Freibrief für die Ukraine, kein Frieden mit Trump – und ein Orden für Merkel
Die Watchlist EUropa vom 24. Mai 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Eine neue, gefährliche Phase im Krieg gegen Russland, der Rückzug der USA aus der Diplomatie und eine umstrittene Auszeichnung im Europaparlament.
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Die Ukraine darf alles. Deutschland, die EU und die Nato werden sie in ihrem Kampf gegen Russland nicht zurückhalten, sondern noch enger einbinden und noch stärker unterstützen. Dies war das beherrschende Thema der vergangenen Woche.
Deutschland forderte mehr Geld, einen Sonderstatus in der EU und eine militärische Beistandsklausel für die Ukraine. Die EU begrüßte die “Erweiterungsdebatte” und versprach, bald alle Beitrittskapitel zu öffnen. Die Nato gelobte, die Ukraine noch mehr aufzurüsten, trotz Trump.
Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus. Die Woche begann mit einer Drohnenkrise im Baltikum, die durch – angeblich fehlgeleitete – ukrainische Kampfdrohnen ausgelöst wurde. Doch statt sich in Kiew zu beschweren, wendeten sich Balten und EU-Politiker gegen Moskau.
“Wir verteidigen Europa”
Danach kam eine Klatsche für Bundeskanzler Merz. Der ukrainische Staatschef Selenskyj wies seinen Vorschlag zurück, dem Land einen Sonderstatus als “assoziiertes Mitglied” der EU zu verleihen. Selenskyj will alle Rechte, vor allem das volle Stimmrecht, und das möglichst sofort.
“Wir verteidigen Europa – und zwar vollständig, nicht nur teilweise und nicht mit halben Sachen“, behauptet Selenskyj. Das stimmt zwar nicht, es ist genau umgekehrt: EUropa verteidigt die Ukraine und geht damit immer größere Risiken ein. Dennoch wird dieses Narrativ in Berlin und Brüssel geteilt.
Als falsch hat sich auch die Behauptung erwiesen, daß der Kredit von 90 Mrd. Euro, den die EU auszahlen will, bis Ende 2027 reicht. Außenminister Wadephul räumte auf einem Nato-Treffen in Schweden ein, daß der Krieg noch teurer wird – er fordert nochmal 90 Mrd. Euro, diesmal bilateral.
Der Krieg eskaliert immer mehr
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Die explodierenden Kosten des Krieges und die öffentliche Abfuhr für Merz zeigen, daß die Ukraine-Politik in schweres Fahrwasser gerät. Die EU ist jetzt schon überfordert, sie mußte für die Ukraine neue Schulden aufnehmen. Deutschland will “führen”, stößt dabei jedoch zunehmend auf Widerstand.
Gleichzeitig eskaliert der Krieg immer mehr. Und das nicht nur im Baltikum, wo ständig Drohnen niedergehen. Sondern auch im Donbass, wo ein ukrainischer Angriff ein Wohnheim verwüstet hat. Russland droht mit Vergeltung, die EU schweigt. Die Ukraine darf alles – sogar, wenn dies viele zivile Opfer fordert…
Meine two Cents: Höchste Zeit, Selenskyj zurückzupfeifen und dem ukrainischen Militär rote Linien aufzuzeigen – nicht nur im Baltikum, sondern auch im Donbass und in Russland. Doch das ist leider nicht zu erwarten. Deutschland verspricht der Ukraine nun sogar Sicherheitsgarantien und Beistandsklauseln, die uns jederzeit in den Krieg ziehen könnten…
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Was war noch?
