Ukraine: Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst
Deutschland, Frankreich und mehrere andere EU-Länder (längst nicht alle) haben einen Gegenvorschlag zum US-Friedensplan für die Ukraine vorgelegt. Die Agentur Reuters hat erste Details veröffentlicht – sie lassen nichts Gutes ahnen.
Denn statt eine echte Alternative zu formulieren, arbeiten sich Kanzler Merz & Co. am doch angeblich unannehmbaren, weil allzu “russischen” 28-Punkte-Plan von US-Präsident Trump ab.
Und statt endlich selbst die Initiative zu ergreifen und mit Moskau ins Gespräch zu kommen, richten sich die diplomatischen Bemühungen wieder nur auf Washington und den MAGA-Mann.
Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst. Wobei es den EUropäern nur am Rande darum geht, Frieden in der Ukraine zu schaffen – denn dann müßten sie auch mit Kremlchef Putin reden!
Im Vordergrund der hektischen diplomatischen Bemühungen in Genf, Berlin und Brüssel steht vielmehr, Trump “an Bord” zu halten und angeblich eherne Prinzipien wie die Freiheit zum Nato-Beitritt zu verteidigen.
For now, European capitals have contented themselves with merely annotating the American-Russian outline. And US Secretary of State Marco Rubio claimed to have no knowledge of the European draft, which hardly bodes well for its authors. Quelle: Euractiv
Außerdem kämpfen die EUropäer um “ihr” Geld – die rund 200 Mrd. Euro RUSSISCHES Zentralbankvermögen, das in Belgien und anderswo festsetzt wurde – und um das ukrainische “Stachelschwein”.
Kein Witz: So hat EU-Kommissionschefin von der Leyen die ukrainische Armee bezeichnet. Sie soll mindestens 800.000 Soldaten behalten, um Russland abschrecken und EUropa “schützen” zu können.
Ganz nebenbei gilt es natürlich auch, die EU zu retten – denn wenn Trump sich durchsetzt und mit Russland ins Geschäft kommt, wäre dies für die EU-Granden nicht nur ein München 2.0. sondern ihr Waterloo…
P.S. Je mehr Änderungen die EUropäer am 28-Punkte-Plan durchsetzen, desto geringer wird die Chance auf eine Einigung mit Russland – und damit auf Frieden. Der EU geht es vor allem um Prinzipien, nicht so sehr um die Menschen…
Vorschlag der E-3 (Frankreich, Deutschland, UK) zum Trump-Plan ("statt): Kein Verzicht der Ukraine auf Mitgliedschaft in der NATO (statt Verzicht), Stärke der ukrainischen Armee bei 800.000 Soldaten in Friedenszeiten (statt 600.000), keine substantiellen Kampfverbände der NATO in…
— Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) November 23, 2025

24. November 2025 @ 23:03
Einen eigenen Plan hatten und haben sie nicht, haben aber jeden anderen Plan zerstört. Frieden ist keine Option.
24. November 2025 @ 19:43
Nach neuesten Informationen wurde der 28-Punkte-Plan von den Unterhändlern an die Öffentlichkeit lanciert, ohne dass diese ein offizielles Mandat hatten. Es sollte Russlands Reaktion ausgetestet werden. Gleichzeitig wurden Angriffe auf russische Radaranlagen weit im Hinterland geflogen, die scheiterten. Inwieweit das stimmt, kann man als Außenstehender nicht beurteilen, aber eine gewisse Logik steckt dahinter. Der UA-EU-Alternativplan ist jedenfalls definitiv für den Papierkorb, aber schön ist, dass sich die Kreigstreiber ein Wochenende um die Ohren geschlagen haben und weiter die rote Linie der UA, keine Gebietsabtretungen und Natomitgliedschaft als Grundbedingungen, verteidigen, was für den Papierkorb ist. Der ursprünglich lancierte Plan wurde als Verhandlungsgrundlage von Putin gesehen (nicht anerkannt), das, was unsere Feudalherren- und -damen erarbeiteten, ist nur ein weiterer teurer Sargnagel für Europa westlich vom Dnepr. Danke für eine weitere Steuergeldverschwendung.
