Europas diplomatischer Blitzkrieg: Der Frieden kann warten
Donald Trump hatte es eilig. Bis zum Thanksgiving müsse Präsident Selenskyj in den mit Russland vereinbarten Friedensplan einwilligen, sonst würde er der Ukraine die amerikanische Unterstützung entziehen. Das Blutvergießen müsse ein Ende haben, forderte Trump.
Doch er hat die Rechnung ohne die EUropäer gemacht. In einer diplomatischen Anstrengung ohnegleichen setzten sie – noch dazu von Afrika aus – alle Hebel in Bewegung, um Trumps 28-Punkte-Plan zu korrigieren und zu revidieren. Das Ergebnis: Ein schneller Frieden ist nicht mehr in Sicht.
„Frieden in der Ukraine gibt es nicht über Nacht“, sagte Kanzler Merz nach einem EU-Sondergipfel zum Ukraine-Krieg in Angolas Hauptstadt Luanda. Man habe den Text erfolgreich überarbeitet und die von Trump gesetzte Deadline aufgeschoben. Der Frieden kann und soll warten.
Das ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen scheint es Merz nicht zu stören, daß sich die militärische, politische und finanzielle Lage in der Ukraine täglich verschlechtert. Dem Land steht der bisher härteste Kriegs-Winter bevor, im Frühjahr droht die Pleite. Doch Eile scheint nicht geboten.
Eilig haben es die EUropäer offenbar nur, wenn es darum gilt, Trump “im Boot” zu halten und die eigenen Ansprüche zu verteidigen. Dann kann alles ganz schnell gehen, dann spricht man sogar wieder die Sprache der Diplomatie. Die EU kann “es” also noch – aber nur, wenn es ans Eingemachte geht.
Und was sind nun die Essentials? Folgt man den Erklärungen der letzten Tage, so kämpft die EU nicht nur um die territoriale Integrität der Ukraine und deren “Recht” auf einen Nato-Beitritt, was angesichts der Vorgeschichte (Kosovo-Krieg, Streit um die Nato-Osterweiterung) bizarr anmutet.
Laut “Euronews” haben die EUropäer auch für die 200 Mrd. Euro schweren russischen Assets und “ihre” Sanktionen gestritten. Sie wollen die Kontrolle behalten. Verständlich – denn das ist die einzige Verhandlungsmasse, die sie in mögliche Gespräche einbringen können.
Allerdings hat die EU nicht etwa angeboten, selbst in Verhandlungen mit Russland einzutreten.
Weiterlesen hier (Paywall). Siehe auch “Warum Kallas keinen Frieden will”
Dieser Beitrag stand zuerst in unserem Newsletter. Mehr Newsletter hier. Abonnement hier (via STEADY)

Ludger
28. November 2025 @ 15:31
Beweise für diese Behauptungen?
Niko
27. November 2025 @ 22:22
würde man der Ukraine kein Geld mehr für die weitere Zerstörung ihres eigenen Landes und ihrer Jugend zur Verfügung stellen, wären die meisten finanziellen Probleme in unserem Land gelöst, die Umwelt von weiterem Schaden bewahrt und eine sicher friedlichere Zukunft möglich. Der Krieg begann durch einen von den Amis inszenierten Systemwechsel und unser Land hat sich leider vor deren Karren spannen lassen. Ich erinnere nur an die fünf Milliarden vom CIA und an das fu… ….. von der Frau Nuland.
Der Skeptiker
27. November 2025 @ 10:07
Unsere Politiker führen vorsätzlich eine Katastrophe für die europäische Bevölkerung herbei. Diese Katastrophe ist finanzieller Art, kann aber auch in einen Weltkrieg führen, indem zumindest von Deutschland nichts übrig bleibt. Die innenpolitischen Probleme werden vom “Außenkanzler” bewusst ignoriert. VdL, Scholz, Habeck und er haben die deutsche Wirtschaft in Grund und Boden gerichtet. Es ist an der Zeit, die, die durch die Wirtschaftskrise ihre Jobs verlieren, in Arbeit zu bringen und nicht dafür zu sorgen, dass Rentner ihnen die verbleibenden Jobs wegnehmen. Wir brauchen russisches Gas um überleben zu können. Als wäre eine Abhängigkeit von den USA besser. Von wegen, wenn jemand die Abhängigkeit ausnutzt, dann sind es die USA. Eine Rückkehr der Neocons ändert wirtschaftlich gar nichts. Es werden nur neue Kriege angefangen, um die amerikanische Hegemonie, die nicht haltbar ist, zu halten. Der Westen hat den Krieg in der Ukraine verloren. Wir werden dafür gemolken. Es reicht!
Dowbusch
28. November 2025 @ 08:59
Zusammenfassend spiegelt der Kommentar eine populäre These wider, die die langjährige, öffentlich bekannte US-Förderung der Zivilgesellschaft in der Ukraine als Beweis für eine amerikanische Coup-Inszenierung im Jahr 2014 interpretiert und die Quelle der Gelder auf den CIA zuspitzt. Putins Geheimdienstler organisierten die Schießerei auf dem Majdan und verschleppten den Präsidenten, als ob er sich in Gefahr befände. Damit hatten die Russen den Vorwand, um von einem gewaltsamen Machtwechsel, sprich Staatsstreich, zu reden, obwohl die Ukrainer nachfolgend komplett verfassungsgemäß vorgegangen sind.
Arthur Dent
27. November 2025 @ 09:02
Es stört ja auch niemanden, dass die politische und finanzielle Lage in Deutschland täglich bröckelt.
Erneuerung
26. November 2025 @ 19:44
Die Taktik der Europäer ist so klar wie deren Scheitern. Man spekuliert auf eine Machtübernahme der Nuland-Partei und versucht solange irgendwie durchzuhalten. Es wird scheitern, und zwar mit jeder absichtlichen Verlängerung heftiger für Europa. Mir tun unsere Kinder und Enkel leid, aber wir können nichts mehr tun. Es wird in 10 Jahren ein anderes Europa geben, mit mehr oder weniger Zivilisation.