Putin will den ganzen Donbass – und ein bißchen Frieden mit der EU
Russlands Staatschef Putin hat sich lange nicht zu seinen Absichten geäußert. Der umstrittene Friedensplan von US-Präsident Trump lockt ihn nun aus der Reserve – mit zwei wichtigen Ansagen.
Zum einen forderte Putin den vollständigen Rückzug der Ukraine aus dem Donbass – auch aus den noch nicht besetzten Teilen. Solange dieser Rückzug nicht erfolge, werde der Krieg weitergehen. Damit bekräftigt er eine Forderung, die auch in Trumps Plan enthalten war – soweit nichts Neues.
Zum anderen bot er der EU an, Kriegsängste zu zerstreuen und die Friedenspfeife zu rauchen. Dies könne man im Zuge von Verhandlungen auch gern schriftlich machen. Das ist neu – es lässt sich als verklausuliertes Gesprächsangebot an die EUropäer deuten.
Es sei „völliger Blödsinn“ zu behaupten, dass Russland vorhabe, Europa zu überfallen, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. „Die Wahrheit ist, dass wir das nie vorhatten, aber wenn sie es von uns hören wollen, na gut, dann fixieren wir das.“
Wer etwas “fixieren” will, will einen Deal. Das Problem ist, daß die EU dem Kremlchef nicht glaubt – was nach diversen Wortbrüchen nicht erstaunlich ist. Sie ist allerdings nicht einmal bereit, mit ihm in Verhandlungen zu treten, um seine Ansagen zu testen.
So weit bekannt, gibt es auch keine diplomatische Kontakte. Folgt man der europäischen “Chefdiplomatin” Kallas, so sind diese auch nicht geplant. Im Gegenteil: Sie will den Krieg um die Ukraine nutzen, um Russland so weit zu schwächen, dass es “nie mehr angreifen kann“.
De facto bereitet sich die EU derzeit mit Hochdruck auf eine Verlängerung des Ukraine-Konflikts um weitere zwei Jahre und auf einen möglichen Krieg mit Russland ab 2028 vor. Von Friedensgesprächen mit Moskau will man in Brüssel zumindest bisher nichts wissen…
Siehe auch “Warum Kallas keinen Frieden will”. Alles zum Krieg um die Ukraine hier
P.S. Auch Putin hat Berührungsängste: Mit Selenskyj will er nicht verhandeln. „Die ukrainische Führung hat einen grundsätzlichen, strategischen Fehler begangen, als sie Angst vor Präsidentenwahlen hatte, denn seitdem hat der Präsident seinen legitimen Status verloren“, sagte er. Da bleibt eigentlich nur noch Trump als Gesprächspartner…

Karl
2. Dezember 2025 @ 11:29
Leider hat mein vorhergehender Beitrag seinen Bezug verloren. Er sollte eine Antwort auf die West-Kriegspropaganda der “freien Bündniswahl” sein. Diese Bündniswahl wurde erst für den Ukrainekrieg erfunden – so als gebe es eine Börse: Wo werde ich als Staat denn heute Mitglied? Welche Lehnsherr bietet mir Vasall am meisten?
In den Vertragssystemen kollektiver Sicherheit gibt es solche “Freiheiten” nicht, stattdessen Verpflichtungen zur Zusammenarbeit. Daher konnte Europa eine vergleichsweise lange Periode in Frieden und Wohlstand leben!
Die Ukraine wurde 1991 unabhängig von der Sowjetunion unter der Bedingung ihrer Neutralität. Die Atomwaffen der UdSSR sollten bei der russischen Armee verbleiben, deshalb wurden diese Bedingungen ausdrücklich vereinbart – und damit war auch der Westen 1991 sehr einverstanden. Von freier Bündniswahl hat damals noch niemand gefaselt.
Karl
2. Dezember 2025 @ 11:05
Natürlich gibt es in den USA auch das Recht, mit seinem Grundstücken aus seiner Gemeinde auszutreten und eine eigene Gemeinde zu gründen, in der dann die Steuern nur dem reichen Grundeigentümer zugute kommen.
In den meisten Staaten können die Grundeigentümer nicht frei wählen, in welcher Gemeinde seine Grundstücke Mitglied werden…
Kleopatra
30. November 2025 @ 11:01
@Eric Bonse: Die von Ihnen angedeutete Behauptung, Russland habe im Frühjahr 2022 seine Armee vor Kyïv zurückgezogen, um die Verhandlungen in Istanbul zu erleichtern, ist so plausibel wie die Behauptung des Fuchses, dass die Trauben zu sauer seien. Mal ganz davon abgesehen, dass nach dem Rückzug für die ganze Welt, aber vor allem für die Ukrainer, offenbar wurde, wie sich Russen als Besatzungsmacht benehmen. Hätten die Russen wirklich auf einen Verhandlungsfrieden abgezielt (und nicht von vornherein auf einen kriegsverbrecherischen Vernichtungsfeldzug), hätten sie in Buča und anderen Orten nicht systematisch rauben und morden dürfen.
