Omerta um Notenbank-Skandal

Was ist in der lettischen Notenbank los? Wegen des Verdachts auf Korruption muss Euro-Währungshüter I. Rimsevics sein Amt ruhen lassen und darf das Land nicht verlassen. Die EZB schweigt, die EU mauert. 

“Kein Kommentar”, hieß es beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel. Auch Währungskommissar Moscovici wollte sich zu dem Skandal nicht äußern.

Der 52-Jährige Rimsevics soll nach Angaben der Anti-Korruptionsbehörde KNAB mindestens 100.000 Euro Bestechungsgeld verlangt und angenommen haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

Merkwürdig an der Sache ist nicht nur, dass Top-Banker die angeblichen Bestechungsgelder bestätigen. Die lettische Regierung wirft ihnen deshalb vor, die Integrität des lettischen Finanzsystems zu untergraben.

Bizarr ist auch, dass gleichzeitig ein Geldwäsche-Skandals gegen die drittgrößte Bank des Landes, ABLV, läuft. Die USA wirft dem Institut vor, ihren Kunden zu ermöglichen, Uno-Sanktionen gegen Nordkorea zu unterlaufen.

Für die Aufsicht über die ABLV ist die EZB zuständig. Rimsevics will trotz der Vorwürfe gegen ihn weiter im EZB-Rat bleiben. Wie passt das zusammen? Wir wissen es nicht, niemand will Auskunft geben…

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