Kampf gegen Krebs: Noch ein haltloses Versprechen

Die Idee stammt vom (gescheiterten) EVP-Spitzenkandidaten M. Weber. Nun macht sie sich auch die EU–Kommission zu eigen: Man werde den Krebs besiegen, heißt es zum Weltkrebstag in Brüssel.

Vier von zehn Krebserkrankungen seien vermeidbar, sagte EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides der “Welt”. Brüssel wolle mit “entschiedenen Maßnahmen” gegensteuern.

Doch wenn man sich die Details anschaut, schrumpft das Heils-Versprechen zu einer besseren Früherkennung und Versorgung von Krebskranken zusammen.

“Wir wollen unser Versprechen einlösen, eine Strategie zu entwickeln, die effektivere Präventionsmethoden sicherstellt”, sagte Kyriakides. Es geht also um Prävention.

Der wichtige erste Schritt auf diesem Weg sei eine europaweite Konsultation, um das aussichtsreiche Vorgehen zu identifizieren. Eine Konsultation – das kann Jahre dauern…

Außerdem müsse es darum gehen, Betroffenen die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. Das sollte, sorry, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Trotz dieses mauen Ankündigungen aus Brüssel erwecken vor allem CDU/CSU-Politiker den Eindruck, die EU wolle und könne den Krebs besiegen (“EU can beat cancer”).

So hatte es schließlich ihr Spitzenkandidat M. Weber (CSU) angekündigt. Der Kampf gegen den Krebs war ein zentrales Versprechen bei der Europawahl.

Und das soll nun eingelöst werden – auch wenn es sich als haltlos erwiesen hat. So wie die Kommission von der Leyen alle Wahlkampf-Versprechen einlösen will.

Neben Webers Kampf gegen den Krebs ist auch das “soziale Europa” von F. Timmermans – dem sozialdemokratischen Frontrunner 2019 – in das Kommissionsprogramm eingegangen.

Und natürlich der “New Green Deal” der Grünen. Er wurde kurzerhand in “European Green Deal” umgetauft – doch die dafür nötigen Mittel stehen leider nicht bereit…

Siehe auch “Meint Weber das ernst?” und “Die neue EU-Führung hat zu viel versprochen”