Wird UK zum zweiten Irland?

Mit Steuerparadiesen kennt sich Großbritannien aus, viele ehemalige Kronkolonien praktizieren Dumping. Doch nun könnte auch das Königreich selbst in einen unfairen Wettbewerb eintreten.

Finanzminister Osborne kündigte in der “Financial Times” an, die Steuerbelastung der Unternehmen von derzeit 20 Prozent unter 15 Prozent zu senken. Das Ziel sei eine “super wettbewerbsfähige Wirtschaft”.

Als Vorbild dient offenbar Irland, wo der Steuersatz bei 12,5 Prozent liegt. Allerdings ist Irland im Euro, UK nicht. Und viele große US-konzerne sind schon in Dublin.

Osbornes Ankündigung ist denn wohl vor allem ein Zeichen der Nervosität – der Noch-Minister fürchtet, dass Firmen reihenweise abwandern könnten. Um das zu verhindern, ist ihm wohl jedes Mittel recht.

Dies wiederum sollte der EU zu denken geben. Vor ihrer Nase könnte ein Steuerparadies entstehen, dass alle Ansätze einer gemeinsamen Steuerpolitik konterkariert und die Preise drückt.

Jetzt rächt es sich, dass die Eurogruppe darauf verzichtet hat, Irland die Leviten zu lesen, als es – wegen der selbst verschuldeten Bankenkrise – noch am Tropf der Institutionen hing…

 

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