Südeuropa fordert Widerstand gegen Trump

Juchhu, sie haben telefoniert und sich (angeblich) sogar zur Nato bekannt! Kanzlerin Merkel scheint im Gespräch mit US-Präsident Trump mal wieder den Ton anzugeben. Aber es gab auch einen Gipfel der Südeuropäer.

Die Regierungs- und Staatschefs aus Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien, Zypern und Malta haben sich in Lissabon getroffen – und wesentlich entschiedener gegen Trump protestiert als Merkel.

Vor allem Frankreichs Präsident Hollande legte sich ins Zeug. Er forderte “harte Antworten” zu Trumps Lob des Brexits, zum geplanten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen und zum Muslim-Bann in den USA.

“Die Reden, die wir in den USA hören, fördern den extremistischen Populismus”, klagte Hollande beim Süd-Gipfel. Europa müsse jetzt enger zusammenrücken und mit einer Stimme sprechen.

Angesichts der Provokationen aus Washington soll die EU “stärker und einiger” auftreten, forderte auch Gastgeber Costa. Man müsse die “Werte der Demokratie, der Freiheit und des Handels” verteidigen.

So ähnlich hat es am Anfang auch Merkel mal gesagt. Doch jetzt klingt es in Berlin schon wieder wie Business as usual. Am Ende bleibt wahrscheinlich nur noch der Freihandel übrig, oder?

Erste Aufschlüsse über die (vermutlich maue) EU-Reaktion werden beim Sondergipfel nächsten Freitag auf Malta erwartet. Aus Brüssel kam bisher übrigens – gar nichts!

 

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11 Responses to Südeuropa fordert Widerstand gegen Trump

  1. Peter Nemschak 29. Januar 2017 at 15:55 #

    Die EU soll Trump nicht belehren sondern gegenüber den USA ihre Interessen, und das sind nun einmal vornehmlich wirtschaftliche (Freihandel) und sicherheitspolitische (NATO), vertreten. May hat das für das UK bei ihrem Besuch letzte Woche vorgezeigt. Die Verfassung der USA hat ausgebaute und wirksame checks and balances, um Trumps Aktivitäten nicht in den Himmel wachsen zu lassen. Eine Bevormundung und europäisches Besserwissertum sind entbehrlich.

  2. kaush 29. Januar 2017 at 15:59 #

    Oh, da hat aber TRUMP eine kurze Amtszeit gehabt.;)

  3. kaush 29. Januar 2017 at 16:07 #

    “Die Regierungs- und Staatschefs aus Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien, Zypern und Malta haben sich in Lissabon getroffen – und wesentlich entschiedener gegen Trump protestiert als Merkel.

    Vor allem Frankreichs Präsident Hollande legte sich ins Zeug…”

    Das sind ja ganz dolle Typen. Hätten diese Pappnasen… nein, diese Versager sich irgendwann mal mit der hohen Jugendarbeitslosigkeit beschäftigt, anstatt Dampfplaudereien abzuhalten, hätten die Menschen nicht jedes Vertrauen in sie verloren.

    Ihr Versagen bereitet den Rechten den Boden. Sonst nichts.

    Europäische Union: Jugendarbeitslosenquoten in den Mitgliedsstaaten im November 2016
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/204468/umfrage/jugendarbeitslosenquote-in-eu-und-eurozone/

  4. S.B. 29. Januar 2017 at 16:09 #

    @ebo: US-Präsident Tusk (erster Absatz) – Damit wäre der verzweifelte Aufschrei der Linken ausgeblieben… 😉

    Zur Sache: Dies mittlerweile stark verbrauchte Phrase von den “europäischen Werten”, die (angeblich) verteidigt werden müssen, haben wir schon im Zuge der starken innereuropäischen Probleme wieder und wieder gehört. Allein passiert ist rein gar nichts. Wie soll das erst in Richtung USA aussehen? Die linken EU-“Eliten” merken gar nicht, wie lächerlich sie sich permanent machen.

    • ebo 29. Januar 2017 at 16:40 #

      Darf ich das als Lob für Merkel verstehen, die sich schon wieder den USA andient und die unverbrüchliche Partnerschaft betont, wie einst in der Sowjetunion?

  5. S.B. 29. Januar 2017 at 17:24 #

    @ebo: Ihre Frage verstehe ich nicht. Womit dient sich Merkel den USA an?

    • ebo 29. Januar 2017 at 17:43 #

      Zum Beispiel so, Zitat Reuters:

      In dem rund 45-minütigen Gespräch hätten beide bekräftigt, “wie wichtig eine enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für Sicherheit und Wohlstand ihrer Länder sei”, teilte Seibert mit. “Sie drückten beide die Absicht aus, die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch zu vertiefen.”

      • Peter Nemschak 29. Januar 2017 at 18:06 #

        Womit sie recht hat. Trump ist nicht die USA. Gut, dass es noch Politiker gibt, die Politik nicht mit einem privaten Beziehungsstreit verwechseln.

      • kaush 29. Januar 2017 at 18:26 #

        Die haben telefoniert. Über den Inhalt wird maximal nichtssagendes mitgeteilt (verständlich).

        Irgend ein Bröckchen muss man der Pressemeute hinwerfen. Das wars.

      • S.B. 29. Januar 2017 at 19:24 #

        “Bilaterale” Beziehungen… Wenn Merkel, bzw. ihr Agitator für Propaganda (= Agit-Prophet) Herr Seibert, das tatsächlich so rübergebracht hat, dann hat Trump ihr wohl schon die Marschrichtung vorgegeben. Bilateral heißt nämlich nichts andres, als Beziehungen zwischen zwei Staaten, also insbesondere nicht internationaler Freihandel. Bin schon gespannt, ob Trump noch einmal mit Murksel spricht oder ob es das war.

  6. Oudejans 30. Januar 2017 at 00:17 #

    Wir Narren! Hielten für einen Graben, was in Wahrheit die weiter und weiter vertiefte Freundschaft zwischen denen, die schon länger hier und denen, die schon länger dort ist. Die Achse der Freundschaft, zur Sonne, von Alt-Moabit bis DC.

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