meisten Medien berichteten allerdings nur, dass Kremlchef Putin zugesagt habe, Präsident Selenskyj nicht umbringen zu wollen.

Den Rest der Story lassen sie außen vor – dabei ist er entscheidend.

Demnach sei Putin bereit gewesen, auf die weitere „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine zu verzichten. Im Gegenzug habe Selenskyj nicht auf dem NATO-Beitritt bestanden.

Die Gespräche hätten einen Waffenstillstand vorgesehen, so Bennet. Für den darauf folgenden Friedensprozeß habe er 17 oder 18 Entwürfe angefertigt.

Bennet will sich danach mit den USA, aber auch mit Deutschland und Frankreich abgesprochen haben. Die westlichen Länder hätten keine gemeinsame Linie verfolgt und den Friedensprozess letztlich blockiert.

Am Ende sei die „legitime“ Entscheidung gefallen, Putin weiter militärisch zu bekämpfen. Zitat aus dem indischen Nachrichtendienst IANS:

Bennett, however, said that the negotiations did not succeed because it was „a legitimate decision by the West to keep striking (Russian President Vladimir) Putin… I mean the more aggressive approach“. Asked if the US and its allies „blocked“ the peace process between Moscow and Kiev, he said: „Basically, yes. They blocked it.“

IANS

Wenn das stimmt, dann hat der Westen im März 2022 die einmalige Chance verspielt, den Krieg schnell zu beenden. Eine besonders „aggressive“ Rolle spielte dabei laut Bennett der damalige britische Premier Johnson.

Das war lange vermutet worden, nun ist es belegt…

Auch die „Berliner Zeitung“ berichtet, und zwar hier. Mehr zum Krieg in der Ukraine hier

P.S. UN-Generalsekretär António Guterres befürchtet eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine. „Ich befürchte, die Welt schlafwandelt nicht in einen größeren Krieg hinein – ich befürchte, sie tut dies mit weit geöffneten Augen“, sagte er vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.