Trump hat keinen Plan – und EUropa bremst ihn aus
Der EU-Ukraine-Gipfel mit US-Präsident Trump in Washington ist besser gelaufen, als befürchtet. Alle Teilnehmer bemühten sich um konstruktive und diplomatische Gespräche. Doch ein Friedensplan war nicht zu erkennen – dafür gab es neue, ungelöste Probleme.
Hier die wichtigsten Ergebnisse des Treffens, zu dem die EUropäer als “Begleitschutz” für den ukrainischen Kriegsherrn Selenskyj gereist waren:
- Trump hat keinen eigenen Friedensplan. Den MAGA-Mann interessiert offenbar nur, die diplomatischen Lorbeeren einzuheimsen (Friedensnobelpreis!) und die Kriegsgewinne einzufahren. In der Ukraine und in der EU hat er das schon geschafft, mit Russland kommt er früher oder später sicher auch noch ins Geschäft…
- Die EUropäer haben auch keinen Plan, im Gegenteil: Sie stehen weiter auf der Bremse. Mit ihrer Forderung nach einem Waffenstillstand vor Verhandlungen sabotieren sie die (dürftigen) Ergebnisse des Alaska-Gipfels. Zudem versuchen sie, die Nato durch die Hintertür in die Ukraine zu bringen – über “Artikel-fünf-ähnliche Garantien”.
- Allerdings sieht Artikel fünf des Nato-Vertrags gar keine (militärischen) Garantien vor. Die sog. Bündnisverpflichtung ist vage und unverbindlich; zudem ist sie an den Uno-Sicherheitsrat gebunden. Dort würde Russland ein Vetorecht bekommen – was Putin offenbar bereits einkalkuliert.
- Kontraproduktiv ist auch die Forderung nach einer militärischen Präsenz, womöglich sogar einer US-amerikanischen. Russland lehnt dies kategorisch ab, auch Trump war bisher strikt dagegen. Die EUropäer wollen ihn offenbar mit Milliardenversprechen “kaufen” – doch das macht es nicht besser. Im Gegenteil: es vertieft die Abhängigkeit von den USA.
- Völlig ungeklärt sind die territorialen Fragen. Hier stellt sich Selenskyj quer, die EUropäer unterstützen ihn. Das von vielen erwartete Machtwort von Trump ist jedoch ausgeblieben. Statt sich mit Selenskyj anzulegen, will er lieber einen Zweiergipfel mit Putin organisieren. Ob der mitspielt, ist unklar – die Reaktionen aus Moskau sprechen eher dagegen.
Wie es nun weitergeht, ist unklar.
In Brüssel jagt ein Krisentreffen das nächste – die von Frankreich und UK geführte “Koalition der Willigen” will ebenso mitreden wie der (längst irrelevante) Europäische Rat.
Dabei zeichnet sich schon jetzt Streit über die Entsendung von Truppen in die Ukraine ab. Deutschland will nun offenbar auch mitmachen, doch Polen und Italien ziehen nicht mit…
Außerdem rangeln Kanzler Merz, Präsident Macron und Premier Starmer um die “Führung” in der Ukraine-Politik. Dabei buhlen sie um die Hardliner in Nord- und Osteuropa.
Nicht zu Frieden bereit
Alles in allem keine gute Voraussetzungen – die EUropäer sind offenbar immer noch nicht zum Frieden bereit. Immerhin hat Trump ihnen den Weg der Diplomatie gewiesen.
Doch den entscheidenden Schritt – selbst mit Putin zu reden und eine neue europäische Friedensordnung mit Russland zu suchen – sind Merz, Macron & Co. noch nicht gegangen.
Im Gegenteil: Macron warnte vor einem vorschnellen Friedensvertrag und nannte Putin “ein Raubtier, ein Ungeheuer vor unseren Toren“. Mit so einem Monster schließt man keinen Frieden, oder?
Siehe auch Stunden der Wahrheit für die Ukraine – und die EU. Alles zum Krieg um die Ukraine hier

19. August 2025 @ 19:06
Ich fürchte, Frieden wird es erst geben, wenn Putin am Dnepr und über den Weg Odessa in Transnistrien steht. Bis dahin verfolgen die eingesetzten westeuropäischen Führer und die Mistgabel-(OUN-) nahen Osteuropäer ihre Agenda, russische Zivilisten und russisches Militär aus der Ostukraine zu vertreiben oder zu töten, wie seit 2014. Um das realisieren zu können, werden dann alle Werteschaffenden im Herrschaftsbereich von vdL in den Krieg geschickt und deren Arbeit den Rentnern aufgebrummt. Ein früheres Ableben ist dabei sehr gewünscht, das entlastet die Rentenkassen. Man hat sich verrant und möchte es nicht zugeben, also rennt man weiter in die falsche Richtung, bis eine Betonwand kommt und den einen oder anderen Zweibeiner auf den Boden der Realität holt.