Kein Frieden mit Trump. Die USA wollen ihre Friedensbemühungen um die Ukraine aussetzen und womöglich ganz beenden. Dies sagte US-Außenminister Rubio bei einem Nato-Treffen in Schweden. “We were the only ones both Russians and Ukrainians were willing to talk to. So we got involved. Unfortunately, it didn’t yield results. That’s the point.” – US-Präsident Trump ist derzeit vollauf mit Iran beschäftigt, wo er erneut den Befehl zum Krieg geben könnte. Die Ukraine und die EU hatten die US-Verhandlungen mit Russland immer wieder ausgebremst; die EU ist auch nicht auf Gesprächsangebote aus Moskau eingegangen…
Ein Orden für Merkel. Die Altkanzlerin wurde im Europaparlament in Straßburg mit dem neu geschaffenen Verdienstorden der EU ausgezeichnet. Damit würdige man Merkels Leistungen für die europäische Einigung, sagte Kommissionschefin von der Leyen. Die Verleihung hat ein Geschmäckle – schließlich gehörten Merkel und von der Leyen bis 2019 derselben Regierung an, zudem sind beide Mitglied der CDU. Aber auch Merkels Erbe ist umstritten. – Mehr im Blog. Siehe auch “Hat Merkel EUropa gerettet?”
Ein Deal mit Mexiko. Nach zehnjährigen Verhandlungen haben die EU und Mexiko ein modernisiertes Handels- und Kooperationsabkommen unterzeichnet. „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage ist unsere Partnerschaft wichtiger denn je“, sagte Ratspräsident Costa in Mexiko-Stadt. Mit dem Deal hebt Mexiko nahezu alle bestehenden Zölle auf EU-Einfuhren auf.
Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
Senator Graham: EUropäer trauern um den US-Kriegstreiber Nr. 1
Von der Leyen, Merz, Rutte, Metsola, Selenskyj: Die Liste der Beileidsbekundungen nach dem Tod des US-Senators Lindsey Graham liest sich wie das “Who is who” der europäischen Politik.
Keine Mehrheit für Chatkontrolle – EU winkt sie trotzdem durch
Das versteht nun wirklich keiner mehr: Obwohl es keine Mehrheit für die sog. Chatkontrolle gibt, hat das Europarlament nun den Weg frei gemacht – im Eilverfahren kurz vor der Sommerpause.
Deutschland rüstet im Rekordtempo auf, Ukraine macht Krieg zum Geschäft
Deutschland hat der Nato erneut Militärausgaben in Rekordhöhe gemeldet – und einen rekordverdächtigen Rüstungsdeal. Auch die Ukraine macht den Krieg zum Geschäft – mit Drohnen, die von der EU finanziert werden.

24. Mai 2026 @ 11:45
Zum Thema Orden und Ehrenzeichen: Von mir aus können sich die Herr- und Frauschaften gegenseitig Pfauenfedern in den Allerwertesten schieben!
Die Vergabepraxis dieser Orden und Ehrenzeichen hat diese gewandelt zu weniger als Talmi und Blech. Selbst die Faschingsorden sind von dieser Ent“wert“ung direkt betroffen. Nur noch narzisstisch Verblöndete nehmen solch eine „Ehrung“ noch an.
24. Mai 2026 @ 08:47
Melnyk ist ein ideologischer Extremist.
23. Mai 2026 @ 20:12
@ebo: Und genau das ist einer der vielen Beweise, dass die Ukraine nicht in die EU mit den Werten für die sie einmal stand gehört.
Ich möchte da jetzt keine Kausalität herbei fantasieren, aber die EU ist seit einigen Jahren auf dem Weg so zu werden, dass die Ukraine reinpasst.
dass das dann nicht mehr die EU von vielen Bürgern ist, dass das spaltet, dass das unglaubliche Ressourcen verschlingt, die den Mitgliedsstaaten an anderen (fast allen) Stellen fehlen, spielt dabei nicht die geringste Rollen.
und wenn sich die EU nur noch ein kleines Bisschen anstrengt und die unbotmäßigen Spanier hinreichend kujoniert, passt eines Tages auch so ein Staat wie Israel rein.