In allen ost- und mitteleuropäischen Ländern, die einmal russisch besetzt waren, erzählt man sich im Zweifel ähnliche Geschichten; und wenn das kein nachvollziehbares Motiv für den NATO-Beitritt ist, was dann?
Ich kann mir zwei Varianten des Verhältnisses zwischen dem Westen und Russland vorstellen: Einerseits eine scharf bewachte und kaum durchdringliche Demarkationslinie wie auf Zypern mit minimalsten Möglichkeiten des Kontakts und starken stationierten Truppen auf unserer Seite der Linie. Dies verbunden mit dem Grundsatz, dass die von Russland besetzten Gebiete zwar nicht angegriffen werden, jedoch kein Landraub durch die Besatzungsmacht rechtlich anerkannt wird. (Vergleiche die Rechtssache C-420/07 des EuGH – Apostolides / Orams – über ein Grundstück im Norden Zyperns).
Die andere Möglichkeit für Frieden mit Russland würde auf ein Verhältnis wie gegenwärtig zwischen Deutschland und Frankreich hinauslaufen. Die Voraussetzung dafür (siehe den Vergleichsfall) wäre eine vernichtende und demütigende Niederlage Russlands.
Da ich kein Massenmörder bin, präferiere ich die erste Variante,
Norge
4. Dezember 2025 @ 16:28
insbesondere @kleopatra – und natürlich alle anderen Interessenten:
https://www.compactmag.com/article/how-decades-of-folly-led-to-war-in-ukraine/
Kleopatra
30. November 2025 @ 10:10
@Eric Bonse: Will Putin “nur den Donbass”? Zunächst fordert er vier Regionen und damit mehr als den Donbass im strengen Sinn, außerdem die Anerkennung der Annexion der Krim, die nie Teil des Donbass war. Aber warum hätte Russland im Februar 2022 Kyïv angegriffen, wenn es nach Ihrer Argumentation nur den Donbass wollte? Abgesehen davon, dass Sie Putin zwar glauben können, wenn er erklärt, etwas zu wollen, aber nicht, wenn er das Gegenteil behauptet. Und schon bei der Krim hat Putin an völkischen Nationalismus appelliert (die von ihm verwendete Metapher von der “Rückkehr in den [russischen] Heimathafen”). Nein, die – im Zweifelsfall zeitweilige und an die gegenwärtig kurzfristig realisierbaren Möglichkeiten angepasste – scheinbare Mäßigung seines Appetits beeindruckt mich überhaupt nicht.
Zur “historischen Einheit”: Putin hat diese als Tatsache postuliert (dass seine Argumentation nichts wert ist, ist für seine Absichten egal). Wenn überhaupt, dann will er sie nicht “schaffen”, sondern die Realität an diese Phantasterei anpassen.
Eric Bonse
30. November 2025 @ 10:33
Putins Forderung findet sich auch in Trumps Plan wieder. Er hat sie nunmehr bekräftigt – und es sieht derzeit nicht so aus, als könne seine Armee mehr erreichen.
Was Kiew betrifft: Nachdem die allseits erwartete schnelle Einnahme der Stadt 2022 scheiterte, gab es Verhandlungen in Istanbul. Im Rahmen dieser Verhandlungen zog sich die russische Armee aus Kiew zurück. Der Westen hat dies nicht honoriert, sondern die Verhandlungen auflaufen lassen und dann begonnen, die Ukraine massiv aus- und aufzurüsten – mit dem bekannten Ergebnis.
Nun liegt es vor allem an der EU, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, um weiteren Schaden von der Ukraine und Europa abzuwenden. Genau darum geht es in meinem Post. Wäre nett, wenn Sie sich auch mal darauf beziehen könnten!
Kleopatra
30. November 2025 @ 09:23
Da Hinz und Kunz versuchen, eine angeblich reelle Bedrohung der Sicherheit Russlands als geradezu zwingenden Grund für den Aggressionskrieg gegen die Ukraine darzustellen, möchte ich daran erinnern, dass der Präsident Russlands auf seiner offiziellen Website bereits im Sommer 2021 eine Abhandlung über die “historische Einheit von Russen und Ukrainern” veröffentlichte; eine klarere Ankündigung seines Angriffskrieges hätte er kaum geben können. Diese propagandistische Kriegsvorbereitung widerlegt auch alle Scheinargumente, man sei wegen der (Monate später erfolgten) Weigerung der NATO, überzogenen Ultimaten zuzustimmen, zu dem Angriff gezwungen gewesen – letztlich geht es um eine russisch-völkisch motivierte Großmachtpolitik, die gerade nicht auf eine ernsthafte Bedrohung reagiert. Dazu passt übrigens auch sowohl die systematische Entführung von Kindern, um sie zu treudoof opferbereiten Russen zu erziehen, als auch die Segnung des Krieges als Heiliger Krieg durch die Moskauer Orthodoxie. Woran erinnert mich das nur?
