Die wahren Verlierer (II)

Der Negativ-Trend für Europas Sozialdemokraten setzt sich fort. Nun ist auch die SPD auf der Verliererstraße – in NRW fuhr Kanzlerkandidat Schulz die dritte Niederlage in Folge ein. 

Tja, das war’s dann wohl. Nach Österreich, Holland und Frankreich sind nun auch die Sozis in Deutschland abgestürzt. Die Sozialdemokratie in Europa liegt am Boden, die Rechte triumphiert.

In NRW waren nicht etwa CDU und FDP die größten Gewinner, wie die Anhänger von Kanzlerin Merkel behaupten. Den größten Stimmenzuwachs verzeichnet die AfD. Auch damit liegt NRW im Trend.

Denn in ganz Europa gewinnen die Populisten und EU-Gegner hinzu. Dass das NRW-Wahlergebnis erstmal vor allem Kanzlerin Merkel den Rücken stärkt, ist nur ein schwacher “Trost”.

Schließlich ist ihre Politik ja mit verantwortlich für den Erdrutsch. Die NRW-Wahl war nicht etwa ein Votum für eine “liberale Flüchtlingspolitik”, wie Merkels Fans meinen. Ganz im Gegenteil.

Denn es sind ja wohl die unbewältigten Folgen der Merkel’schen Flüchtlingspolitik, die Kraft den Rücken gebrochen haben. Köln, Amri, die No-Go-Areas: all das rächt sich nun – an den Sozis!

Auf EU-Ebene ist es übrigens ganz ähnlich. Dort sind die Syriza-Griechen die größten Verlierer der Merkel’schen Politik – sie sitzen jetzt auf Zehntausenden Flüchtlingen fest.

Bei den nächsten Wahlen in Athen profitiert die Rechte von dem Chaos – wetten, dass?

Siehe auch “Die wahren Verlierer (I)”

 

 

 

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14 Responses to Die wahren Verlierer (II)

  1. Peter Nemschak 15. Mai 2017 at 08:49 #

    Was ist so verwerflich an einem rechtsliberalen Programm? Für die Mehrheit steht innere Sicherheit oben auf der Prioritätenliste. Wirtschaftlich gibt es keinen Grund an den derzeitigen Verhältnissen zu rütteln. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer. Außer mehr Staat und umverteilen haben die Linken wirtschaftspolitisch wenig anzubieten. Sie sind grundsätzlich leistungs- und wettbewerbsfeindlich, was in unserer stark individualisierten Gesellschaft wenig attraktiv ist. Das Thema soziale Aufwärtsmobilität und wie diese konkret zu verbessern ist, scheinen sie ausgeklammert zu haben. Das Feindbild Neoliberalismus spielt im Bewusstsein der Menschen die gleich unwichtige Rolle wie der Kommunismus. Beide sind nicht das vordringliche Problem in der heutigen Welt.

    • Werner G 15. Mai 2017 at 10:13 #

      Nemschak: Beide sind nicht das vordringliche Problem in der heutigen Welt.
      in Ihrer Welt… die reale Welt dreht sich jedoch weiter, schon gemerkt?

      • Peter Nemschak 15. Mai 2017 at 13:50 #

        Sie haben recht. Die Globalisierung der Wertschöpfungsketten lässt sich nicht rückgängig machen ebenso wenig wie die technologische arbeitssparende Entwicklung. Glaubwürdige Konzepte, wie mit diesen Entwicklungen umgegangen werden kann, sind die Linken bisher schuldig geblieben. Statt ein modernes Arbeitsrecht zu entwickeln, wird hartnäckig an alten Vorstellungen festgehalten. Statt Flexibilisierung pauschal abzulehnen sollten im Gegenzug Arbeitnehmerrechte gestärkt werden (Recht auf Bildungskarenz, Recht auf Teilzeit, Verbot von all-in Verträgen bei niedrigen Einkommen, Mindestlohn etc.). Mit dem Kampfwort neoliberal und Fundamentalopposition zur Marktwirtschaft lockt man immer weniger Menschen hinter dem Ofen hervor.

      • ebo 15. Mai 2017 at 13:54 #

        In NRW waren keine Linken an der Macht, sondern rechte Sozialdemokraten, die jede Zusammenarbeit mit DER LINKEN ausgeschlossen haben.

      • Oudejans 15. Mai 2017 at 15:03 #

        >>”In NRW waren keine Linken an der Macht, sondern rechte Sozialdemokraten,…”

        Ralf Jäger ein Rechter? Aha? Und wußte der Mann davon, daß er an der Macht war?

        In NRW war schon lange niemand mehr an der Macht, organisierte Verantwortungslosigkeit, Schäfchen im Trockenen bei den Oberen und galoppierender agonischer Fatalismus bei den Subjekten.

