Linke Mehrheit in Portugal

Der Mainstream hat zu fr√ľh gejubelt. Portugal hat nicht etwa die “Regierung wiedergew√§hlt”, wie es SPON & Co. vermelden. Im Eurokrisen-Land gibt es vielmehr erstmals eine linke Mehrheit!

Die¬†Partei von Premier Coelho holte zwar die meisten Stimmen, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. F√ľr ihn ist es daher ein Pyrrhussieg; seine bisherige Koalition kann nicht mehr allein regieren.

Demgegen√ľber kommen Sozialisten, der Syriza-√§hnliche “Linksblock'” und die gr√ľnroten Kommunisten zusammen auf 50,9 Prozent. Damit stellen sie auch die Mehrheit der Abgeordneten.

Von einer Best√§tigung des harten Austerit√§tskurses, wie es vor allem deutsche Medien pr√§sentieren, kann also keine Rede sein. Eher schon von einem Denkzettel f√ľr die Troika und ihre Follower…

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6 Responses to Linke Mehrheit in Portugal

  1. Nemschak 5. Oktober 2015 at 10:36 #

    Ob diese linke Mehrheit eine Regierung zusammenbringt, wird man sehen. Ebenso wird sich zeigen, ob sie ein glaubw√ľrdiges Alternativprogramm hat, das die EU zu finanzieren bereit ist. Portugal wie auch andere L√§nder im S√ľden brauchen ein sinnvolles Reindustrialisierungsprogramm (Dienstleistungen inklusive) mit attraktiven Rahmenbedingungen f√ľr private Investoren. Portugal hat ein √§hnliches Klima wie Kalifornien, aber kein Silicon Valley. Warum? Mentalit√§ten und soziale Verhaltensweisen zu √§ndern wird nicht einfach sein. Weniger Sparen – das Allheilumverteilungsmittel der Linken – allein wird nichts √§ndern: also doch Strukturreformen.

    • ebo 5. Oktober 2015 at 11:28 #

      Nehmen Sie doch erst einmal zur Kenntnis, dass die Rechtsb√ľrgerlichen Austerit√§ts-Fanatiker keine Mehrheit mehr haben. Die feuchten Tr√§ume der Troika sind nicht aufgegangen!

      • Nemschak 5. Oktober 2015 at 12:12 #

        Auch die Troika lernt aus ihren Erfahrungen und ist √§hnlich wie der vielgeschm√§hte Kapitalismus anpassungsf√§hig. Bei den Linken habe ich einen Lernprozess bisher nicht wahrnehmen k√∂nnen. Warum sind sie weltweit am R√ľckzug und in den entwickelten L√§ndern gegen√ľber den Rechtspopulisten ins Hintertreffen geraten?

  2. Andreas 5. Oktober 2015 at 10:54 #

    @Nemschak: l√§cherlich, Struktur-“Reformen”. In Deutschland oder in Portugal?! Portugal braucht eine sinnvolle Gestaltung der W√§hrungsunion, siehe Lohnst√ľckkosten. F√ľr den Anfang w√§re das alles… Da niemand aus dem Machtblock ausbrechen kann, wird derselbige also als Ganzes implodieren… Das m√ľsste intelligenten Konservativen doch klar werden… Ansonsten geht es weiter mit dem Exodus…

    • Nemschak 5. Oktober 2015 at 11:14 #

      Ihre Vorschl√§ge sind r√ľckschrittlich. Industrien mit niedriger Wertsch√∂pfung (Beispiel: Billigtextilien) sind l√§ngst nach Asien abgewandert und im europ√§ischen S√ľden nicht durch h√∂herwertige Alternativen ersetzt worden. Das k√∂nnen sie innerhalb der EU durch ge√§nderte Lohnst√ľckkosten nicht korrigieren. Von bevorstehender Implosion der Eurozone kann doch wohl nicht die Rede sein. Die leichte Wirtschaftserholung in Portugal hat der dortigen Linken nicht zum erhofften Erdrutschsieg verholfen. Sie werden im Norden keine Mehrheit daf√ľr bekommen, dass der S√ľden zum dauerhaften Umverteilungsempf√§nger in der EU gemacht wird. Das sind linke Tr√§ume. Die Unzufriedenen im Norden wenden sich eher den Rechtspopulisten, die mit transnationaler Umverteilung wenig am Hut haben, als den Linken zu.

  3. GS 5. Oktober 2015 at 22:07 #

    @ebo
    Siehe Punkt 2 und 3 meines Beitrags in Deinem anderen Portugal-Artikel. Keine Ahnung, warum Du Dir die Hände so reibst.

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