Was beim IWF alles geht

In Griechenland kennt IWF-Chefin Lagarde keine Gnade. Die Schulden müssen pünktlich bedient werden, sonst wird man aus dem Kreis der “Erwachsenen” ausgeschlossen. In der Ukraine ist das anders, da geht viel mehr.

Dort will Lagarde sogar neue Milliarden-Kredite gewähren, obwohl Kiew mit einer teilweisen Einstellung des Schuldendienstes droht, wie die  “FT” meldet. Zitat:

Pressure is mounting on creditors to reach a deal after the IMF signalled last week that it was ready to release the next tranche of its bailout even if Kiev suspended debt servicing, under its so-called lending into arrears policy.

Christine Lagarde, IMF managing director, reiterated that suggestion on Friday, welcoming Ukraine’s “continued efforts to reach a collaborative agreement with all creditors.

“This is important since this means that the fund will be able to continue to support Ukraine through its lending into arrears policy even in the event that a negotiated agreement with creditors in line with the programme cannot be reached in a timely manner,” she added.

Soso, der IWF kann also neue Finanzhilfe gewähren, auch wenn ein Land nicht pünktlich seine Schulden bedient! Und wieso soll das in Griechenland nicht gelten, Madame Lagarde?

Und wieso drückt die EU in der nur assoziierten Ukraine beide Augen zu, während sie dem EU-Mitglied Griechenland die Pistole auf die Brust setzt, Herr Tusk?  – Mehr zur Eurokrise in Griechenland hier

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3 Responses to Was beim IWF alles geht

  1. Nemschak 21. Juni 2015 at 13:24 #

    Griechenland als Mitglied der Eurozone ist kein europäisches Entwicklungsland, das besonderer Kulanz bedürfte. Hier gelten andere Maßstäbe. Griechenland, so offenbar die Philosophie des IWF, ist ein Fall für die EU und nicht für die im IWF versammelten Länder. Eine solide Wirtschafts- und Währungspolitik ist aller Tugenden Anfang. Dann braucht man weder auf den IMF noch die Wohltaten der EU zählen. Das sollte sich Griechenland für die Zukunft merken.

    • ebo 21. Juni 2015 at 16:18 #

      Der IWF ist im Begriff, aus Griechenland wieder ein Entwicklungsland zu machen. Dabei hat er selbst in viel beachteten Studien darauf hingewiesen, dass die Austeritätspolitik verfehlt war. Zudem hat der Fonds selbst die Notwendigkeit eines Schuldenschnitts betont. Was für Heuchler und Zyniker. Ich kann Tsipras sehr gut verstehen, dass er diesen Club gerne loswerden würde. Doch wer macht nicht mit? Sie wissen schon…

  2. luciérnaga rebelde 21. Juni 2015 at 22:21 #

    Ich habe mal einen Blick in die FAZ getan: dass ist ja unglaublich! Eine solche Hetzpropaganda zeugt derartig von der völligen Abhängigkeit der Journalisten von den Geldgebern, dass einem das grosse Kotzen ankommt. Ich hätte das nicht von einer Zeitung wie die FAZ gedacht, die doch eher eine Meinungszeitung und nicht ein Boulevardblatt ist. Jetzt wundern mich auch nicht mehr gewisse Kommentare die in diesem Blog immer wieder auftauchen.

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