Warum sich VdL von Trump abzocken läßt – und was sie an der “Front” macht
Die Watchlist EUropa vom 30. August 2025 – heute mit der Wochenchronik.
Am Ende war es nur noch eine Randnotiz: Die EU-Kommission hat mit der Umsetzung des Trump-Deals begonnen und die Abschaffung der EU-Zölle für Industriegüter aus den USA eingeleitet. Und das, obwohl Trump schon wieder neue Zoll- und Sanktions-Drohungen ausstößt.
Jede “normale” Regierung würde die Umsetzung sofort aufschieben und ihrerseits mit Vergeltung drohen. Nicht so die EU-Kommission. Sie lässt sich immer wieder von Trump erpressen und abzocken – doch warum nur? Zumindest im Handel ist Europa den USA überlegen.
Warum man sich trotzdem unterwirft, hat nun die deutsche Kommissionsbeamte S. Weyand ausgeplaudert. Die Generaldirektorin für “Handel und wirtschaftliche Sicherheit” (sic) räumt ein, dass es gar keine echten Verhandlungen mit der US-Administration gegeben hat.
„Es gab keinen Austausch von Forderungen oder Angeboten“, sagte Weyand. “Die europäische Seite stand unter massivem Druck, eine schnelle Lösung zu finden, um die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren – vor allem im Hinblick auf die Sicherheitsgarantien“.
Der Handel wurde geopfert
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Damit bestätigt Weyand, was wir von Anfang an vermutet haben: Der Handel und die angeblich heiligen WTO-Regeln wurden geopfert, um die USA um jeden Preis an der Seite der Ukraine und der EU zu halten – also aus Angst vor Russland und vor allem vor Trump.
Politik und Medien nehmen dies einfach so hin. Wegen ihrer militärischen Schwäche hätten die Europäer keine andere Wahl, als sich Trump zu fügen – auch wenn dies die “wirtschaftliche Sicherheit” untergräbt, behauptet M. Weber, Chef der größten Parlamentsfraktion.
Doch das ist grundfalsch. Erstmal haben Verteidigung und Handel nichts miteinander zu tun. Die EU-Kommission macht Handelspolitik, keine Sicherheitspolitik. Kommissionschefin von der Leyen hat alles miteinander vermengt und offensichtlich ihren Job verfehlt.
Der eigenen Paranoia erlegen
Zweitens ist es die Ukraine nicht wert, dafür die europäische Wirtschaft zu opfern. Und die These, ohne Trump und die USA würde Russland in die EU einfallen, entbehrt jeder sachlichen Begründung. Die EU-Spitzen sind Opfer ihrer eigenen Paranoia geworden!
Wenn man aber schon alles miteinander verquickt und die Ukraine bzw. “die Sicherheit” über den Handel und die Wirtschaft stellt – warum macht man es dann nicht richtig? Erst Sicherheitsgarantien, dann ein Handelsdeal – das wäre durchaus möglich gewesen.
Doch dafür hätte man “Hardball” spielen müssen. Die EUropäer hingegen sind als Bittsteller aufgetreten. Damit haben sie Trumps Abzocke überhaupt erst möglich gemacht. Nun macht er weiter Druck – und könnte sich dennoch aus der Ukraine zurückziehen…
Siehe auch Cruel Summer – Wie die EU von Trump erniedrigt wurde
Was war noch?
- Von der Leyen an der Ostfront. Die Kommissionspräsidentin spricht neuerdings von “europäischen Frontstaaten” (EU’s frontline states) und beginnt, militärische Einrichtungen an der Grenze zu Russland zu inspizieren. Beim ersten Besuch in Lettland nannte sie Kremlchef Putin ein “Raubtier”, das Europa mit einem “hybriden Krieg” bedrohe. Zudem verkündete sie, dass 19 EU-Staaten am neuen, schuldenfinanzierten Aufrüstungsprogramm SAFE Interesse zeigen – der Kreditrahmen von 150 Mrd. Euro sei ausgeschöpft. – Dass das EU-Parlament gegen SAFE klagt, weil es übergangen wurde, sagte sie nicht…
- Deutschland, Frankreich und UK drohen Iran. Obwohl Israel und die USA die iranischen Atomanlagen zerbombt haben, fordern die EUropäer weitere Inspektionen. Um Druck zu machen, haben Deutschland, Frankreich und das UK einen Sanktions-Mechanismus ausgelöst – mit womöglich fatalen Folgen. – Mehr im Blog
- Merz und Macron beschwören Neustart. “Der deutsch-französische Motor ist wieder angesprungen”, sagte Kanzler Merz nach einem Treffen bei Toulon. Auch Frankreichs Präsident Macron betonte eine neue Nähe. In wichtigen Fragen wie Gaza liegen beide jedoch weiter über kreuz. Und dann ist da noch die Krise in Paris…
- Außenminister kämpfen gegen Uneinigkeit und Irrelevanz. Ob Sicherheitsgarantien für die Ukraine oder Sanktionsforderungen gegen Israel – vor einem Treffen der Außenminister bleibt die Europäische Union Antworten schuldig. – Mein Bericht für die “taz”
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31. August 2025 @ 11:18
„Es gab keinen Austausch von Forderungen oder Angeboten“, sagte Weyand. “Die europäische Seite stand unter massivem Druck, eine schnelle Lösung zu finden, um die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren – vor allem im Hinblick auf die Sicherheitsgarantien“. Das kommt von der Paranoia „Ohne die USA steht Putin morgen in Lissabon!“ (in der Ukraine … ungeheure Verluste … egal!). Das kann man nus als trumpesk bezeichnen.