24. November 2025 @ 13:19
Wie verlogen zum Teil deutsche Politiker in dieser Angelegenheit sind, zeigt sich mal wieder daran, dass man angeblich total von dem 28-Punkteplan überrascht wurde, in Wirklichkeit aber seit Anfang November Einzelheiten wusste. Solchen Leuten soll man noch vertrauen. Ihre Gegenvorschläge zeugen übrigens von totalem Realitätsverlust.
24. November 2025 @ 10:00
Der springende Punkt an der Situation ist m.E., dass zwar den Waffengang beendet, aber die übergreifende Sicherheitsfrage nicht adressiert wird. Ein irgendwie gearteter Kompromiss wird die Brutstätte für den nächsten Waffengang sein. Es ist z.B. vollkommen klar, dass sich die ukrainischen Nationalisten mit Gebietsabtretungen nicht zufrieden geben wollen. Umgekehrt wird Russland die fünf Oblaste vollständig für sich beanspruchen, die sie von verfassungswegen bereits für Teil Russlands erklärt haben. Ich kann mir zwar vorstellen, dass man in Textform einen Kompromiss findet. Wenn danach aber nicht alle relevanten Kräfte in Europa an einer dauerhaften neuen Sicherheitsarchitektur arbeiten (und zwar mit mittelfristigem Erfolg), vor deren Hintergrund die “verbleibenden Territorialfragen” aus einem “Kompromissfrieden” dann dauerhaft geregelt werden können, dürfte es wieder Krieg geben.
Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Und die USA haben genau daran auch kein Interesse, weil auf dieser Basis dann wieder Kooperation Europa/Russland denkbar wird.
24. November 2025 @ 10:13
Sehr richtig, und sehr bitter. Die EU hat die Sicherheitspolitik aus den Augen verloren. Früher war EUropa dabei mal führend…
24. November 2025 @ 09:59
@ebo (Sorry, der Sarkasmus geht durch mit mir!)
“… sie lassen nichts Gutes ahnen.” ist zu ersetzen durch: “Allein die Nachricht dass sich die €U mit … beschäftigt schließt Gutes aus!” 🙁
“… richten sich die diplomatischen Bemühungen wieder nur auf Washington und den MAGA-Mann.” Ja Hallo? Wo wir doch abhängig sind, abhängig sein wollen bis auf ewig, wo wir doch immer diesen Rock brauchen unter den wir uns flüchten wann immer wir gefordert sind, wann immer wir Verantwortungslosigkeit in extenso zelebrieren? (Anmerkung: Der 3. Böse im Bunde ist die €U, dann erst kommt China auf Platz 4)
“Sie soll mindestens 800.000 Soldaten behalten, …” 800.000 (potentielle) Mörder (nach Tucholsky) auf ~ 28,7 Mio. Staatsbürger (Wikipedia, Stand 2025), D 260.000 (geplant) auf 82 Mio.? Wtf? Ah! * Erleuchtung * Die Ukraine verteidigt ja am Hindukusch …
Nachsatz: Und die ca. 8 Mio Ukrainer die sich nach “Außerlandes” verlaufen haben, wo bleiben die?
Btw.: Wie man hört ist ein allgemeines Suchen nach Rosinen im Schoißhaufen zu Gange; deutet das vllt. doch noch auf einen Endsieg hin? Für Wen? m( (s.u. bei Guido B.)
Den Rest beschreibt @Thomas Damrau in seinem Kommentar sehr treffend. Danke dafür!
@Guido B.
“Bestenfalls kann ein dyslunktionaler Rumpftstaat übrigbleiben.” Um den sich dann die €U rührend kümmern wird? Sie wird über die Ukraine auseinanderfliegen (endlich?)! Donald John und Wladimir Wladimirowitsch werden den Endsie einfahren!
c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!
24. November 2025 @ 09:13
Die Rollenteilung scheint mir relativ klar zu sein:
— Trump testet im Augenblick aus, wie viele Kröten er der Ukraine zumuten kann.
