Wahlumfragen und Projektionen

Wie (un-)seriös war das denn? Rund hundert Tage vor der Europawahl hat das Europaparlament eine “erste Sitzberechnung” vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Wahlkampf nicht einmal begonnen, und wichtige Entscheidungen standen noch aus – z.B. die, ob die Briten vielleicht doch an der Wahl teilnehmen!

Dennoch wollen wir die wichtigsten Ergebnisse kurz erwähnen  – sozusagen fürs Archiv. Und als Einführung in diese Sonderseite mit aktuellen Wahlumfragen und Projektionen zur Europawahl. Die EVP, zu der CDU und CSU gehören, kann demnach (Stand Mitte März) mit 183 der 705 Sitze im europäischen Parlament rechnen. Das entspräche einem Anteil von 26 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als bei der letzten Wahl 2014.

Die CDU/CSU-Gruppe bliebe mit 29 Sitzen die größte Einzelpartei, dicht gefolgt von der rechten Lega aus Italien mit 27 Abgeordneten. Die großen Verlierer wären die Sozialdemokraten – sie könnten um sechs Prozent schrumpfen.

Insgesamt liefe dies auf einen klaren Rechtsruck hinaus – mit einer relativ starken EVP und mehr Stimmen für Nationalisten und rechte Populisten. Die Projektion zeigt aber auch, dass EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber keine Mehrheit hätte, nicht mal zusammen mit den Sozialdemokraten..

Dies würde bedeuten, dass der CSU-Mann entweder eine “ganz große Koalition” anstreben müsste, um zum Kommissionschef gewählt zu werden – oder dass die Wahl des Juncker-Nachfolgers am Ende von den Staats- und Regierungschefs entschieden wird.

Die Europawahl könnte also zur Farce werden – genau wie diese wacklige Projektion, die dem Parlament keine Ehre macht… Aktuellere Umfragen und Projektionen finden Sie in der rechten Spalte auf dieser Seite. Analysen und Hintergründe zu den Zahlen stehen unten.

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