Aufgelesen: Klagen über Trumps Friedensplan sind heuchlerisch
Viele Europäer reagieren entsetzt auf Trumps Plan, der den Krieg in der Ukraine beenden soll. Doch was haben sie getan, um den “Diktatfrieden” zu verhindern? Zu wenig, schreibt der “Tagesspiegel”.
Wo ist der umfangreiche Friedensplan, der als Alternative zu Trumps Vorhaben herhalten könnte?
Am Freitag präsentierten mehrere Unterstützerstaaten immerhin gemeinsam mit Vertretern der Ukraine einen ersten Gegenentwurf zu Trumps einseitigem Papier. Doch der Entwurf bleibt an vielen Stellen vage, enthält etwa keine Details zu Sicherheitsgarantien.
Was haben die Europäer aktuell zu bieten, außer bemüht klingender Durchhalteparolen? Und: Wo war ihre Entschlossenheit, als es in den vergangenen Monaten darum ging, die Ukraine in eine möglichst starke Verhandlungsposition zu bringen?
Sicher, die Solidarität westlicher Staaten nach dem 24. Februar 2022 war groß. Aber eben nie groß genug. Immer musste – und muss – Kiew lange betteln. Um Leopard-Panzer, um F-16-Kampfjets, um Taurus-Marschflugkörper.
Wenn die Hilfe dann kam, kam too little too late – zu wenig, zu spät. Und jetzt wundert man sich, dass das angegriffene Land Putins Truppen wenig entgegenzusetzen hat.
Weiterlesen im “Tagesspiegel”. Siehe auch Wie sehen die Friedenspläne der EU und der Ukraine aus?
P.S. Der hier zitierte Artikel beklagt, dass die EU nicht genug Waffen liefere, um die Ukraine zu stärken. Ich beklage, dass die EU nicht genug Diplomatie einsetzt. In der Kritik an den Krokodilstränen über Trump sind wir uns aber einig…

european
29. April 2025 @ 13:46
@Arthur Dent
Die sind nicht verrückt, die sind wahnsinnig. Insbesondere bei Hofreiter denke ich immer öfter, dass man ihm doch endlich den Wunsch erfüllen und ihn an die Front schicken soll. Ein Ukrainer weniger, der von der Straße weg zwangsrekrutiert wird. Im Ehrenbataillon sind noch Plätze frei. Strack-Zimmermann, Kiesewetter, Roth, Gabriel, Fischer, Röttgen, von der Leyen, Kallas, Baerbock und und und…. Es kämen eine Menge Leute zusammen, die genauso kompetent sind wie die armen Kerle auf den Straßen der Ukraine. Und ihre Kinder können sie gleich mitnehmen zum Kämpfen.
As long as it takes….
Michael
28. April 2025 @ 22:44
Und was hört man aus Deutschland:
„Künftiger Außenminister Wadephul: „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“ (Berliner Zeitung,28.05.‘25)
Monika
29. April 2025 @ 09:10
Gut, dass unser künftiger Chefdiplomat vom Dienst weiss, wem er in die Kniekehlen treten muss: “dem Russen” draussen und den “underperformern” drinnen.
Für sein eigenes leistungsloses Fortkommen lässt er sich von seinem Parteiapparat bestens ausstatten. Der politische Selbstbedienungsladen ist schon eine feine Sache für die “Richtigen”
Helmut Höft
29. April 2025 @ 09:33
Das Außenministerium: Von Westerwelle über Maas und Baerbock jetzt zu Wadephul. Wenn das der Genscher wüsste! m(
Arthur Dent
28. April 2025 @ 20:12
Im Moment zieht in Südeuropa erst mal der fehlende Strom seine Linien.
Guido B.
28. April 2025 @ 18:52
Hannah Wagner schreibt:
“Wenn das Leid der Ukrainer beendet werden soll, müssen europäische Staaten, die sich zur Ukraine bekennen, endlich vollen Einsatz zeigen. (…) Sie müssen dem Herrscher im Kreml rote Linien aufzeigen.”
Warum sollen europäische Staaten “vollen Einsaz zeigen”? Es war Anfang 2022 die freie Entscheidung des ukrainischen Präsidenten, Russlands rote Linie zu überschreiten und am NATO-Beitritt festzuhalten. Es war im April 2022 wieder die freie Entscheidung Selenskis, am NATO-Beitritt festzuhalten und die Friedensverhandlungen abzubrechen. Es auch nach drei schrecklichen Kriegsjahren die freie Entscheidung Selenskis, am NATO-Beitritt festzuhalten und auf die rote Linie Russlands zu spucken.