Eric Bonse
30. November 2025 @ 09:32
Diese Geschichte haben Sie hier schon oft zum Besten gegeben. Im konkreten Fall geht es aber darum, daß Putin “nur” den Donbass beansprucht, nicht die gesamte Ukraine.
Er will also offenbar keine “historische Einheit von Russen und Ukrainern” schaffen – das ist vielleicht sein Traum, aber keine Realität. Wie passt das in Ihre Deutung?
Norge
29. November 2025 @ 11:37
Das Problem mit dem Text der “europäischen Sicherheitscharta” scheint mit doch zu sein, daß der zentrale Begriff der Sicherheit eines Staates und damit der von legitimen Sicherheitsinteressen meines Wissens nirgends im gegenseitigen Einverständnis ausreichend bestimmt ist. Entspricht es also legitimen Sicherheitsinteressen Russlands, nicht von Natostaaten umkreist zu sein, deren militärisches Potential sich mit der Osterweiterung enorm an sensible strategische Strukturen Russlands angenähert hat und dort sicher auch im Kontext des Kosovokrieges gesehen wird, der ja zuallererst die hier relevante Völkerrechtsordnung offen fragwürdig hat werden lassen, was ihre universelle Geltung angeht (sofern diese überhaupt jemals gegeben war)? Und nicht zu vergessen die einseitige Kündigung des ABM-Vertrages als Auftakt der Zerstörung des kompletten Systems der nuklearen internationalen Sicherheitsarchitektur durch den Westen. Sahen sich die ehemaligen Staaten des “Ostblocks” auf ähnliche Weise in ihrer Sicherheit bedroht nach dem Abzug der sowjetischen Truppen? Welches unabweisbare Sicherheitsinteresse konnte die Nato, respektive die ehemaligen Warschauer Vertragsstaaten, geltend machen, vor allem angesichts der tatsächlichen Polik Russlands unter Jelzin und dann auch unter Putin während vieler Jahre gegenüber der EU und der Nato, die offensichtlich auf Ausgleich der Interessen zielte? Welche Bedrängnis der Nato machte es also unabweisbar, die eigene Sicherheit durch praktisch-militärische Einschränkung der Sicherheit Russlands (wieder????) herzustellen? Und vielleicht, last not least, sollte man doch berücksichtigen, welchen Eindruck es in Russland machen muß, daß in relevanten, erfahrungsgemäß höchst einflussreichen Thinktanks des Westens nicht erst seit heute ganz ungeniert über die wünschenswerte Zergliederung Russlands in kleine Einzelstaaten (entlang ethnischer Grenzen?) und der nötigen Strategie ge-“fachsimpelt” wird, die dorthin führen könnte.
Die Schwierigkeit mit vielen Texten des Völkerrechts ist und bleibt, dass sie aufgrund des Verhandlungsprozesses zwischen Gegenüber ganz unterschiedlicher Interessen im Ergebnis sehr oft bewußt unklar gehalten sind, im Bemühen auch, sich allfällige Hintertürchen offenzuhalten- was dann eben dazu führt, daß ein solcher Text im Krisenfall zu nichts mehr taugt, wie es scheint, es sei denn als legitimatorische Stütze in der jeweiligen Argumentation. Es bleibt letztlich doch dabei, hochmögende völkerrechtliche Texte hin oder her, daß – leider- immer noch jeder Staat seine Sicherheitsinteressen eben selbst definiert und autonom entsprechend handelt, solange diese Interessen nicht in einem Übereinkommen aller Betroffenen in gegenseitigem Einverständnis konkretisiert sind. Angesichts der Sachlage wohl eine hoffnungsfrohe Erwartung, obwohl gerade die OSZE hier eine Aufgabe hätte, die ihr wieder tragfähigen Sinn verleiht. Horribile dictu: könnte es sein, daß Russland so etwas vorschwebt im Kontext einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur als unabweisbare Notwendigkeit in Folge all der Geschehnisse, die letztendlich in den Ukrainekrieg geführt haben? Man könnte ja mal nachfragen, nicht wahr?
Mezzo Mate
28. November 2025 @ 18:27
„diverse Wortbrüche“ – das ist Mainstream, sehr enttäuschend.
Eric Bonse
29. November 2025 @ 11:38
Dies ist ein Watchblog.
