Blamage in Brüssel, Treueschwüre in Kiew – und Drohnen gegen Druschba
Die Watchlist EUropa vom 24. Februar 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine und dem eskalierenden Streit um Sanktionen, Kriegskredite und die Energieversorgung.
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Kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine haben sich die EU-Außenminister gegenseitig Erpressung, Verrat und Untreue vorgeworfen. Der Streit eskalierte bei einem Treffen in Brüssel, nachdem Ungarn ein Veto gegen das geplante 20. Sanktionspaket eingelegt hatte. Die Regierung von V. Orban zog zudem ihre Zusage zu neuen Kriegskrediten für die Ukraine zurück.
Polens Außenminister Sikorski warf der ungarischen Regierung vor, aus wahltaktischen Gründen eine feindselige Stimmung gegen Kiew zu schüren. In Budapest wird im April gewählt, Orban liegt in den Umfragen hinten.
Der deutsche Außenminister Wadephul sprach von Verrat an der Ukraine und europäischen Idealen. “Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit, für die europäische Souveränität verrät.”
Schwerer Rückschlag für Kallas
Die EU-Außenbeauftragte Kallas räumte einen Rückschlag ein. “Das ist nicht die Botschaft, die wir senden wollten.” Die Arbeit an den Strafmaßnahmen werde fortgesetzt, erklärte sie trotzig – doch die Blamage bleibt.
Ungarns Außenminister Szijjarto begründete die Blockade mit dem Stopp der russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline, die durch die Ukraine führt. Ungarn lasse sich nicht erpressen, sagte er.
Die EU-Kommission hat zwar Vermittlung angeboten, bisher jedoch nichts erreicht. Neben Ungarn ist auch die Slowakei vom Ölstopp betroffen; das Land hat sogar den Energienotstand ausgerufen.
Die EU ist gespaltener denn je
Für die EU kommt der Streit zur Unzeit. Pünktlich zum vierten Jahrestag des Ukraine-Krieges wollte sie ihre Solidarität mit Kiew bekräftigen und “den Druck auf Russland” erhöhen, wie Kallas sagte.
Nun ist sie gespaltener denn je. Drei EU-Staaten – Ungarn, die Slowakei und Tschechien – waren schon im Dezember beim neuen, 90 Mrd. Euro schweren Hilfskredit für die Ukraine ausgeschert.
Und die nun geplanten Sanktionen stoßen nicht nur in Ungarn auf Widerstand, sondern auch in Griechenland und auf Malta. Sogar die G-7 ziehen nicht mit – die USA haben andere Prioritäten.
US-Präsident Trump will den Krieg um die Ukraine endlich beenden – doch die umstrittenen EU-Maßnahmen könnten den Konflikt weiter verlängern und sogar noch gefährlicher machen…
Siehe auch Gefahr im Verzuge: Platzt das 20. Sanktionspaket?
MEINE MEINUNG: Man mag beklagen, daß der Streit ausgerechnet kurz vor dem 24. Februar eskaliert. Es greift jedoch zu kurz, die Schuld allein bei Orban zu suchen. Mitschuld trägt auch die EU-Spitze, die offenbar den Sinn fürs Machbare verloren hat. Sie setzt auf noch mehr Sanktionen, noch mehr Geld und noch mehr Waffen für die Ukraine – doch einen eigenen Plan für die Beendigung des Krieges hat sie immer noch nicht.
P.S. Auch die Slowakei schaltet auf stur. Ministerpräsident Fico hat den Stopp von Notstromlieferungen an die Ukraine angeordnet. “Wir sind gezwungen, mit einer ersten Gegenmaßnahme gegen die Ukraine vorzugehen”, sagte Fico. Die Maßnahme werde aufgehoben, sobald der Öltransit in die Slowakei wieder aufgenommen werde.
News & Updates
Treueschwüre in Kiew. Zum vierten Jahrestag der Invasion Russlands in die Ukraine werden Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Costa am Dienstag in Kiew erwartet. Die beiden EU-Spitzen wollen mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs an einer Gedenkzeremonie teilnehmen und ihre Solidarität mit der Ukraine bekunden. Auch im Europaparlament in Brüssel gibt es eine Sondersitzung, zu der Präsident Selenskyj zugeschaltet wird. – Die Treueschwüre können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Unterstützung für die Ukraine bei den Bürgern bröckelt. Statt noch mehr Waffen anzukündigen, sollten die EUropäer endlich Diplomaten nach Moskau schicken. Doch darauf können sie sich nicht einigen, Kanzler Merz steht auf der Bremse…,
Trump droht mit neuen Strafzöllen. US-Präsident Trump warnte die EU und andere Handelspartner davor, “Spielchen zu spielen”. Wenn ein Land dies tue, werde es “mit einem deutlich höheren Zoll und Schlimmerem belegt, als dem, dem es vor Kurzem zugestimmt hat”, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Ob er damit die EU meinte, blieb unklar. – Zuvor hatte das Europaparlament den Zoll- und Handelsdeal mit den USA auf Eis gelegt. Das heißt aber nicht, daß er nicht mehr gilt. Die EU-Kommission will daran festhalten. An dem schlechten Deal zu rütteln, könnte die US-Hilfe für die Ukraine gefährden, heißt es in Brüssel…
Ex-Kommissar Mandelson festgenommen. Im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal ist der frühere britische EU-Kommissar Mandelson in London festgenommen worden. Das berichten britische Medien unter Berufung auf Scotland Yard. Der Verdacht lautet demnach auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt in seiner Zeit als britischer US-Botschafter. Mandelson war wegen seiner engen Beziehung zum inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Epstein in den Fokus von Ermittlungen geraten. – In Brüssel will man von Mandelsons Umtrieben immer. noch nichts wissen…
Das Letzte
Drohnen gegen Druschba. Nicht nur Russland führt einen Energiekrieg, die Ukraine schlägt auch zu. Nach während die EU-Außenminister in Brüssel tagten, kam aus Kiew die Meldung, daß ukrainische Drohnen eine Öl-Pumpstation in der russischen Region Tatarstan getroffen hätten. Die Anlage sei wichtig für Druschba, hieß es. Bei dem Angriff mehr als 1200 Kilometer von der Grenze entfernt sei ein Feuer ausgebrochen, brüstete sich der ukrainische Geheimdienst SBU. Die EU-Kommission tut jedoch weiter so, als wüßte sie von alldem nichts. Von der (mutmasslichen) ukrainischen Verwicklung in den Anschlag auf Nordstream will man in Brüssel ja auch nichts wissen…
- Ist die Ukraine jetzt ein deutsches Protektorat? - 15. April 2026
- Von der Leyen kündigt Corona-App 2.0 an – für den “Jugendschutz” - 15. April 2026
- Kallas did it again - 15. April 2026
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24. Februar 2026 @ 13:38
“Der deutsche Außenminister Wadephul sprach von Verrat an der Ukraine und europäischen Idealen.”