c.c.: Der Clown muss ignoriert werden – schickt die Amis nach Hause!
31. August 2025 @ 07:20
„Zweitens ist es die Ukraine nicht wert, dafür die europäische Wirtschaft zu opfern.“
Unsere machthabenden Psychopathen opfern für die Ukraine noch ganz andere Dinge als die Wirtschaft: die Meinungsfreiheit, die Demokratie, den Frieden und in naher Zukunft auch ihre Bürger und deren Söhne.
31. August 2025 @ 06:32
Das Bild zum Tage: „Suizidplan“ — https://www.instagram.com/p/DNoknhmsavs/
30. August 2025 @ 22:05
Merkwürdig: vor Russland hatte ich immer Achtung und nie Angst, wohl aber vor den USA
31. August 2025 @ 00:04
Ja, bei einigen hat die Propaganda offensichtlich versagt 😉
30. August 2025 @ 19:41
Ich lach mir einen Ast:
Wadephul hat beim EU-Aussenministertreffen die deutsche Weigerung, Israel wegen der „katastrophalen Lage in Gaza“ [O-Ton tagesschau.de] zu sankionieren, damit begründet, dass die geplanten Massnahmen keinen Einfluss auf das Kriegsgeschehen hätten.
Also so wie die bislang 18 (in Worten: eineinhalb Dutzend!) Sanktionspakete gegen Russland, wo Deutschland gerade das 19. mit schnürt!
Herr, lass Hirn regnen – wenigstens gerade so viel, damit die Damen und Herren Regierenden das, was sie sagen, als den Stuss erkennen, der er ist!
30. August 2025 @ 19:21
Ginge vdL doch an die heisse Ostfront in das von ihr so heiss geliebte „Grenzland“; dort bestünde wenigstens die Chance, dass sie nicht mehr zurück käme…
30. August 2025 @ 15:40
“Die europäische Seite stand unter massivem Druck, eine schnelle Lösung zu finden, um die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren – vor allem im Hinblick auf die Sicherheitsgarantien“
Im Ernst? Die Sicherheitsgarantien, die man der Ukraine im Fall eines Waffenstillstandes angedeihen lassen will? Sollte das gemeint sein, ist die Kommission noch deutlich dümmer als gedacht. Denn weder einen Waffenstillstand noch Sicherheitsgarantien von Nato-Staaten dürfte Russland akzeptieren, ist deren Verhinderung (in Form des Nato-Beitritts) doch der maßgebliche Kriegsgrund. Damit hätte am Ende die EU dem „Handelsdiktat“ zugestimmt, damit der Krieg auch garantiert weitergeht.
30. August 2025 @ 21:26
„Damit hätte am Ende die EU dem „Handelsdiktat“ zugestimmt, damit der Krieg auch garantiert weitergeht.“
Ja.
30. August 2025 @ 13:20
In einer echten Demokratie hat man immer Alternativen, Herr Weber.
Die EU hat aus Angst vor dem Tod Selbstmord begangen. Als Wirtschaftsgemeinschaft ist sie vollkommen überflüssig. Jedes einzelne Land kann bessere bilaterale Abkommen abschließen. (Die EU erinnert mich an die Piraten, die immer selbst ihr Schiff versenken, sobald sie die Gallier erblicken).
30. August 2025 @ 19:30
„(Die EU erinnert mich an die Piraten, die immer selbst ihr Schiff versenken, sobald sie die Gallier erblicken)“
Nur bei der EU ist es so, dass die Kapitänin selbst nicht mit untergehen wird – die hat ihre Schäfchen längst im Trockenen… und letztlich wurde sie ja auch erst durch einen Schrumpfgallier überhaupt zur Kapitänin gemacht, denn sonst müsste kein Mensch heute auch nur einen Gedanken an ihr Regime verschwenden.