EUropa hat es die Sprache verschlagen

Was sagt die EU zur Machtübernahme des TRUMPeltiers im Weißen Haus? Nichts. Den drei EU-Präsidenten und der Außenbeauftragten hat es die Sprache verschlagen – nur einer redet.

Kommissionschef Juncker mahnte Trump zu Zusammenarbeit. “Es gilt, Klimawandel wie Migration gemeinsam anzupacken, Terrorismus mit vereinten Kräften zu bekämpfen sowie die Globalisierung und ihre sozialen Folgen gemeinsam zu meistern”, sagte Juncker dem “Spiegel.”

Aber das sind die üblichen Phrasen, die Juncker jederzeit hätte sagen können. Der Zeitenwende, wie sie sich nun in London und Washington abzeichnet, werden sie nicht gerecht.

Zudem zeigt sich nun leider, dass die Führungsstruktur der EU, wie sie im Lissabon-Vertrag verankert wurde, nicht funktioniert. Vor allem Ratspräsident Tusk versagt.

Der liberalkonservative Polen müsste qua Amtes versuchen, die Meinung der 28 Staats- und Regierungschefs wiederzugeben. Also Trump offen zu widersprechen. Stattdessen schweigt er.

Auch der frisch gebackene Präsident des Europaparlaments, Tajani, ist abwesend. Zum Machtwechsel in Washington fällt dem Berlusconi-Spezi nichts ein. Oder vielleicht doch – nur er wagt es nicht auszusprechen?

Wie auch immer, die EU gibt ein schwaches Bild ab. Jetzt, wo es Ernst wird, bekennt sie nicht Farbe und zeigt sie keine Einheit, wie von Kanzlerin Merkel gefordert, sondern sie duckt sich weg…

Was Juncker hätte sagen können, steht übrigens hier!

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15 Responses to EUropa hat es die Sprache verschlagen

  1. Oudejans 21. Januar 2017 at 14:09 #

    Bonse, wünschen Sie wirklich noch zahlreichere Verlautbarungen des Kalibers Juncker-Gabriel-Guttenberg-Maas-Merkel?

    Leere Kraftmeierei. Diplomatische Tölpelhaftigkeit. Pfeifen im Walde. Brustgetrommel. Tschakka.

    Solche großkopferten Sprüche hätten zur NSA-Affäre vielleicht noch jemanden beeindruckt. Aber jetzt? Huuu…

    Merkel ist Trump ähnlich, und durch den grellen Trump gerät ihr ausgefeiltes Mimikry ins Licht. Beide führen Botschaft und Gegenbotschaft eng, sind also anhand ihrer Worte kaum zu beurteilen.

    Merkels Handlungen kennen wir, Trumps noch nicht.

    Viel Gelegenheit, Dinge zu sagen, die man noch bereut. Eigentlich Merkels Maxime (wenn sie denn eine hat) – geht sie nun Trump auf diesen Leim?

    • ebo 21. Januar 2017 at 14:38 #

      Was Juncker sagen könnte, steht doch in dem Link. Im übrigen zählen jetzt keine Worte, sondern Action. Jetzt rächt es sich, dass Merkel und ihre Follower seit dem Brexit permanent auf der Bremse stehen…

  2. kaush 21. Januar 2017 at 14:42 #

    Also den Terrorismus bekämpfen, den man mit vereinten Kräften erzeugt hat. Vor allem USA, GB und Frankreich. Zuletzt auch Deutschland, das Bilder mit seinen Tornados für die Terroristen schießt und Obamas Drohnen-Terror durch Ramstein erst möglich macht.

    Trump hat gegenüber Bild zum Thema naher Osten / Irak-Krieg gesagt:

    “Wir haben da etwas entfesselt – das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeißen und nun ist es einer der größten Schlamassel aller Zeiten.“

    Ein glasklare und zutreffende Analyse von Trump. Hohles Geschwätz von Juncker & Co.

    Peinlich, peinlich.

