Juncker setzt sich von Merkel ab

Erst warf Kommissionschef Juncker hin – 2019 will er nicht für eine neue Amtszeit kandidieren. Nun rückt er auch noch von Merkel ab. Offenbar hält er nichts viel von ihrem Krisenmanagement.

Gleich in mehreren zentralen Fragen widerspricht Juncker der Kanzlerin:

  • Brexit: Juncker glaubt nicht, dass die Scheidung in zwei Jahren über die Bühne ist. Er glaubt auch nicht, dass alle 27 Rest-Mitglieder an einem Strang ziehen. Merkel tut so, als könne sie den Laden zusammenhalten.
  • Rüstung: Juncker hat der US-Forderung widersprochen, 2% des BIP in die Rüstung zu stecken. Demgegenüber versucht Merkel, US-Präsident Trump entgegenzukommen. Sie will aufrüsten, wenn auch nicht um jeden Preis.
  • EU-Reform: Merkel will eine “flexible EU” in der jeder sein Tempo selbst wählt – und Deutschland führt. Juncker hält davon nicht viel. Er vermisse konkrete Vorschläge, sagte er.

Die EU-Kommission will Anfang März ein Weißbuch zur EU-Reform vorlegen. Das Europaparlament hat bereits weitreichende Reformen gefordert. Merkel ist nicht mehr die unbestrittene “Leader”In.

Ob das damit zusammenhängt, dass ihre Chancen auf Wiederwahl schwinden? Oder ist das auch ein Schulz-Effekt? Juncker und Schulz waren immer dicke – der SPD-Kandidat könnte beim Kommissionschef abschreiben…

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