Eine grauenvolle Vorstellung, der ich durch altersgemäßes Ableben zu entkommen trachtete; allein die Geschwindigkeit ist so Atem beraubend…
23. Mai 2026 @ 20:32
Leider ist es so, und leider spielt Deutschland eine Hauptrolle
23. Mai 2026 @ 17:37
Frieden würde damit beginnen, wieder alle Wahrheiten gleichgewichtig im Mainstream zu verbreiten, was seit der Zeitenwende überhaupt nicht mehr der Fall ist. Es muss wieder benannt werden, dass Selenskyj ein Ausführender der rassistischen Banderaideologie ist, es muss benannt werden, dass die derzeitige israelische Regierung ebenfalls rassistisch operiert, es muss benannt werden, dass Deutschland beides überproportional unterstützt und sich damit erneut Schuld auferlegt und Ansehen in der Welt einbüßt. Es braucht dahingehend eine neue Zeitenwende, wenn die nicht kommt, kommt auch kein Frieden, sondern Krieg, auch zu uns. Russland wird nie klein beigeben, selbst auf die Gefahr des wirtschaftlichen Einbruchs hin nicht. Und die Palästinafrage kann nie gelöst werden, wenn Israel in seinem Zerstörungswahn weiter unterstützt wird. Der Westen hat noch nicht ausgeträumt, die Welt komplett beherrschen zu können. Vernunft in allen Dingen, von Energieverbrauch und -Gewinnung, über Flüchtingsangelegenheiten, Demografie, Bildung bis zur Kriegsvorbereitung hin, wäre angesagt, ist aber nicht in Sicht.
23. Mai 2026 @ 18:52
Präzise Analyse der „Zeitenwende“.
Genau so ist es.
Deutschland hat als Big Player in Europa eine besondere Verantwortung für Frieden.
Während es Schurkenstaaten unterstützt, baut es die stärkste Wehrmacht Europas.
Warum gerät dieses wunderbare Land der Dichter und Denker immer wieder auf katastrophale Abwege? Das Schicksal Europas ist nicht mit der Ukraine verbunden, sondern mit Deutschland und seiner Fähigkeit, Frieden zu gestalten. Die Fähigkeit, Krieg zu führen, kann es sich sonstwohin schieben.
23. Mai 2026 @ 19:23
“Warum gerät dieses wunderbare Land der Dichter und Denker immer wieder auf katastrophale Abwege?”
Weil es in diesem Land neben den Dichtern und Denkern eben auch viele Schurken und Henker gibt!
23. Mai 2026 @ 19:27
Melnyk hat gerade erklärt, daß er Moskau nie verzeihen wird, nicht mal in hundert Jahren. Das ist nicht der Geist, für den die EU mal stand…
23. Mai 2026 @ 22:21
Na, der Herr Melnyk wird doch wohl keine beleidigte Leberwurst sein?
23. Mai 2026 @ 16:41
Die Ukraine ist wie eine Zecke, die sich in der EU festgebissen hat. Und Zecken können bekanntlich schlimme Krankheiten übertragen – wie zB Meningitis, was zu erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen führen kann. Genau das ist hier leider bei vielen Zeitgenossen, insbesondere bei den entscheidungserheblichen, zu beobachten…
24. Mai 2026 @ 09:39
@“Die Ukraine ist wie eine Zecke“ –> Drei Preisfragen:
1. Wie alt wird eine Zecke? – 4 Jahre
2. Wie alt ist der deutsche Imperialismus und sein ‚Drang nach Osten‘? – 1000 Jahre: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschordensstaat#/media/Datei:Deutscher_Orden_1260.png
3. Wann begann die deutsche Vergöttlichung der Ukraine? – Im Ersten Weltkrieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Map_Treaty_of_Brest-Litovsk-de.svg
Der Hauptgewinn zum Weiterlesen: „Wer Kiew hat, kann Russland zwingen!“ https://kritisches-netzwerk.de/forum/wer-kiew-hat-kann-russland-zwingen
24. Mai 2026 @ 11:18
Nein, die Ukraine ist keine Zecke. Sie ist ein “stählernes Stachelschwein” (von der Leyen), das auf Russland losgelassen wird.
Und damit Schluß mit diesen unappetitlichen und unangemessenen tierischen Vergleichen, please.