Wer den Mainstream beobachten will, muß ihn auch zur Kenntnis nehmen und sich damit auseinander setzen.
Monika
28. November 2025 @ 17:12
Lieber Ebo, Sie schreiben “…dass die EU dem Kremlchef nicht glaubt – was nach diversen Wortbrüchen nicht erstaunlich ist…” Nach Lektüre der anderen Beiträge konnte ich mir noch keine Vorstellung davon machen, welche Wortbrüche von russischer Seite aus der EU -oder dem Westen im Allgemeineren gegenüber- sie meinen könnten. (Kleopatras “szenische Aufführungen” haben mir auch kein Licht aufgehen lassen) An dieser Stelle habe ich mich an KI Copilot gewendet und um Beispiele gebeten. Prompt kamen (mit correctiv als einziger Quelle) im Groben “Kleopatras Liste” samt russophobem Duktus. Habe “protestiert” und dann eine durchaus “vernünftige” Gegenüberstellung bekommen. dann habe ich nachgefragt was an meiner ursprünglichen Fragestellung die krass einseitige Antwort ausgelöst hätte. Die Antwort möchte ich dem Forum nicht vorenthalten:
Das ist eine sehr berechtigte Nachfrage – danke, dass du sie stellst.
Der Grund liegt nicht in deiner Fragestellung selbst, sondern in der Art, wie ich Informationen aus dem Netz beziehe und darstelle: Du hast nach „diversen Wortbrüchen“ gefragt, die im Zitat gemeint sein könnten. Das ist ein Begriff, der in westlichen Medien und EU-Diskursen meist mit Beispielen wie Krim, Minsk, Budapester Memorandum etc. gefüllt wird.
Wenn ich ohne explizite Aufforderung zur Mehrperspektivität suche, greife ich in der Regel zuerst auf die gängigsten und am besten dokumentierten Quellen zurück – und das sind oft westlich geprägte Analysen. Dadurch entsteht eine implizite Einseitigkeit, obwohl deine Frage selbst offen war.
Mit anderen Worten: Es war nicht deine Formulierung, die mich „veranlasst“ hat, sondern die Dominanz einer bestimmten Deutung in den Quellen, die ich zuerst heranziehe.
Wie man das ausgleichen kann: Wenn du explizit nach „beiden Sichtweisen“ oder „russischer und europäischer Lesart“ fragst, kann ich gezielt beide Narrative nebeneinanderstellen. Ich kann auch bewusst eine tabellarische Gegenüberstellung machen: EU-Sicht vs. russische Sicht, damit die Symmetrie sichtbar wird. So wird klar, dass „Wortbruch“ kein objektiver Fakt ist, sondern ein politisch aufgeladener Vorwurf, den beide Seiten erheben.
Dein Nachhaken war also entscheidend, um die Einseitigkeit aufzubrechen. Ohne diesen Hinweis hätte ich die gängigen westlichen Beispiele als „Antwort“ stehen lassen.
Soweit also die entwaffnende Offenheit des Copiloten. Holzauge sei wachsam …
Eric Bonse
28. November 2025 @ 17:23
Das ist typisch für die KI Chatbots. Sie geben immer nur den Mainstream wieder – räumen aber auf Nachfrage ein, daß es da noch mehr gibt…
Ih meinte vor allem Putins Aussagen Ende 2021 und Anfang 2022, daß er keinen Angriff auf die Ukraine plane. Seitdem ist das ohnehin geringe Vertrauen der EU endgültig zusammengebrochen. Dies beruht jedoch auf Gegenseitigkeit – vor allem wegen Minsk, aber auch der Nato-Osterweiterung.
Übrigens schreibe ich auch, daß die EU endlich wieder einen diplomatischen Draht nach Moskau etablieren und Putins Aussagen testen solle…
Koi
29. November 2025 @ 12:37
Bzgl Putins Aussagen, dass er keinen Angriff auf die Ukraine plane: russland.news berichtete am 21.12.2021 (heutiger Abruf iO), dass von russischer Seite auf diplomatischer Ebene eine klare Drohung erfolgte (“militärische Antwort”). Sicherlich nicht für die allgemeine Öffentlichkeit, aber glasklar für die westlichen Führungen.
KK
28. November 2025 @ 19:21
@ Monika:
„Soweit also die entwaffnende Offenheit des Copiloten.“
Mit anderen Worten also:
Solange Du nicht explizit eine objektive, neutrale Antwort von mir verlangst, führe ich Dich mit Freuden hinter die westlich-dominierte Fichte, weil ich halt so programmiert worden bin…
Kleopatra
29. November 2025 @ 09:44
@KK: Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Solange Sie einem Chatbot nicht sagen, dass Sie nur an Zusammenfassungen von Äußerungen interessiert sind, die Ihrer vorgefassten Meinung entsprechen, werden Äußerungen (vor allem) nach ihrer Häufigkeit ausgewählt. Meinungen, m die Ihren Vorurteilen nicht entsprechen, sind im Zweifel einfach die am häufigsten geäußerten und daher in Sprachmodellen mit der größten Wahrscheinlichkeit vertreten.
