Korruption: Nun rückt Selenskyjs Stabschef Jermak in den Fokus

Der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, Jermak, wurde schon lange der Korruption verdächtigt. Trotz laufender Ermittlungen durfte er in der vergangenen Woche an den Beratungen zum umstrittenen Friedensplan für die Ukraine in Genf teilnehmen. Nun haben Korruptionsermittler sein Büro und seine Wohnung in Kiew durchsucht.

Die Durchsuchungen seien genehmigt und stünden im Zusammenhang mit einer nicht näher bezeichneten Untersuchung, teilten das Nationale Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (Nabu) und die Spezialisierte Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (Sapo) mit.

Anfang des Monats hatten beide Behörden eine weitreichende Untersuchung zu einem mutmaßlichen Schmiergeldsystem beim staatlichen Atomenergiekonzern Energoatom aufgedeckt – es ging um rund 87 Millionen Euro.

Abgeordnete der Opposition und einige Mitglieder von Selenskyjs eigener Partei Diener des Volkes hatten daraufhin Jermaks Entlassung gefordert.

Selenskyj stellte sich jedoch hinter seinen Stabschef. Nun dürfte der Präsident selbst in die Schusslinie geraten – und das kurz vor einer geplanten Reise zu US-Präsident Trump in Washington.

Das ist auch pikant für die EU, denn sie stützt ihre gesamte Ukraine-Politik auf Selenskyj und Jermak. Zudem zahlt sie immer wieder Milliarden-Hilfen an Kiew aus – trotz des krassen Korruptions-Verdachts…

Siehe auch Neuer Korruptionsskandal – Selenskyj unter Druck. Mehr News aus der Ukraine hier

P.S. Die EU-Kommission sieht auch noch in diesem Skandal das Positive: Die Durchsuchungen zeigten, daß die Anti-Korruptions-Behörden in der Ukraine gut arbeiteten. That’s all 🙂