Brexit: Merkel und Varadkar wollen May entgegenkommen

Verliert Kanzlerin Merkel im Brexit-Poker die Nerven? Auf diese Idee könnte man kommen, wenn man liest, wie die BBC über ein Telefonat zwischen Merkel und dem irischen Premier Varadkar berichtet. 

Das Gespräch am Donnerstag war laut BBC auf Merkels Wunsch zustande gekommen. Und es ging keineswegs – wie die deutschen Medien melden – nur um mögliche Millionenhilfen für Irland bei einem “harten Brexit”.

Nein, es ging auch und vor allem um die Frage, wie man der britischen Premierministerin May helfen könne, den umstrittenen EU-Deal doch noch durchs britische Unterhaus zu bringen. Zitat:

“It was an opportunity to brain storm a bit as to what we could do to assist Prime Minister May in securing ratification of the withdrawal agreement,” Mr Varadkar said of his conversation with Mrs Merkel.

Das ist bemerkenswert. Denn noch beim EU-Gipfel im Dezember war Varadkar als Hardliner aufgetreten. Und Merkel hatte jedes Entgegenkommen abgelehnt. Nun scheint sie genau das zu suchen.

Erstaunlich wäre das nicht. Schließlich hat Deutschland – nach Irland – am meisten zu verlieren, wenn es zum ungeordneten Brexit kommt. Deshalb muss sich Merkel auch am meisten Sorgen machen.

Gleichzeitig war Varadkar bisher am härtesten aufgetreten – denn er wollte eine “harte Grenze” zwischen Irland und Nordirland um (fast) jeden Preis vermeiden. Da wäre es logisch, dass Merkel mit ihm einen Deal sucht…

Offiziell geht es zwar noch nicht darum, den EU-Deal wieder aufzumachen. Doch auch das könnte sich ändern…

Siehe auch “Brexit: Der starke Mann heißt Varadkar”

 
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