Der Ukraine laufen die Soldaten weg – Merz beschwert sich bei Selenskyj
Kanzler Merz hat sich bei Präsident Selenskyj darüber beschwert, daß immer mehr junge Männer nach Deutschland flüchten. Der Ukraine laufen die Soldaten weg – in einem bisher unbekannten Ausmaß.
Die deutsche Ukraine-Politik wird immer absurder. Trotz eines massiven Korruptionsskandals, der auch das Umfeld von Präsident Selenskyj trifft, stockt die Bundesregierung ihre Hilfe für Kiew nochmals auf – ohne Konditionen.
Kurz danach beschwert sich Merz bei Selenskyj. Statt nach Deutschland zu flüchten, sollten junge Männer aus der Ukraine „den Dienst in ihrem Land versehen“. Er habe den Präsidenten „darum gebeten, dafür zu sorgen“, sagte Merz.
Die Rüge hat einen ernsten Hintergrund. Zum einen ist die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge nach Deutschland und in die EU in den letzten Wochen massiv angestiegen. Sie flüchten vor dem Krieg – und der Entsendung an die Front.
“Die Mehrheit der Ukrainer ist nicht bereit zu kämpfen”
Zum anderen hat die ukrainische Armee zunehmend Probleme, genügend Soldaten zu rekrutieren. Nach einem Bericht der “Ukrainska Pravda” haben sich nicht weniger als sechs Millionen Ukrainer dem Dienst entzogen.
Das sei die große Mehrheit der 10-12 Millionen Wehrpflichtigen, die zur Waffen gerufen werden können. “The majority of Ukrainian men are not ready to fight for the state in what’s framed as a “national” defense.”
Wenn das stimmt, dann haben wir hier nicht nur ein Problem damit, daß die jungen Männer nach Deutschland abrücken. Es geht auch darum, daß eine Mehrheit nicht mehr bereit ist, ihr Land zu verteidigen!
Merz verkennt die Lage, wenn er fordert, die Ukrainer müssten “den Dienst in ihrem Land versehen”, und Deutschland könne dabei mit Geld und Waffen helfen. Die Lage ist viel ernster – die Menschen wollen nicht mehr!
Mehr zum Krieg um die Ukraine hier
P.S. Der Kanzler sprach seine Rüge übrigens just an dem Tag aus, da seine Regierung die Wehrpflicht in Deutschland reaktiviert. Während immer mehr junge Ukrainer vor dem Krieg flüchten, will er die jungen Deutschen “kriegstüchtig” machen – wegen des Kriegs um die Ukraine…

european
16. November 2025 @ 15:05
Patrik Baab führte ganz aktuell ein durch und durch sachliches und sehr hörenswertes Gespräch mit Kai-Achim Schönbach, der auf Betreiben von Annalena Baerbock aus dem Militärdienst entlassen wurde.
Statt diesen bereits verlorenen Krieg immer weiter zu eskalieren, sollten unsere führenden Politiker hier sehr genau zuhören und den fachlich fundierten Rat des Militärexperten annehmen.
https://youtu.be/F7oaA-6yruo
Thomas Damrau
15. November 2025 @ 13:52
Ich vermute, auch dieses Mal steht der Führerbunker in Berlin – mit Zweigstelle in Brüssel. Dort werden ukrainische Fantomarmeen auf der Karte verschoben. Ich kann mich gut erinnern, wie vor einigen Wochen plötzlich wieder von der Rückeroberung der Krim geträumt wurde, nachdem Trump in seinem Ärger über die Widerborstigkeit Putins über die Schwäche der russischen Armee gespottet hatte.
Das verkannte Grundproblem: Hurra-Patriotismus war ein Phänomen des 19. und 20. Jahrhunderts. Zuvor hatte in den meisten Weltregionen der Großteil der Bevölkerung wenig Bock, sich für den jeweiligen Feudalherrn den Kopf einschlagen zu lassen. Und im 21. Jahrhundert leben wir in einer hochindividualisierten Gesellschaft: There’s No Such Thing as Society – wie die Säulenheilige des Neoliberalismus, Margaret Thatcher, es verkündet hat.