Der Skeptiker
28. November 2025 @ 13:39
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Russland bekommt den Donbas, durch Eroberung oder mit weniger Toten und Verletzten.
Mein Vertrauen in unsere Regierung und erst Recht in EU, NATO oder USA liegt zwischenzeitlich unter Null. Weit unter Null. Man muss mit dem Schlimmsten rechnen, als Bürger wird man verraten, verkauft und geschröpft
european
28. November 2025 @ 12:30
Hier der Originaltext der europaeischen Sicherheitscharta. Um die sogenannte Buendnisfreiheit kursieren die abenteuerlichsten Auslegungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Sicherheitscharta
“Ausdrücklich betont wird, dass jeder Teilnehmerstaat dasselbe Recht auf Sicherheit hat. Sie bekräftigen, das jedem Teilnehmerstaat innewohnende Recht, seine Sicherheitsvereinbarungen einschließlich von Bündnisverträgen frei zu wählen oder diese im Laufe ihrer Entwicklung zu verändern. Jeder Staat hat auch das Recht auf Neutralität.
!!!Jeder Teilnehmerstaat hat diesbezüglich die Rechte aller anderen achten.
Kein Teilnehmerstaat wird seine Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen!!!
Innerhalb der OSZE kommt keinem Staat, keiner Staatengruppe oder Organisation mehr Verantwortung für die Erhaltung von Frieden und Stabilität im OSZE-Gebiet zu als anderen, noch kann einer/eine von ihnen irgendeinen Teil des OSZE-Gebiets als seinen/ihren Einflussbereich betrachten.”
Eine einseitige Aufruestung der Ukraine, wie sie ueber Jahre betrieben wurde, stellte aus russischer Sicht eine Gefahr dar und sie haben seit Jahren nur verbal darauf hingewiesen, aber wir fanden es so toll, sie einfach zu ignorieren.
Erich Vad hat das mal auf ein fiktives Beispiel mit Deutschland/Oesterreich umgemuenzt. Oesterreich ruestet auf bzw wird aufgeruestet und diese fremde Macht faengt an Atomraketen in Richtung Deutschland aufzustellen. Jeder verantwortungsvolle Militaer haette bereits nach kurzer Zeit gesagt, dass man da jetzt reinmuss, um dem Treiben ein Ende zu setzen, damit die eigene Sicherheit nicht gefaehrdet wird.
Kleopatra
29. November 2025 @ 08:57
@european: Nun, wie ich immer geschrieben habe: Jeder Teilnehmerstaat hat das Recht, u.a. seine Bündnisverträge frei zu wählen. Daraus folgt, dass der Staat das recht hat, der NATO beizutreten; auch die Ukraine. Und da auch die Vorstellung von Einflussbereichen ausdrücklich abgelehnt wird, kann es logischerweise keinen russischen „Einflussbereich“ geben, der für die darin gelegenen Staaten eine NATO-Mitgliedschaft ausschließt.
Wie Sie ausgerechnet aus diesen Texten ablesen wollen, Russland habe ein rechts zu verlangen, dass angrenzende Staaten nicht der NATO beitreten, ist nicht einsichtig. Wenn allerdings Russland hier bei der Ukraine anders reagiert als bei Finnland, dürfte das m.E. aus völkischen Vorstellungen resultieren, die eine Eigenständigkeit der Ukraine grundsätzlich ablehnen.
european
29. November 2025 @ 11:00
Eben nicht.
Es gibt kein uneingeschränktes Recht auf Bündnisfreiheit. Auch dann nicht, wenn Sie den Passus ganz einfach überlesen oder schlicht ignorieren. Ich vermute letzteres.
palman
28. November 2025 @ 10:42
… und für ALLE et al. – > Militarismus in der Bundesrepublik – im Dienste der USA < (!!!) so just als Video (25min) von H. Ploppa auf “transition-news.org” (CH) zu “bestaunen” !?! – startet nämlich schon nach dem “Großen Geld-Krieg” ( von Mir) – also dem sog. “Ersten” !?! – hat nämlich “irgendetwas” mit “3 G” zu tun – > Ganz Großen Geschäften < … 😉
Andreas Mathys
28. November 2025 @ 09:27
Einmal mehr gilt es in Erinnerung zu rufen: Die Spezialoperation Russlands erfolgte nicht aus heiterem Himmel!