    • Dixie Chique 15. Mai 2017 at 12:12 #

      „Sie sind grundsätzlich leistungs- und wettbewerbsfeindlich, was in unserer stark individualisierten Gesellschaft wenig attraktiv ist.“ Hört, hört.
      Unserer? Ich distanziere mich ausdrücklich von Ihrer Sicht auf „unsere“ Gesellschaft.
      In meiner Welt, z.B., kommen die Wörter „Leistung“ und „Wettbewerb“ nur zur Beschreibung von Maschineneigenschaften, respektive im Sport vor. Ansonsten überhaupt nicht. „Attraktiv“ sollen vielleicht die Grinsevisagen sein, die mich von den überall herumhängenden, holtzbrinckschen Parship-Plakaten zu überreden versuchen, meinen Partner vielleicht doch noch gegen ein neueres Modell auszutauschen. Ansonsten ist es ein durch und durch abgenudeltes Adjektiv. Kommen Sie endlich runter von Ihrer Insel ohne Ausblick, und folgen Sie nicht länger den Sprachschablonen der sich in Schlamm und Kot festgefahrenen PR-Ideologen. Wünsche Ihnen weite Horizonte und viel „soziale Aufwärtsmobilität“. Aber seien Sie nicht enttäuscht wenn Schäuble auf Ihre Ambitionen scheißt.
      Worte können eigentlich so schön sein. Die Welt könnte tatsächlich so schön sein..

      • Peter Nemschak 16. Mai 2017 at 08:52 #

        Niemand zwingt Sie, Ihre Partnerschaft zu kommerzialisieren. Lassen Sie doch den Menschen größtmögliche Entscheidungsfreiheit. Voraussetzung dafür ist Bildung und Urteilsfähigkeit. Dessenungeachtet wird Rationales und Irrationales stets gemeinsam vorkommen. Zwangsbeglückung sollte tunlichst vermieden werden.

  2. Oudejans 15. Mai 2017 at 11:53 #

    >>”abgestürzt”

    Dijsselbloem hätte sich über 31% nebenan wohl gefreut.

    Ich würde NRW ohne Zögern der Krone andienen.


  3. Dixie Chique 15. Mai 2017 at 12:58 #

    @ebo
    Mag sein, daß die Morgenröte beim nächsten Mal ein zwei zerquetschte Prozent hinzugewinnt, vielleicht bis dahin auch ein paar weitere rechte Parteien neugegründet werden, Ihre Wette werden Sie wohl trotzdem nicht gewinnen. Wenn man eines über “die Griechen” sagen kann, dann ist es, daß sie, zumindest was “rechts” betrifft, ziemlich illusionsbefreit sind.
    Statt Unkenrufen aus dem ausländischen/europäischen Off wäre m.E. die aktive journalistische Unterstützung der “echten” Syriza angebrachter. Also des starken, jungen Ex-“Grassroot”-Teils der Bewegung, der die Partei schon im August 2015 längst und nahezu geschlossen verlassen hatte, sowie derer, die damals ihren Hut nehmen mußten aber weiterhin aktiv und mit gehörig “balls” APO machen. Die sind nämlich nicht alle plötzlich politisch heimatlos. Allerdings sind sie – surprise ! – verdächtig unsichtbar.

  4. Winston 16. Mai 2017 at 10:52 #

    Linke Politik ist innerhalb der Euro-Zone nicht möglich.

    • Dixie Chique 16. Mai 2017 at 13:30 #

      Tja. Und nun?

      • Oudejans 16. Mai 2017 at 15:12 #

        Machen wir eben rechte.

      • Winston 16. Mai 2017 at 19:17 #

        Oudejans
        Das ist bereits Fakt.
        Man schaue sich nur mal den Sozialdemokrat Dijsselbloem an. Was hat ein Sozialdemokrat in der Trojka zu suchen ?
        Man schaue sich auch Tsipras an. Tsipras ist nicht nur Links sondern Extrem Links. Ist Tsipras Politik Links ? Demnächst steht ne weitere Kürzung der Pensionen an.
        Sagt man ja zum Euro, muss man auch ja sagen zu Sozialabbau und Lohnabbau.
        Die Linken unterstützen ein Abgrundtiefes Neo Liberales Projekt. die Linke träumt von einer Transferunion, das ist ein Traum und während sie Träumen fallen die Krisenländer immer mehr und tiefer ins Desaster. Nehmen wir an man entscheidet sich für eine Transferunion, schätze dies würde Deutschland ca. 300 Mrd. jährlich kosten. Es wird dann folgendes passieren, Merkels CDU würde über Nacht massiv einbrechen, auf der anderen Seite würde die AfD vermutlich stärkste politische Kraft in Deutschland. Ohne Transfers funktioniert ein Währungsraum nicht.

  5. hintermbusch 16. Mai 2017 at 15:01 #

    “Die NRW-Wahl war nicht etwa ein Votum für eine “liberale Flüchtlingspolitik”, wie Merkels Fans meinen.”
    Merkel hat ihren Willkommens-Trick jetzt bald zuende gespielt: sie hat die SPD als Schmieresteher für ihren Coup engagiert und sich dann davongeschlichen. In NRW haben ihre Parteifreunde Laschet und Bosbach anschließend “Wir fühlen uns hier nicht mehr sicher!” plakatieren lassen. Ganz schön hinterlistig!
    Damit dieser Bluff funktioniert, braucht es allerdings Sozialdemokraten, die ihn nicht verstehen (wollen) und deshalb auch nicht aufrufen können.Ganz schön armselig!

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