So gesehen hat sich der Neoliberalismus selbst ins Knie geschossen: Wo es keine Gesellschaft gibt, gibt es auch keinen Anlass, die nicht vorhandene Gesellschaft zu verteidigen. Und so denken offensichtlich immer mehr Ukrainer: Koffer packen und Pursuit of Happiness in einem anderen Land verfolgen.
Mal sehen, wie groß die Begeisterung für die Kriegstüchtigkeit unter den deutschen Jugendlichen sein wird, wenn der Wehrdienst nicht nur eine theoretische Überlegung ist …
Niko
15. November 2025 @ 11:45
Ich kann nur jedem raten, sich von Leuten wie Merz und Selenskyj oder den sonst bekannten Kriegstreibern wie Kiesewetter und Co. nicht in Not und Elend schicken zu lassen. Sollen diese Leute doch selber an die Front. Bei Merz hätte das sogar noch den Vorteil, dass er bei uns nicht weiter unsoziale Ideen umsetzen kann.
Helmut Höft
15. November 2025 @ 10:44
Joachim-Friedrich Martin Josef kann doch fliegen! Wieso sitzt der nicht in einer F-16 und verteidigt €uropa gegen diesen furchtbaren Feind, gegen die Orks aus dem Osten, gegen Putin?
KK
15. November 2025 @ 12:03
Na, hinten gesessen in einem Kampfflugzeug auf einem Flug für sehr viel Steuergeld hatte er ja schon einmal, wenn ich mich recht entsinne… jetzt könnten wir ja mal was sehen für unser Geld 😉
Helmut Höft
15. November 2025 @ 10:37
“Dulce et decorum est pro patria mori” ist nicht mehr ganz so in wie zu Römers Zeiten – man würde ja auch sein Streichelfon zu sehr vermissen. 😉
Mehr zu “… laufen die Soldaten weg” … äh, zu “Dulce et decorum” hat der englische Dichter Wilfred Owen zu Papier gebracht: https://de.wikipedia.org/wiki/Dulce_et_Decorum_est_(Gedicht)
In Benjamin Brittens “War Requiem” https://de.wikipedia.org/wiki/War_Requiem sind vom Komponisten 9 Gedichte verarbeitet. Für Kriegstreiber (* grrrh *) lohnt sich die Beschäftigung mit den englischen Kriegsdichtern des WK I, die waten knietief “in den Kriegsergebnissen”.
„My subject is War, and the pity of War.
The Poetry is in the pity…
All a poet can do today is warn.“
Wem sich bei diesem Stück nicht die Nackenhaare aufstellen ist “bulletproof”, kann sich direkt in der Ukraine melden. https://www.youtube.com/watch?v=U6w80aWRH34
Derweilen wird schon mal in der Karibik aufgerüstet – “China ist doch zu groß, schnappen wir uns Venezuela!”
Karl L. Müller
15. November 2025 @ 10:34
Zur Korruption: Siehe Gespräch von Sonar21 -Larry Johnson mit Daniel Davis: lohnend – da geht es um über 40 Mrd.! Dollar
Monika
15. November 2025 @ 09:40
…Es geht auch darum, daß eine Mehrheit nicht mehr bereit ist, ihr Land zu verteidigen!
Woher nimmt Merz eigentlich seine Zuversicht, dass “seine Bürger*innen” bereit wären, sich in einem Krieg als “patridiotisches” Kanonenfutter zur Verfügung stellen?