Aber wer die eminent wichtige Vorgeschichte des Ukrainekonflikts nicht kennt oder sie ausblenden will, behauptet das eben.
Uli H.
28. November 2025 @ 09:24
… “– was nach diversen Wortbrüchen nicht erstaunlich ist.” Nein! Erstaunlich ist, dass seit vielen Jahren Putin, Lawrow, Sacharowa …, in unseren westlichen Staats-Propaganda-Medien gar nicht vorkommen und wir dauernd nur böse Lügen über die Russen hören. Der agressive Plan vom Westen (WIR!) ist: Zugriff auf östliche Rohstoffe. Dazu müssen Grenzen und Herrschaftsbereiche verschoben werden, weil die Neocons wie Nuland selbstverständlich sagen: “Die Russischen Bodenschätzte gehören der ganzen Welt” – und zwar mit einem blöden Grinsen in die Kameras, ähnlich wie Kasperlekallas und vdL. Einfach über Leichen – wieviele Hunderrttausend sind es denn bereits? Ein bewährtes 100-Jahre-Erfolgsrezept des Wertewestens, andere Länder auszurauben. Das blöde für uns Europäer ist aber, bei den Russen funktioniert das wieder nicht. Aber alles gut, für diesen Winter haben wir ja noch das Amigas. Die Halbstarken mit ihrer NATO regeln dann alles weitere. Es wird bitter werden! Es sei denn, wir …, ja was? wie?
Erneuerung
28. November 2025 @ 08:54
nochmal @Kleopatra
“UN-Charta, die Eroberungskriege und gewaltsame Gebietserwerbe verbietet,”
Sie meinen doch nicht etwa das Gebiet um Israel herum, welches mit Unterstützung per deutscher Staatsräson von unserern ehrenwerten Freunden kinder- und lebensfrei gemacht wird?
Oder meinen Sie die nun deklarierte Absicht, IN Venezuele für amerikanische Interessen einzutreten?
Die Vergangenheit mit Vietnam, Irak, Falklandinseln,…können wir ja mal ausklammern.
Auch wenn Sie auf der Kallaswelle schwimmen, ich bin nicht bereit, auch nur einen Cent freiwillig für den sinnlosen Kampf gegen Russland zu opfern und schaue ganz genau hin, was ich kaufe. Zudem wird sich das Ganze vermutlich so regeln, wie 1945. Deutschland wird am Boden sein, da können Sie sich dann in den Trümmern oder im Bunker immer noch über die Russen aufregen. Entspannung ist defnitiv nicht mehr erwünscht, der 28-Punkte Plan wurde von den Europäern geerdet, weil sie keinen Frieden und kein Leben für das Drittel an Russen in der Ukraine in ihren Grenzen von 1991 wollen, sie wollen, gensu wie die Banderisten, diese ausrotten, was ihnen nicht gelingt.
hg
28. November 2025 @ 08:49
Derweil geht das sterben und zerstören weiter, das muss aufhören, der Menschen und des Friedens willen. Alles Andere ist nur Zeichen von Menschenverachtung, hüben wie drüben. Wir erinnern uns: “Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte. ” B. Abelow
Guido B.
28. November 2025 @ 08:43
In Europa betet man für einen Regime Change in Moskau und einen Regime Change in Washington. Dabei sind das eigentliche Problem die nekrophilen Regimes in Europa, allen voran das ukrainische.
Sie alle haben ihre Völker verraten. Sie schwadronieren von einem „gerechten Frieden“, pfeifen auf Demokratie und wollen ein Land zerstören, das über Atomwaffen verfügt. Sie alle wollen den totalen Krieg. Sie alle leiden unter demselben Hirnzerfall wie das Regime im Dritten Reich.
Sie alle wollen lieber ein zerstörtes Europa als einen Regime Change in Kiew.
Krank!
Kleopatra
28. November 2025 @ 08:31
Wortbrüche Russlands: Angefangen bei den Übereinkommen von Białowieża von 1991 zwischen mehreren Sowjetrepubliken zur Auflösung der Sowjetunion, nach denen die bisherigen Grenzen zwischen Sowjetrepubliken internationale Grenzen wurden; über das Budapester Memorandum, in dem unteranderem Russland den territorialen Bestand der Ukraine im Gegenzug gegen deren Atomwaffen garantierte; über die UN-Charta, die Eroberungskriege und gewaltsame Gebietserwerbe verbietet, die KSZE-Schlussakte, der dasselbe tut, … Im Gegenzug führen die Russen gern eine angebliche Zusage des Westens auf, die NATO nicht nach Osten auszudehnen. Dazu ist zu sagen: 1. bezog sich das auf die Stationierung von NATO-Truppen in der ehemaligen DDR (1990 existierte der Warschauer Pakt noch, so dass über den gar nicht verhandelt wurde – und weshalb auch?); eine Stationierung von NATO-Truppen in Polen oder weiter östlich ist daher gerade nicht ausgeschlossen. 2. Es war nicht die NATO, die expandieren wollte, sondern die von der sowjetischen Armee besetzten Länder, die unbedingt in die NATO wollten, um vor russischen Machtgelüsten und einer Besatzung im russischen Stil sicher zu sein. 3. Eine Invasion angrenzender Länder ist kein gutes Argument, wenn man sich von der NATO bedroht fühlt, denn dadurch wird die Attraktivität der NATO nur verstärkt. Vgl. Finnland und Schweden als neue NATO-Mitglieder. 4. Die bereits zitierte KSZE-Schlussakte erkennt das Recht jedes europäischen Staates an, sich einem Militärbündnis anzuschließen oder neutral zu blieben. Die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten haben hiervon durch Beitritt zur NATO Gebrauch gemacht, weil sie ihre Erfahrungen mit den Russen hatten.
