Konzentration der Macht und Korruption: Selenskyj führt die EU vor

Erst vor einer Woche hat die EU-Kommission der Ukraine 100 Mrd. Euro versprochen – als Sonderposten im neuen EU-Budget, auszuzahlen bis 2034. Doch der Beitrittskandidat erfüllt offenbar nicht mal die Grundvoraussetzungen für EU-Hilfe.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht die Bekämpfung der Korruption. Neben Demokratie und Rechtsstaat ist sie eine Grundvoraussetzung für die Auszahlung von EU-Geldern und den angestrebten Beitritt.

Doch nun sollen zwei wichtige Anti-Korruptions-Behörden an die kurze Leine gelegt werden. Ein entsprechendes Gesetz beschloss das Parlament in Kiew am Dienstag.

Damit werden das nationale Anti-Korruptions-Büro und die Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft dem Generalstaatsanwalt unterstellt, der von Präsident Selenskyj ernannt wird.

Das habe einen “Sturm der Entrüstung” ausgelöst, meldet der Korrespondent des “Wall Street Journal” aus Kiew. Sogar die sonst so Selenskyj-treuen deutschen Medien berichten.

Doch wird es irgendwelche Konsequenzen haben? Wird Selenskyj diesen Schritt rückgängig machen, wird ihn die EU dazu drängen? Aus Brüssel kommt bisher nur heiße Luft.

Die Parlaments-Entscheidung mache sie “ernsthaft besorgt”, twitterte EU-Erweiterungskommissarin Kos. “The dismantling of key safeguards protecting NABU’s independence is a serious step back.”

Taten kündigte Kos nicht an. Noch vor einer Woche hatte sie das neue EU-Budget mit dem 100 Mrd.-Euro-Geschenk an die Ukraine über den Klee gelobt. Daran wird nicht gerüttelt.

Doch wenn die EU jetzt nicht handelt, dann ebnet sie nicht nur den Weg für ein korruptes Land – sondern auch für die Machtergreifung von Präsident Selenskyj.

Erst vor einer Woche hatte er die komplette Regierung ausgewechselt – ohne Wahlen. Wenn er nun auch noch die Justiz an die Kette nimmt, wird er zum autoritären Alleinherrscher.

Das ist nicht meine These – das schreiben sogar ukrainische Medien. Der “Kiev Independent” warnt schon vor einem Rückfall in russische Verhältnisse…

Mehr zur Ukraine hier

P. S Der Protest hat nichts geholfen: Selenskyj hat das umstrittene Gesetz zum Ende der Unabhängigkeit der beiden Antikorruptionsbehörden unterzeichnet. Mal schauen, was die EU dazu sagt…