Ist Tusk “anti-europäisch”?

Der Streit über die Zukunft der EU-Flüchtlingsquoten spitzt sich zu. Kurz vor dem EU-Gipfel am Donnerstag warf die EU-Kommission dem Gipfelchef  Tusk vor, ein “anti-europäisches” Arbeitspapier vorgelegt zu haben.

Der Poke Tusk hatte es gewagt, die Quoten zur Umverteilung aus Griechenland und Italien als ineffizient und spalterisch zu bezeichnen – und einen Verzicht auf neue Quotenregeln zu erwägen.

Das sei “anti-europäisch” und “nicht hinnehmbar”, sagte der zuständige EU-Kommissar Avramopoulos. Er ist Grieche – hat es bisher aber nicht einmal geschafft, die dramatische Lage auf den griechischen Inseln zu entschärfen.

Auch die Verteilung dümpelt vor sich hin; nicht einmal Deutschland erfüllt seine Quote. Es wäre daher unfair, dem Polen Tusk vorzuwerfen, er denke nur an sein eigenes Land, das die Aufnahme verweigert.

Tusk ist nicht “anti-europäisch”, sondern einfach nur realistisch. Avramopoulos hingegen steht auf verlorenem Posten. Seine Vorschläge zur Reform der Quoten sind bisher auf taube Ohren gestoßen.

Beim EU-Gipfel dürfte es trotzdem hoch hergehen. Denn natürlich fordert auch Kanzlerin Merkel verbindliche Quoten. Sie träumt immer noch von einer “europäischen Lösung”, die schon 2015 scheiterte…

 

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