Der “European Way of War”, teurer Sieg in Moldau – und Chip, Chip adé?

Die Watchlist EUropa vom 30. September 2025 – Heute mit News und Updates zum EU-Sondergipfel in Kopenhagen, zur Wahl in Moldau und zur Krise der europäischen Mikrochip-Produktion.

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Die EU hatte schon ‘mal einen Kommissar für den “European way of life“. Nun entwickelt sie den “European way of war”.

Nein, das ist keine böswillige Erfindung von mir. Das haben sich die Sicherheitsexperten C. Major und Ch. Mölling ausgedacht. “Europa braucht jetzt einen eigenen ‘Way of War'”, schreiben sie im “Spiegel“. Denn auf die USA könne man sich ja nicht mehr verlassen.

Wie dieser “europäische Krieg” aussehen kann, das wollen die Staats- und Regierungschefs bei einem Sondergipfel am 1.10. in Kopenhagen diskutieren. “Verteidigung und Ukraine” – darum dreht sich das informelle Treffen.

Soldaten beim EU-Gipfel

Für das passende Dekor ist schon gesorgt: Wegen Drohnen-Alarms (oder waren es doch UFOs?) schicken mehrere EU-Länder militärische Ausrüstung, darunter auch die Fregatte “Hamburg” der Bundeswehr.

Die Soldaten sollen den Gipfel vor Russland beschützen, das sich seinerseits von EUropa bedroht sieht.

„Nato und EU haben meinem Land den Krieg erklärt“, klagt Außenminister Lawrow. Mehrere russische Gesprächs-Angebote mit dem Ziel, die dubiosen Vorfälle im Luftraum über EUropa aufzuklären, seien ausgeschlagen worden.

Erstaunlich ist das nicht. Die EU setzt im Verhältnis zu Russland längst nicht mehr auf Gespräche und Diplomatie, sondern auf Waffen und Krieg – und der könnte, nach dem Scheitern der US-Vermittlung, noch lange dauern.

Noch drei Jahre Krieg?

In Kopenhagen gehe es darum, die “Durchhaltefähigkeit der Ukraine für die nächsten zwei bis drei Jahre” zu sichern, sagt ein Insider. Dazu soll ein 140 Mrd.-Euro-Kredit beitragen, den die EU aus russischem Vermögen finanzieren will.

Das Geld sei ein “Game changer”, heißt es in Berlin– Kanzler Merz will auch hier die “Führung” übernehmen. Die Milliarden sollen für Waffen verwendet werden und Russland zeigen, wer den längeren Atem hat – nämlich die EU.

Und an welche Waffen ist gedacht? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Während der ukrainische Präsident Selenskyj droht, den Kreml und andere russische Regierungsgebäude anzugreifen, schlug der Chef der größten EU-Partei, M. Weber (CSU), vor, mal eben die U-Bahn in Moskau lahmzulegen.

“Es ist unser Krieg”

Widerspruch bekam Weber nicht, umso mehr Zuspruch. „Dieser Krieg ist auch unser Krieg“, sagte der polnische Regierungschef Tusk in Warschau. Russlands Angriffskrieg verfolge das Ziel, andere Völker zu unterwerfen.

Dagegen müsse man sich wehren – mit allen Mitteln. Allerdings kommt auch der “European way of war” nicht ganz ohne amerikanische Waffen aus.

Rechtzeitig zum EU-Gipfel brachte Selenskyj den Einsatz von Tomahawk-Marschflugkörpern ins Gespräch. US-Vizepräsident JD Vance schlug vor, daß die EUropäer sie von den USA kaufen und an Kiew weitergeben könnten.

Wenn die weitreichenden Raketen dann in Moskau einschlagen, werden es nicht die USA gewesen sein, sondern Deutschland oder ein anderer europäischer Sponsor. Auch der russische Gegenschlag dürfte dann die EUropäer treffen.

Wenn das der “European way of war” sein soll, dann nehmen wir am besten alle ganz schnell Reißaus…

Siehe auch “Der Sieg der Hardliner” (Newsletter)

P.S. Die EU-Kommission will ihren “Drohnenwall” mit Offensivfähigkeiten ausstatten. Auch wenn dies noch Zukunftsmusik ist – es zeigt doch, dass es längst nicht mehr nur um Verteidigung geht…

News & Updates

  • Teurer Sieg in Moldau. Die proeuropäische Partei PAS hat die Wahl in Moldau mit massiver Unterstützung der EU gewonnen. Brüssel jubelt – nun sei der Weg nach Europa frei. Doch der Beitritt wird teuer. Die EU hat dem armen kleinen Land (2,4 Mio. Einwohner) allein für die Vorbereitung 1,8 Mrd. Euro zugesagt! – Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands wären das über 50 Mrd. Euro – eine irre Summe. Und dabei reden wir noch nicht einmal von der Mitgliedschaft in der EU und den Folgekosten. Moldau ist das ärmste Land Europas, beim EU-Beitritt würde es (wie die Ukraine) sofort zum Nettoempfänger. Und der größte Nettozahler wäre – Sie wissen schon
  • Die Umwelt leidet. Europa stehe vor einer dramatischen Verschlechterung von Natur und Lebensräumen, warnt die Europäische Umweltagentur in einem neuen Bericht. Gut 80 Prozent der geschützten Lebensräume befänden sich in einer schlechten oder sehr schlechten Verfassung. Bei 60 bis 70 Prozent der Böden hat sich der Zustand verschlechtert und 62 Prozent der Gewässer sind in keinem guten ökologischen Zustand. – Und das trotz “Green Deal”…
  • Iran wendet sich von EU ab. Nachdem alle Versuche gescheitert waren, das Atomabkommen zu retten, hat die EU ihre Iran-Sanktionen wieder in Kraft gesetzt. Teheran reagierte mit dem Abzug der Botschafter aus Deutschland, Frankreich und UK – diese drei Länder hatten die Iran-Gespräche geführt. – Damit ist EUropa raus – das Schicksal des Iran liegt nun in den Händen der USA und Israels, die Kriegsgefahr wächst wieder.

Das Letzte

Chip, Chip adé? Die EU will eine eigene Mikrochip-Produktion aufbauen. Doch nachdem der US-Hersteller Intel im Juli den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg abgesagt hat, macht sich Ernüchterung breit. Deutschland und viele andere EU-Staaten zweifeln plötzlich an den hochfliegenden Zielen. Es sei „unrealistisch“, dass der europäische Marktanteil am globalen Mikrochip-Markt bis 2030 auf 20 Prozent wächst, heißt es in einem Positionspapier, das in Brüssel präsentiert wurde. Für Deutschland haben Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) und Forschungsministerin Bär (CSU) unterschrieben. Die Intel-Pläne hatte der Grüne Habeck eingefädelt – und gleich zehn Milliarden Euro an Förderung versprochen. Selbst diese irre Summe hat nicht geholfen…

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