19. August 2025 @ 23:47
Wohl eher unter den Boden der Realität…
19. August 2025 @ 16:32
Wenn Trump das “von vielen erwartete Machtwort” gegenüber Elendsky gesprochen hätte, dann wäre der Gipfel unharmonisch verlaufen, wie von “vielen gefürchtet”. Man kann eben nicht alles haben, aber in den nächsten
Wochen kann sich der Wanderzirkus wenigstens liebevoll weiter zerlegen.
19. August 2025 @ 16:13
Ich sehe weder dass z. B. ein Starmer oder Macron und schon garnicht der Merz einfach in Moskau anrufen werden noch dass Putin mit diesen verbohrten Kriegstreibern und Ideologen sprechen wollte! Eher könnte ich mir noch vorstellen das „Mussoloni“ (alias Meloni) oder gar Erdogan in die Bresche springen! Für ideal aber unwahrscheinlich hielte ich ein pro aktiveres Engagement Chinas und der versammelten BRICS+ nicht nur in Sachen Diplomatie sondern evtl. auch wenn es z. B. um „boots on the ground“ gehen sollte!
19. August 2025 @ 15:53
“die EUropäer sind offenbar immer noch nicht zum Frieden bereit”
Frieden? Wozu? Es krepieren ja keine Edelmenschen. Und die Kosten gehen zulasten des Fußvolkes, welches das Murren längst verlernt hat. Solange Urlaub auf Malle geht, spielen die Abermilliarden für einen ewigen Krieg an der Peripherie keine Rolle.
19. August 2025 @ 17:06
“Es krepieren ja keine Edelmenschen.”
“Edelmenschen” aka die Eliten, die über Krieg und Frieden befinden, krepieren in modernen Kriegen nicht mehr. Das mag in der Antike und bis vor ein paar hundert Jahren noch gelegentlich der Fall (im wahrsten Wortsinn des sog. “Fallens”) gewesen sein, aber das haben die Mächtigen in unseren sog. Demokratien sich längst abgewöhnt…
Wie soll einst Hermann Göring während der Nürnberger Prozesse noch gesagt haben? “Wenigstens zwölf Jahre gut gelebt!”
19. August 2025 @ 15:25
Wadephul wollte keine Soldaten entsenden, Merz denkt darüber nach, eigentlich zuständig wäre der Verteidigungsminister und für Auslandseinsätze braucht es einen Parlamentsbeschluss. Deutschland hätte schon lange Soldaten entsenden können, man wäre dann im Krieg mit Russland gewesen. Wird jetzt nicht anders sein. Wieviele Soldaten kann Deutschland denn als “Friedenstruppe” entsenden?
19. August 2025 @ 16:58
“…eigentlich zuständig wäre der Verteidigungsminister…”
Nein, einzig und allein zuständig ist bei der Bundeswehr als “Parlamentsarmee” das Parlament!
19. August 2025 @ 14:30
Was daran „besser als befürchtet„ sein soll, leuchtet mir nicht ein. Es war allenfalls gesichtswahrend für die Europäer. Konsequenterweise hätte Trump sie rauswerfen müssen bei Erwähnung des Waffenstillstands als Voraussetzung für direkte Verhandlungen. Die penetrante Forderung nach Sicherheitsgarantien zeigt jedenfalls überdeutlich, dass die Ukraine und ihre europäischen Helfer einen echten Frieden nicht wollen, denn der bräuchte keine Militärgarantien.
Meine optimistische Lesart ist, dass Putin und Trump „unter Erwachsenen“ die imperialen Linien ziehen und nach Außen hin bewusst Verwirrung stiften, um für den Einigungsprozess Zeit und Spielraum zu gewinnen. Für wahrscheinlicher halte ich die pessimistische Annahme, dass zwar Putin das gerne so hätte, Trump dafür aber zu sprunghaft ist.
19. August 2025 @ 16:09
Naja, ein offener Familienstreit wäre schlecht gewesen. Man hatte ja schon wieder das Alptraum-Szenario von Februar beschworen, wo Trump Selenskyj zusammengestaucht hatte. Im Vergleich dazu ist es besser gelaufen. Alle haben so getan, als hätten sie sich gaaaanz lieb 🙂