Die NATO kann und will die Ukraine nicht als Mitglied aufnehmen. Wir haben die absurde Situation, dass die NATO auf Russlands rote Linien Rücksicht nimmt, während die Ukraine in einen Krieg verwickelt ist, weil sie auf Russlands rote Linien keine Rücksicht nimmt.
Ist Hannah Wagner noch bei Trost? Der Ukraine kann nur geholfen werden, wenn auch die NATO keine Rücksicht auf Russlands rote Linien nimmt und die Ukraine in die NATO aufnimmt. Das ist der einzige Grund, warum Selenski den Krieg in Kauf genommen hat – weil er den NATO-Beitritt erwirken wollte.
Kurz: Entweder führt die NATO einen offenen Krieg gegen Russland, weil sie der Ukraine helfen will – oder sie akzeptiert die Niederlage der Ukraine und den Diktatfrieden Russlands. Was die europäischen Staaten seit drei Jahren tun, ist Folgendes: Sie lassen die Ukrainer leiden, weil sie keinen Krieg gegen Russland führen wollen. Dass sich Selenski und seine Amigos für diesen Verrat an ihrem Volk von NATO-Vertretern umarmen und kaufen lassen, sagt alles über ihren Charakter aus.
european
28. April 2025 @ 18:18
Die Forderung nach noch mehr Waffen kommt immer von den Leuten, die selber nie an die Front gehen würden. Das sind übrigens die gleichen Leute, die mit ihren Privatjets nach Davos oder zur nächsten Klimakonferenz fliegen, um dort über das Leben der anderen zu entscheiden. Denn für sie selbst gelten die Regeln, die sie aufstellen, nie. Es sind auch die gleichen Leute, die sich über die “Überbevölkerung” auslassen und dabei nicht ihre eigenen Kinder meinen, sondern die kleinen braunen “Negerkinder” da im globalen Süden. Das sind die Zuvielen. Es sind immer die gleichen Heuchler, immer der gleiche Sermon, immer das große Nichts in viele Worte verpackt.
Und immer gilt es dem gleichen Eigennutz.
Die beste Verhandlungsoption hatte die Ukraine lange vor dem Kriegsbeginn. Wäre man den Plänen Janukowitschs gefolgt, wäre die Ukraine ein intaktes Brückenland zwischen Ost und West, ein neutrales Land, das seinen geographischen Vorteil nutzen kann. Das wollte der Westen nicht, einschließlich EU, sondern man wollte den Konflikt. Natürlich auch zum eigenen Nutzen. Rohstoffe, billige Arbeitsplätze, der Griff nach der Weltherrschaft.
Die Ukrainer sind das Opfer dieser Weltpolitik, an der sich alle Beteiligten die Hände schmutzig gemacht haben. Und jetzt bleibt ihnen nichts weiter als ihre Heuchelei und die Krokodilstränen. Hat man auch bei der Beerdigung des Papstes gesehen. Und was hat man sich über den blauen Anzug ereifert, Hach, wie empörend. Dabei gibt es für die Anzugfarbe im Vatikan kein Protokol. Biden ging übrigens auch in Blau. Für Frauen gibt es jedoch durchaus ein Protokol. Frauen gehen schwarz verschleiert und die einzige, oder eine der wenigen, die dem gefolgt sind war Melania Trump. (Quelle: David Berger)
Man muss kein Trump-Fan sein, um diese ganze Baggage zutiefst zu verachten.
KK
28. April 2025 @ 19:53
„Die Ukrainer sind das Opfer dieser Weltpolitik…“
Viele Ukrainer mögen das sein – allerdings sind die teilweise (ultra-)nationalistischen Ukrainer aus den westlichen Landesteilen m.E. durchaus als Mittäter zu sehen. Wären die nicht auch mit der Absicht auf dem Maidan gewesen, ihren demokratisch gewählten Präsidenten abzusetzen, dann hätte der Westen die Ukraine nicht derart instrumentalisieren können!
Arthur Dent
28. April 2025 @ 23:23
@european
…von den tapferen, selbsternannten Freiheitskämpfern, die im maßgeschneiderten feinen Zwirn auf bequemen Fernsehsesseln sitzen?…
Man darf nie vergessen, dass man es mit Verrückten zu tun hat!