Italien plant mit der schwarzen Null – beim Wachstum

Das Wachstum lässt nach, die Inflationsrate schrumpft: In der Eurozone geht es weiter bergab. Italien bekommt dies am meisten zu spüren – und kassiert seine Wachstumsprognose für 2019 ein. Damit werden auch die Prognosen der EU zu Makulatur.

Die italienische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds rechnen für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent in Italien. Doch Wirtschaftsminister Giovanni Tria ist pessimistischer: “Wir steuern auf ein Nullwachstum zu”.

Das wäre also eine schwarze Null – der Stillstand. In ganz Europa lasse das Wirtschaftswachstum derzeit nach, so Tria weiter. “Auch Deutschland steht still”. Tatsächlich sehen die Zahlen für das größte EU-Land nicht sehr ermutigend aus.

Doch anders als Italien hätte Deutschland die Möglichkeit, gegenzusteuern. Mit einem Schuldenstand von etwas über 60 Prozent und Negativ-Zinsen auf Bundesanleihen könnte Finanzminister Olaf Scholz aus vollen Rohren schießen. Doch das tut er nicht.

Auch die EU-Kommission könnte umsteuern – und den “fiscal stance”, also die fiskalpolitischen Vorgaben, in der Eurozone ändern. Sie könnten auf mehr Wachstum ausgerichtet werden, denn der Abbau der Defizite und der Schuldenstände hat gute Fortschritte gemacht.

Doch auch aus Brüssel kommt kein Entspannungs-Signal. Die Untätigkeit der Eurogruppe führt einmal mehr dazu, dass die Europäische Zentralbank einspringen muß, wie Bloomberg analysiert.

Doch was passiert, wenn die lockere Geldpolitik der EZB nicht ausreicht – und Italien, vielleicht sogar Deutschland in die Rezession rutscht?

Betretenes Schweigen in Brüssel. Vor der Europawahl dürfen wir wohl auch keine Antwort mehr erwarten…

Siehe auch “Europa droht neue Rezession”

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