“Verfügen” kann er viel, die Menschen werden ihm nicht Folge leisten. Als es beim großen Test nur um eine Impfung gegangen ist, war das vielleicht noch anders. Wenn aber das Leben dermaßen auf’s Spiel gesetzt wird, wie bei einem “Kriegseinsatz für alle”, könnte es für die Herrschaften persönlich eng werden. Nicht jeder Kriegsgegner schwört der auch der Notwehr ab, vielleicht müssen dann Kriegstreiber über einen besseren persönlichen Schutz nachdenken…
KK
15. November 2025 @ 12:05
Das Blöde ist, dass der Staat das Gewaltmonopol hat… wie das funktionieren kann, sieht man ja seit 2022 an den Zwangsrekrutierungen in der Ukraine.
hg
15. November 2025 @ 08:52
Ihnen geht wohl so langsam ein Licht auf!? “ Ein Soldat, der anfängt zu denken, ist keiner mehr.“ Heinrich Böll
Karl
15. November 2025 @ 09:07
touché
Helmut Höft
15. November 2025 @ 10:46
@hg
Danke für das Knaller-Zitat! Geht in meine Sammlung!
Guido B.
14. November 2025 @ 17:58
Die westlichen Politiker und ihre Lautsprecher werden nicht müde zu betonen, dass die Ukraine die Freiheit Europas verteidige.
Merz fiel schon einmal mit der Bemerkung auf, dass Israels Armee die Drecksarbeit für uns alle mache, wenn sie den Iran und den Gazastreifen bombardiert.
Der Christdemokrat Merz, ein glühender Verfechter der westlichen Freiheit und Demokratie, möchte also lieber Nichtdeutsche für die deutsche Freiheit krepieren lassen. Er will ukrainisches Blut für Deutsche vergiessen. So lange, bis keins mehr da ist.
Ist diese Haltung christlich?
Ist sie solidarisch?
Ist sie demokratisch?
Und was für ein Mensch ist ein Präsident, der seine zwangsrekrutierten Landsleute für die Freiheit der europäischen Regierungen in den Tod schickt und dafür Geld nimmt?
Zynische Unmenschen, einer wie der andere.
KK
14. November 2025 @ 15:36
“Kurz danach beschwert sich Merz bei Selenskyj.”
Etwa mit den Worten:
“Niiieeemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten…”?
hg
15. November 2025 @ 08:51
..Freiheit verteidigen”; das hatte schon in Afghanistan nicht verfangen!
jjkoeln
15. November 2025 @ 12:49
Es geht nicht um die “deutsche Freiheit”. Es geht um die Freiheit der deutschen Oligarchie, Gewinne zu machen.
KK
16. November 2025 @ 01:36
Ich meinte natürlich einen “antifaschistischen Schutzwall” 😉
Michael
14. November 2025 @ 14:08
Wäre ja auch hochnotpeinlichst gewesen wenn sich Merz bei Selenskyj über Korruption beschwert hätte! Schließlich geht es um deutsches Steuergeld welches da in dunklen Kanälen verschwindet und hätte erst recht nicht zur jüngsten Erhöhung dieser Zahlungen gepasst! Und im Rahmen Merz‘scher Bemühungen um Kriegstreiberei und Eskalation hätte es auch unpassend gewirkt ebenso wie die Einsicht dass die Ukrainer inzwischen kriegsmüde sind!
Eric Bonse
14. November 2025 @ 14:09
Doch über Korruption hat er sich auch beschwert. Aber gleichzeitig mehr Geld nach Kiew geschickt 🙂
Michael
14. November 2025 @ 17:05
Notiert. Man dankt. Absolution erteile ich Merz trotzdem nicht solange er die Zahlungen nicht einstellt!
european
14. November 2025 @ 14:05
Recht haben sie. Sie sollten alle ihre Waffen wegwerfen und laufen, so schnell sie können. Hört nicht auf Merz und Selenskyj. Rennt!!!
Es ist ja nicht mal mehr “ihr” Land. Das wurde im Rahmen geopolitischer Spielchen meistbietend verhökert. Es gehört ihnen nicht mehr. Dafür sollen sie entweder jetzt ihr Leben lassen oder aber später als Billigstlöhner für Großkonzerne Rendite “erwirtschaften”.
