Merkel verwirrt Freund und Feind

Kanzlerin Merkel sorgt zu Beginn „ihres“ EU-Sondergipfels für allgemeine Verwirrung. Denn sie und ihre Diplomaten verheddern sich in völlig widersprüchlichen, teils faktisch falschen Aussagen.

Erst hieß es von deutscher Seite, der Sondergipfel könne gar keine Beschlüsse fassen. Dann wurde aber doch ein Beschluss-Entwurf bekannt, demzufolge „die Balkanroute geschlossen“ sei.

Merkels Diplomaten widersetzen sich dem bei einer Vorbereitungstreffen nur mit halber Kraft. Umso größer nun die Überraschung, dass Merkel die Formulierung angeblich streichen will.

Bizarr auch die Taktik mit den Türken. Angekündigt wurde, dass die Türkei alle „Wirtschaftsflüchtlinge“ zurücknehmen würde. Doch nach einem stundenlangen Treffen Merkel-Davutoglu war davon keine Rede mehr.

Merkel sprach bei der Ankunft in Brüssel nur noch von einer „nachhaltigen Lösung“ gemeinsam mit der Türkei. Wenn sich Ankara aber nicht bewegt, werden sich auch die EU-Hardliner nicht bewegen.

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Wieso wurde dieser angeblich „entscheidende“ Gipfel nicht besser vorbereitet? Was will Merkel wirklich? Fragen über Fragen. Klar ist nur, dass es ein sehr sehr schwieriges Treffen werden dürfte…

Mehr zu Merkels Plänen hier, zu ihrem Pakt mit der Türkei hier

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One Response to Merkel verwirrt Freund und Feind

  1. Michael 8. März 2016 at 08:16 #

    1) Wieso wurde dieser angeblich „entscheidende“ Gipfel nicht besser vorbereitet?
    2) Was will Merkel wirklich?
    – Diese zwei Fragen dürften sich einfach beantworten lassen. Fangen wir mit der zweiten an: Merkel will um jeden Preis vermeiden, vor den Landtagswahlen blamiert dazustehen. Deshalb muss sie eine Formulierung verhindern, die demonstrieren würde, dass der Rest der EU ohne sie bzw. sogar gegen sie zu einer provisorischen Lösung gekommen ist. Dieselbe Überlegung beantwortet auch die erste Frage: der Gipfel wurde nicht gut vorbereitet, weil er unbedingt vor den Landtagswahlen stattfinden musste. Grotesk ist freilich, wenn A.M. quasi im Namen der EU mit Davutoglu verhandelt, wo sie doch immer mehr nur noch für Deutschland sprechen kann.
    Wenn M. mit ihrem auf ihre heimische Parteitaktik verengten Blick allmählich immer mehr Kollegen auf diverse edle Körperteile geht, soll das niemanden wundern.

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