Merkels letzte Hoffnung

Wenige Tage nach dem Balkangipfel spitzt sich die Flüchtlingskrise weiter zu. Auch für Kanzlerin Merkel wird es eng: Sie hat kaum noch handlungsfähige EU-Partner – und nur noch eine Hoffnung…

Den Balkangipfel hatte die Kanzlerin noch zusammen mit Kommissionschef Juncker gestemmt. Auch Österreich war am Sonntag noch an Bord – doch seither häufen sich die Irritationen.

Denn in Österreich kippt die Stimmung. Die Regierung in Wien zieht nicht mehr mit, sie liegt sowohl mit Deutschland als auch mit Slowenien über Kreuz. Nur Kanzler Fayman hält Merkel noch die Stange.

Derweil schwimmen Juncker die Felle weg. Die “Politik des Durchwinkens”, die er beim Balkangipfel beenden wollte, geht munter weiter. Und die 100.000 “Aufnahmeplätze” auf dem Balkan entpuppen sich als Wunschdenken.

Die Lage ist so verzweifelt, dass Juncker seinen Chefsprecher warnen lässt: “Wir dürfen keine Zeit verlieren, keinen Tag, nicht einmal eine Stunde, wenn wir eine humanitäre Tragödie auf dem Westbalkan verhindern wollen.”

Doch an wen richtet sich diese Warnung? An Griechenland? Dort hat Brüssel gerade den Geldhahn zugedreht. An Kroatien? Das ist wieder auf Tauchstation. Vielleicht sogar an Österreich? Siehe oben…

So bleibt für Juncker und Merkel nur noch ein “Partner”: Der türkische Sultan Erdogan. Nur wenn er den Flüchtlingsstrom über die Ägäis stoppt, lässt sich das Schlimmste (vielleicht) noch abwenden.

Doch Erdogan treibt den Preis hoch, fordert fast täglich neue Prämien. Mittlerweile fordert er 3 Mrd. Euro jährlich, plus Visa-Freiheit, plus Beitrittsverhandlungen, plus Maulkorb für seine EU-Kritiker…

Letztlich bleibt Merkel nur eine Hoffnung: Dass nicht noch mehr Flüchtlinge auf neuen Wegen nach Deutschland kommen. Deshalb pusht sie nun ein umstrittenes Rückführungsabkommen mit Afghanistan.

Die Kanzlerin sitzt in der Falle. Innenpolitisch wird es eng, außenpolitisch dramatisch…

 

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