Für Merz gibt es Frieden auf jedem Friedhof. Mir wird für immer unverständlich bleiben, wie man so jemandem seine Stimme gibt. Jetzt hat er Angst, dass sein Drohgebilde “Russland” in sich zusammenfällt, seine Kriegsstrategie nicht aufgeht und er unangenehme Fragen beantworten muss.
Was ist der Plan für Deutschland und die EU? Wie lautet die Strategie?
Michael
14. November 2025 @ 17:18
Merz würde sich auch vom Acker machen (wenn er nicht schon ein alter weißer Mann wäre) aber natürlich würde er nicht laufen sondern fliegen!
Helmut Höft
15. November 2025 @ 11:00
@european
“Es ist ja nicht mal mehr “ihr” Land. Das wurde im Rahmen geopolitischer Spielchen meistbietend verhökert. Es gehört ihnen nicht mehr. Dafür sollen sie entweder jetzt ihr Leben lassen oder aber später als Billigstlöhner für Großkonzerne Rendite “erwirtschaften”.”
Volltreffer! FACK
Arthur Dent
15. November 2025 @ 14:35
@european
Diejenigen, die sich jetzt für ihr Land massakrieren lassen sollen, gehört nicht ein einziger Grashalm davon. Offenbar steht das Hauen, Stechen, Hacken und Schädelspalten gar nicht so weit oben auf der Beliebtheitsscala der Jugend.
Nur wer nicht in den Krieg ziehen muss, hält permanente militärische Konflikte für eine erstrebenswerte Lebensform.
Erneuerung
14. November 2025 @ 13:47
Aufgrund der „Freiheitsliebe“ haben alle wertewestlichen Länder mit finanziellen Problemen zu kämpfen, das System funktioniert immer schlechter. Deshalb muss gespaart werden, natürlich nur im Sozialbereich. Da liegt es auf der Hand, dass auch ukrainische Flüchtlinge Geld kosten. Und immer mehr Geld wird auch für den Krieg in der Ukraine benötigt, trotz aussichtsloser Zukunft im Sinne der Banderas. Irgendwo muss der Kanzler sparen, also Rekruten ab in den Flixbus und an die Front, auch wenn es sinnlos ist, human ist es ohnehin nicht. Doch das ist eine Milchmädchenrechnung, die ich einen Bankster nicht zugetraut hätte. Man könnte ja annehmen, das das Bankgeschäft etwas mit Mathematik zu tun hat. Also, die Rekruten werden genauso verfeuert wie ihre Kameraden und fehlen dann als Arbeitskräfte dem Land. Zudem kosten Dienst und Tod dem Land zusätzliche Mittel, und nachwachsen wird auch so schnell nichts. Woher soll dann mal das Geld kommen, dass eine Restukraine noch für ihre bloße Exustenz benötigt? Aus dem konfiszierten russischem Vermögen? Haha, auch das wird alle, und dann? Zusätzlich geht Europa auf dem Weltmarkt baden und damit wird dann noch mehr Geld fehlen. Aber des Herrenmenschen Wille ist sein Himmelreich, und des Untertan Hölle.
Hans von Maydell
14. November 2025 @ 14:58
U N O !
Mic
14. November 2025 @ 17:30
Die Reparationszahlung leistet immer der Verlierer und der wird nicht Russland heißen.
Also muss Euro-land später auch die gestohlenen Zinsen des gestohlenen Geldes leisten.
Sehr schade für die nächsten Generationen.
Hoffentlich erleben diese das noch und erliegen nicht dem westlichen, kriegsgeilen Wahnsinn.
jjkoeln
15. November 2025 @ 12:52
Warum wohl sind die EU und der größte Nettozahler so bissig?
Es geht nicht nur darum, die Dose Russland zur Plünderung zu öffnen. Man hat auch schon so viel Geld in dieses “Projekt” gesteckt, dass man nicht mehr zurück will. Klassisches Sunk Cost Phänomen.