Das bedeutet natürlich so viel von einem Verräter an seinem eigenen Volk, denn er mehrt wie seine Vorgängerin, den Nutzen des ukrainischen Volkes nicht des Deutschen, natürlich abgesehen von dem hießigen Ableger der Epsteinklasse.
CDU, Andenpakt, Einsteinconnection, würde ja so gaaar nicht ins Muster passen, dass diese Politiker da Verbindungen zu haben.
24. Februar 2026 @ 14:36
Apropos:
“Polens Außenminister Sikorski warf der ungarischen Regierung vor, aus wahltaktischen Gründen eine feindselige Stimmung gegen Kiew zu schüren.”
Nachdem der BGH sich ja festlegte, dass die Sprengung der Nordstream Pipelines “jedenfalls” eine strafbewehrte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion war, https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026012.html , wie kann man den Ehemann Anne Applebaums da noch als satisfaktionsfähigen Außenministerkollegen eines vermeintlich befreundeten Staates akzeptieren, sich an denselben Tisch setzen und ins das gleiche Horn stoßen, Herr Außenminister Dr.jur. Wadephul, anstatt sich in Wahrung seines Amtseides “das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes [zu] wahren und [zu] verteidigen” dafür einzusetzen dass der Mann sich wegen seines widerlichen Verstoßes ( https://web.archive.org/web/20220927165912if_/https://twitter.com/radeksikorski/status/1574800653724966915 ) gegen §§ 140 I 2. Alt. , 126 I Nr. 8, 308 I STGB vor einem Deutschen Gericht veranworten muss?
24. Februar 2026 @ 12:06
AM Wadephul: “Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit, für die europäische Souveränität verrät.”
Welche europäische “Souveränität” er wohl meint? Hat doch schon EX-Potus Biden offen zugegeben, dass er auf Europa “Druck ausgeübt” hat, für die Interessen “Des Westens”, also für die USA, gefälligst auch schmerzhafte wirtschaftliche Operationen hinnehmen zu müssen.
Wie kann AM Wadphul bloß glauben, dass für Freiheit nicht Einzelne kämpfen, sondern die einzige “Freiheit” der europäischen Nationen in der bedingungslosen Anerkennung der Machthuberei der USA besteht? Trump kann vor lauter “Freiheit” nur noch breitbeinig laufen und jeder Nation des Erdballs an die Muschi fassen ohne auf die Finger zu kriegen, weil er ja sooo mächtig ist. Dass diese Macht nicht ganz so gesichert sein könnte, zeigte sich in Estland:
…Krieg der Zukunft. Die Drohnen-Revolution auf dem Schlachtfeld stellt die militärische Dominanz der USA infrage. Übungen wie «Hedgehog 2025», als ukrainische Drohnenpiloten zwei Nato-Bataillone mit Dutzenden von Fahrzeugen kampfunfähig machten, lassen auch im Pentagon die Alarmglocken läuten. Der Westen braucht die Expertise der Ukrainer dringend. Sie sind keine Bittsteller mehr… (Das ist ein Zitat aus einem Kommentar der NZZ von heute).
Wie nun die zu erwartende (aus Gründen militärischer Souveränität der EU) Ukrainisierung der EU “gestalten”?
Oder doch auf einen Abschied setzen vom aus dem Ruder gelaufenen Privatier-Kapitalismus….Raus aus NATO und EU und den Einwohnern der einzelnen Länder wieder wenigstens ein ärmeres Leben, aber immerhin ein Leben möglich machen?
24. Februar 2026 @ 09:13
@Helmu Höft:
Ja! Zusammen mit Henry Kissinger, Barack Obama und Maria Machado
24. Februar 2026 @ 08:41
Die EU deckt den Wirtschaftskrieg der Ukraine gegen Ungarn und die Slowakei. Dafür erwartet sie von den Opfern Loyalität.
Die EU hat schon lange aufgehört, ein „Garten“ für Frieden und kollektiven Wohlstand zu sein. Sie ist selbst ein „Dschungel“ geworden. Der Geist der Nazi-Zeit ist mit der Ukrainisierung Europas zu neuem Leben erwacht. Die EU ist ein hässliches und hohles Gebilde geworden, zerfressen vom Wahn, Russland zu zerstören.
24. Februar 2026 @ 08:46
@Guido
Ordnungsruf! Die €U ist schließlich Friedensnobelpreisträger! 😉