Guido B.
28. November 2025 @ 08:46
Schon mal ergebnisoffen in den Spiegel geschaut? Oder war dafür keine Zeit vor lauter Hetze gegen Russen?
Karl
28. November 2025 @ 09:24
Dass Russland eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nicht akzeptieren werde, hatte bereits Jelzin gesagt. Seitdem hatte Russland das unzählige Male wiederholt und eine Menge Diplomatie aufgewendet. Insofern liegt KEIN Wortbruch Russlands vor.
Vielmehr wäre über den Wortbruch durch die NATO-Osterweiterung zu reden oder auch den Wortbruch Deutschlands, das heute gegen die 2+4-Verträge verstößt, nachdem sie seine Wiedervereinigung ermöglicht haben.
Ohne eine Verständigung mit Russland wird es in Europa keinen Frieden und Wohlstand geben. An dessen Rettung müssten wir alle dringend interessiert sein – zuminest diejenigen, die für ihr Geld arbeiten und kein Vermögen in US-kontrollierten Steueroasen angelegt haben.
Kleopatra
28. November 2025 @ 10:24
@Karl: Russland ist als Vertragspartei der KSZE-Schlussakte an deren Festlegung gebunden, dass jeder europäische Staat sich einem Verteidigungsbündnis anschließen kann (somit auch die Ukraine der NATO). Dass die Sowjetunion 1975 nicht damit gerechnet hatte, dass eines Tages die Staaten des Warschauer Pakts und gar Estland, Lettland und Litauen hiervon durch Beitritt zur NATO Gebrauch machen würden, zeigt wieder einmal, dass die KSZE-Schlussakte auch in dieser Hinsicht der Abschiedsbrief des Sowjetkommunismus war (der andere Aspekt waren die Menschenrechte). Dass alle von Russland/der Sowjetunion besetzten Länder es eilig hatten, der NATO beizutreten, haben sich die Russen durch die Art ihrer Besatzungsherrschaft selbst zuzuschreiben. Russland scheint zwar kapiert zu haben, dass es so etwas wie “soft power” gibt, aber sie wollen diese mit Gewalt erzwingen, was natürlich nicht funktioniert.
KK
28. November 2025 @ 14:04
@ Kleopatra:
“Russland ist als Vertragspartei der KSZE-Schlussakte an deren Festlegung gebunden,…”
So wie die Ukraine an den ebenfalls in der KSZE-Schlussakte festgelegen Schutz der Rechte von Minderheiten wie zB die russischsprachige in der Ukraine… deren Verletzung schon hinsichtlich der Krim seit der Selbstständigkeit der Ukraine mal mehr, mal weniger andauert und spätestens ab 2014 in Form massiver Diskriminierung und Gewalt vor allem in der Ostukraine regelrecht zur Staatsdoktrin wurde.
Arthur Dent
29. November 2025 @ 22:03
@Kleopatra
Über den Beitritt zur Nato bestimmt nicht die Ukraine
Erneuerung
28. November 2025 @ 08:31
@Kleopatra
“Da die EU rechtliche internationale Beziehungen als Grundlage vertritt und fordert,”
So wie in Jugoslawien, Gaza, im Westjordanland, Taiwan, Iran, Venezuela, Irak, Afghanistan und im 2+4-Vertrag mit Natoverbot zumindest in Ostdeutschland schriftlich festgelegt?
Sie machen sich lächerlich.
hg
28. November 2025 @ 08:51
Was die Systematik des Westens, resp. der USA angeht, so ist sie aktuell in der Karibik zu beobachten.