— Die Ukraine ist eingequetscht zwischen dem kriegsmüden Trump, den delirierenden EU-Granden und einem Putin, der langsam die Daumenschrauben anzieht. Die Ukraine wird viele Kröten schlucken müssen. Im besten Fall kann Selenskyj die giftigsten vom Teller diskutieren.
— Die EU kann schon mal mit der Sammelbüchse rumgehen: Ihr wird die Rolle zufallen, das Wegräumen der Trümmer und den Wiederaufbau zu bezahlen. Das augenblickliche aufgeregte Flügelschlagen der EU-PolitikerInnen soll davon ablenken, dass niemand an der Meinung der EU interessiert ist (auch Selenskyj nicht). Trump hat eingesehen, dass die Handlungsoptionen der Ukraine gegen Null gehen und jeder ukrainische Soldat, der jetzt noch fällt, einer zu viel ist. Die EU, allen voran die unsägliche Frau Kallas, hat außer Durchhalteparolen wenig zu bieten: “Macht halt mal weiter. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder. Ein paar Tote für einen (nicht erreichbaren) gerechten Frieden müssen schon noch sein.”
Die grobe Richtung scheint klar zu sein:
— Putin wird viel bekommen, aber vermutlich nicht alles, was er sich wünscht.
— Erst werden die Friedensbedingungen definiert und dann die Kampfhandlungen eingestellt.
Gegen diese beiden Ergebnisse hat sich die EU mit Händen und Füßen vergeblich gewehrt.
Wie groß Putins Beute sein wird, werden wir in den nächsten Wochen erfahren. Bis dahin darf munter spekuliert werden und die EU kann sich weiter einreden, dass sie das Ergebnis der Verhandlungen beeinflusst hat – wie “Joe” Wadephul es heute früh im DLF-Interview auf fast schon rührende Weise versucht hat (https://www.deutschlandfunk.de/trumps-friedensplan-und-europa-interview-mit-bundesaussenminister-wadephul-100.html).
24. November 2025 @ 08:40
Die Ukraine muss untergehen. Bestenfalls kann ein dyslunktionaler Rumpftstaat übrigbleiben. Ein anderes Resultat dieses Krieges wird immer unvorstellbarer.
24. November 2025 @ 08:51
Genau das will die EU verhindern. Sie hat ihre Politik ganz auf die Ukraine eingestellt, Kiew ist das Zentrum ihres Denkens und Handelns, Selenskyj der oberste “Führer” (Leader)…
24. November 2025 @ 07:13
Ich habe den „Gegenvorschlag“ gelesen znd glaube nicht, dass er durchkommt. Aber es ist zumindest Bewegung in die Sache gekommen. Scheitern wird alles, was ohne Russland „ausgeheckt“ wird.
24. November 2025 @ 06:20
Die EUropäer verhalten sich lächerlich. Sie versuchen sich in Schadensbegrenzung und Gesichtswahrung, was m.E. nicht gelingen wird. Von dem, was alles so an die Öffentlichkeit dringt, kann man erkennen, dass es genau so läuft, wie Colonel Wilkerson es in seinem Gespräch dargelegt hat. Es laufen Verhandlungen hinter den Kulissen mindestens seit Alaska. Fachteams haben die Entwürfe erarbeitet, teilweise gemeinsam mit Russland.
Nur so geht es.
Für die EU wird es ein finanzielles Desaster und man darf nur hoffen, dass anschließend nicht nur Köpfe rollen, sondern auch rechtliche Schritte folgen werden, so sie denn überhaupt möglich sind. An der Aufnahme der Ukraine in die EU wird der Block sich verheben.
Es wird ein politisches Erdbeben in der EU geben, was sich bis in die Länder fortsetzen wird. Merz wackelt ohnehin, bei Macron und Starmer sieht es nicht anders aus.
24. November 2025 @ 06:14
Ein Waterloo ist es schon lange. Diesen Krieg haben allen voran die USA produziert. Er war seit Anfang des Jahrtausends absehbar. Dass jetzt die USA die Scherben den Europäern überlassen und lieber mit den Russen Geschäfte machen wollen (die Europa mal gemacht hat), wie anders als Waterloo soll man das bezeichnen? Stalingrad? Poltawa?