Lawrows Angebot an EUropa, Timmermans Abstieg – und Xis Geste
Die Watchlist EUropa vom 01. November 2025 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Sicherheitsgarantien aus Russland, die Wahl in den Niederlanden und der Streit um Mikrochips aus China
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Der russische Außenminister Lawrow hat der EU und den europäischen Nato-Mitgliedern neue umfassende Sicherheitsgarantien angeboten.
“Wir haben mehrmals gesagt, dass wir nicht die Absicht hatten und haben, irgendein derzeitiges Nato- oder EU-Mitglied anzugreifen”, sagte Lawrow bei einem Sicherheitsforum in Minsk. “Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern”.
Lawrow versteht sein Angebot offenbar als Teil der geplanten Sicherheitsgarantien für die Ukraine, an denen nach einem Ende des Krieges nicht nur der Westen, sondern auch Russland beteiligt wäre.
Chance für neue Sicherheitsordnung
Das war für die Ukraine sowie für die EUropäer bisher ein No-Go. In Berlin und Brüssel ist immer nur von Garantien für die Ukraine und gegen Russland die Rede. Mit Russland will man nicht einmal mehr reden.
Dabei wäre es durchaus sinnvoll, über umfassende Garantien für die Ukraine, Russland und Westeuropa nachzudenken. Das Stichwort heißt neue europäische Sicherheitsordnung.
In diese Richtung denken auch die USA, die sich aus dem Krieg in der Ukraine und teilweise auch aus Osteuropa zurückziehen wollen. In Rumänien haben sich schon damit begonnen.
Berlin sagt Nein – ohne Prüfung
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Doch Deutschland und die EU nehmen die überraschende Offerte aus Moskau nicht ernst. Ohne sie zu prüfen, signalisierte die Bundesregierung ihre Ablehnung.
Damit wurde eine weitere Chance vertan, mit Moskau ins Gespräch zu kommen. Zugleich wurde die “Gefahr” gebannt, dass Deutschland und die EU die massive Aufrüstung infrage stellen…
Wenn die EUropäer mit Russland über eine Sicherheitsgarantie verhandeln würden, könnten sie ja schlecht weiter behaupten, Moskau plane einen Angriff auf die EU…
Aus Moskau kommen aber auch neue Drohungen. Mehr dazu hier
- “Es ist laut geworden”: Trump streitet mit Europäern über Frieden - 11. Dezember 2025
- Wie die EU den Frieden sabotiert – und wie Kubilius den Krieg plant - 11. Dezember 2025
- Militärhilfe für Ukraine reicht nicht – dabei geben die Europäer schon alles - 10. Dezember 2025
Was war noch?
Timmermans Abstieg. Bei der Wahl in den Niederlanden ist das pro-europäische Wahlbündnis aus Sozialdemokraten und Grünen nur auf Platz vier gekommen. Daraufhin hat der frühere EU-Klimakommissar Timmermans seinen Parteivorsitz niedergelegt. Zum Verhängnis wurde ihm offenbar seine (zu) große Nähe zur EU… – Mehr im Blog
Undurchsichtige Geschäfte mit dem “Drohnenwall”. Die EU treibt ihre Pläne für einen “Drohnenwall” voran. Dabei will sie sich auf die Erfahrungen der Ukraine stützen. Klingt vernünftig – öffnet aber auch Tür und Tor für dubiose Geschäfte und Korruption. – Mehr hier
Xis Geste. China will Ausnahmen beim Exportverbot für einige Nexperia-Chips machen. “Wir werden die tatsächliche Situation der Unternehmen umfassend berücksichtigen und Ausnahmen für Exporte gewähren, die die Kriterien erfüllen”, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Es wäre eine nette Geste…
Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
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european
2. November 2025 @ 15:01
Die EUropäer können nicht zurück, weil sie sonst in erhebliche Erklärungsnot geraten werden. Milliarden wurden verschwendet, Millionen Menschleben auf den Altären der Hochmut und Selbstüberschätzung geopfert, Diplomatie aus dem Duden gestrichen. Es wurde nichts gewonnen, nichts hat sich verbessert. Wie wir wissen, arbeitet man am 20. Sanktionspaket, was uns dann auch auf die Füße fallen wird wie die anderen zuvor.
Sie brauchen diesen Krieg nicht nur zur Legitimation ihrer Selbst, sondern weil die EU über kein tragfähiges ökonomisches Modell mehr verfügt und die Kriegswirtschaft diese Lücke füllen muss. Mit der Ukraine und den Ukrainern hat das nur sekundär etwas zu tun.
Aber der Wind dreht sich. Ich war gerade ganz überrascht, einen langen Artikel von Harald Neuber in der Berliner Zeitung zu lesen. Neuber ist neuer Chefredakteur der BZ und war zuvor bei Telepolis. Dort war er u.a. dafür verantwortlich, sämtliche kriegskritischen Kommentare zu löschen, Kommentatoren zu sperren bzw. unliebsamen Kommentatoren ihre Beiträge so lange mit rot (schlecht) zu kennzeichnen, bis sie freiwillig die Plattform verließen. Meinungsfreiheit wurde dort sehr klein geschrieben. Aus dieser Perspektive betrachtet ist das ein erstaunlicher Sinneswandel, der dort zu lesen ist.
Er schreibt heute exakt das Gegenteil. Er berichtet von der Ukrainekrise, davon dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann, dass der Preis für das Land und die EUropäer ins unermessliche wächst, dass die europäische Landwirtschaft von den ukrainischen Billigprodukten an den Rand gedrängt wird, es droht eine neue Flüchtlingswelle wegen des bevorstehenden Winters. Die Gasvorräte der EU befinden sich aber auch auf einem aktuellen Niedrigststand.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/die-ukraine-krise-trifft-jetzt-alle-nur-nicht-ihre-verursacher-li.10003598#Echobox=1762071036
Ein erstaunlicher Sinneswandel, ganz ähnlich wie wir es zur Zeit in den USA bezüglich wokeness beobachten können. Es ist ein neuer Sherriff in der Stadt und schwupp…schreibt man das Gegenteil von dem, was man noch gestern postuliert hat.
Russland ist ein durch und durch autarkes Land. Die brauchen uns nicht. Aber unser Frollein Rottenmeier der EU wird weiterhin alle Schränke der Mitgliedsländer durchsuchen, ob sich nicht noch ein paar trockene Brötchen finden 😉
Helmut Höft
1. November 2025 @ 16:49
“Xis Geste. China will Ausnahmen beim Exportverbot für einige Nexperia-Chips machen.” Narürlich macht der freundliche Chinese eine Ausnahme für Deutschlands Verbrenner, die kauft eh’ bald keiner mehr!