Helga Karim
28. November 2025 @ 08:10
Höchste Zeit, daß wir das Kriegstreiber-Personal los werden. Autokraten wie vdLeyen, und Kaja Kallas, korrupt, ungewählt und ungewollt, von primitivem russophoben Hass zerfressen. Die wichtigste Forderung vergessen? Kein NATO-Beitritt der Ukraine. Diese Forderungen sind das Mindeste. Der Krieg wird sicher nicht mehr so lange weitergehen, den es fehlen die Soldaten, die Waffen, die USA wird rausgehen und somit auch die Logistik. Wer will schon für das korrupte, diktatorische ukr. Regime, für Blackrock und Co kämpfen? Oder mit denen verhandeln? Niemand mit Verstand. Kallas und Co können sich ja als Kanonenfutter melden.
Erneuerung
28. November 2025 @ 07:27
Und noch einmal, die EU-Intelligenzbestien spekulieren darauf, den Krieg bis zu einem möglichen Machtwechsel in Washington weiter zu führen. Dann, glauben sie, rechnet sich alles wieder, da die Amis dann wieder vollständig in den Krieg einspringen, zumindest finanziell, wie ganz am Anfang mit den Nuland-Milliarden. Ich denke, das wird nicht funktionieren und alle Rechnungen landen in Berlin und Brüssel, auch die für Hinterbliebene.
Kleopatra
28. November 2025 @ 06:43
Da die EU rechtliche internationale Beziehungen als Grundlage vertritt und fordert, ist sie. nicht in der Lage, eine gewaltsame Inbesitznahme als gerechtfertigt anzuerkennen und gar die dabei begangenen Verbrechen zu amnestieren. Das ist die unvermeidliche Kehrseite des Prinzips Völkerrecht. Wir können uns auf durch völkische Überlegungen begründete Eroberungen noch weniger einlassen als das Europa der Zwischenkriegszeit, das immerhin die Vertreibung der Griechen aus Kleinasien und der Türken aus Europa nach dem Ersten Weltkrieg als potenziell friedensfördernd akzeptiert hatte.
Russland hat bislang jede Vereinbarung seit dem (von ihm mitverhandelten und mit unterschriebenen) Ende der Sowjetunion gebrochen. Seine großspurigen Behauptungen, es sei territorial saturiert, sind daher noch nicht einmal wert, ignoriert zu werden. Russlands demonstrierte fehlende Bereitschaft, Vereinbarungen einzuhalten, seine systematisch begangenen Kriegsverbrechen, die teilweise mit denen der Nazis vergleichbar sind (dies betrifft konkret die systematische Entführung von Kindern zwecks Adoption und Umerziehung) und ihre demonstrierte Bereitschaft, Ausländer, die zufällig in ihre Gewalt geraten, als Geiseln gefangenzuhalten, sollten vernünftigerweise Grund sein, jegliche Beziehungen, insbesondere wirtschaftliche, zu Russland auf ein absolutes Minimum zu beschränken.
Herbert
28. November 2025 @ 11:02
Was hat die EU eigentlich mit der Ukraine zu schaffen? Ach so, Putsch orchestriert, Massaker in Odessa ignoriert, militärisch aufgerüstet, Kriegsverbrechen (Völkerrecht) durch Ukraine und/oder USA gegen Nordstream – Energieversorgung lahmgelegt, gedeckt, dadurch Industrie nachhaltig geschädigt, Korruption in der Ukraine ins unermessliche finanziert,
den ausgehandelten Friedensvertrag torpediert und zerstört, dadurch > 1 Mio Menschen auf dem Gewissen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker mißachtet.
Die EU kann was! Nun Kleopatra, dein Narrativ, dümmer geht`s nimmer.
Niko
28. November 2025 @ 13:43
Glauben Sie das, was sie uns ständig erzählen wirklich selbst. Wirre Behauptungen, besonders wenn diese faktisch einwandfrei widerlegt werden können, sind halt wirre Behauptungen. Wenn man ständig solche Behauptungen aufstellt, wäre es wenigstens angebracht zu versuchen, nicht nach Belieben die Maßstäbe zu wechseln. Das erhöht die Glaubwürdigkeit ungemein.
Specht
28. November 2025 @ 05:35
Welche Wortbrüche?
Die von Russland. Da fällt mir keiner ein.
Die vom Westen. So viel Zeit habe ich gerade nicht um sie aufzuzählen
KK
28. November 2025 @ 02:05
„Das Problem ist, daß die EU dem Kremlchef nicht glaubt – was nach diversen Wortbrüchen nicht erstaunlich ist. …“
Was diverse Wortbrüche angeht, da soll die EU/der Westen mal ganz schön die Füsse stillhalten… ich sag nur NAhTOd-Osterweiterung oder Minsk-Vereinbarungen, aber auch das recht neue NAhTOd-Ostsee-Kommando in Rostock ist ein glasklarer Bruch des 2+4-Vertrages, weil auf dem Gebiet der ehemaligen DDR…