Sie glänzen durch Abwesenheit 

Hat die EU eine Position zu den Provokationen aus Nordkorea und der Kriegs-Drohung aus den USA? Dies bleibt auch nach einem Sondertreffen in Brüssel offen.

Die Außenbeauftragte Mogherini hatte am Montag die mit Sicherheitspolitik befassten EU-Botschafter einberufen, um über die Krise um Nordkorea zu beraten. Danach verlautete – nichts.

Keine Pressemitteilung, kein Wort der EU-Sprecher, nicht mal ein Tweet. Offenbar hat es der EU die Sprache verschlagen. Nicht mal ein Appell zur Mäßigung kam am späten Montag Abend aus Brüssel. 

Zwar verlautete später, man setze sich für eine diplomatische Lösung ein. Doch gleichzeitig wurde bekannt, dass Mogherini und der deutsche Botschafter das Krisentreffen geschwänzt hatten! 

Damit bleiben die EU-Vertreter hinter Kanzlerin Merkel zurück, die sich wenigstens rechtzeitig geäußert und gegen Gewalt ausgesprochen hatte. Mit ihrer Leisetreterei machen sie sich unsichtbar. 

Das kann gute Gründe haben – etwa eine EU-Vermittlungsaktion hinter den Kulissen. Es wirkt aber zunächst mal so, als habe Europa in dieser Krise nichts zu melden. 

Dabei will die mit dem Nobelpreis gekrönte EU doch eine Friedensmacht sein. Und ausgerechnet jetzt, wo es um einen möglichen Atomkrieg geht, glänzt sie durch Abwesenheit?

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