  3. GS 21. Januar 2017 at 15:19 #

    Naja, heute hat Merkel sich dann ja wieder zu Wort gemeldet. Ansonsten fände ich ein paar Tage Ruhe ganz angenehm. Das mediale Trommelfeuer in Sachen Trump finde ich langsam erschöpfend. Er ist halt jetzt da und damit wird man leben müssen.

    • ebo 21. Januar 2017 at 15:21 #

      @GS Bei einem Krawallbruder wie Trump ist es falsch, zu schweigen. Man muss offen widersprechen, sofort. Merkel spricht für Deutschland, nicht für Europa – das ist jedenfalls mein Verständnis.

  4. Peter Nemschak 21. Januar 2017 at 15:23 #

    Noch hat Trump nichts angestellt, was die Europäer betrifft. Die Abschaffung von Obamacare geht uns nichts an. Wir müssen uns auf jene Aktionen konzentrieren, die unsere Interessen betreffen. Moralpredigen sind entbehrlich.

    • ebo 21. Januar 2017 at 15:26 #

      Klar hat er. Sein erster Gast aus Europa war Farage, seine erste Frage galt dem Brexit und den “nächsten Austritts-Kandidaten”. Auch “America first” ist ein Affront für die “transatlantischen Partner”.

      • S.B. 21. Januar 2017 at 17:33 #

        @ebo: Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Wind jetzt aus einer anderen, der entgegengesetzten Richtung weht – und das ja nicht nur aus den USA. Das dümmliche und hilflose Gestammel der abgehalfterten EU-Elite um Juncker, Merkel & Co. grenzt schon an Realitätsverweigerung. Der Alkoholiker aus Luxemburg schwafelt u.a. die kranke Leier vom menschgemachten Klimawandel… Trump hat dieses Kapitel als eine seiner ersten Amtshandlungen von der offiziellen Regierungswebsite genommen. Das sagt doch wohl alles. Merkel stottert in gewohnt unverständlicher Artikulation von “gemeinsamen Werten”. Ich sehe nicht, dass die Frau mit Trump irgendwelche gemeinsamen Werte hat. Hat die überhaupt mitbekommen, was gerade passiert ist? Man könnte meinen, Merkel denkt, in Washington ist Clinton zur Präsidentin gewählt worden. Auf etwas anderes hat sie sich seit November scheinbar immer noch nicht vorbereitet.

        Die EU zeigt natürlich keine Einheit und zwar gerade unter Merkel nicht. Merkel hat in den letzten Jahren alles getan, damit in der EU alles gegeneinander ging und nichts miteinander. Zuletzt in der “Flüchtlings”krise.

        Polen wird doch Trump nicht widersprechen! Denen geht jetzt der A…h auf Grundeis, dass Trump und Putin womöglich das Gegenteil von dem machen, was Obimbo gemacht hat: nämlich deeskalieren.

  5. Oudejans 21. Januar 2017 at 15:41 #

    “Man muss offen widersprechen, sofort.”

    Klar. Sobald er was falsches sagt; Erbarmungslos widersprechen.

    Mit dem Widerspruch Juncker wird das alles in Ordnung kommen.

    • ebo 21. Januar 2017 at 15:45 #

      Wie gesagt, Trump ist gefordert. Auch Mogherini, denn die soll ja offiziell die Außenpolitik machen…

      • Peter Nemschak 21. Januar 2017 at 16:19 #

        America is great, Trump less so. Unsere Politiker sollten sich im Verhältnis zu den USA ausschließlich auf konkrete für Europa relevante Themen wie Sicherheit und Wirtschaft beschränken. Die Medien sollen schreiben und kommentieren was sie wollen. Wichtiger wäre, eine konkrete europäische Agenda zu verfolgen als Anstoß an Trumps Verhalten zu nehmen. Das Fehlen einer gemeinsamen europäischen Agenda ist das Problem nicht Trump.

  6. S.B. 21. Januar 2017 at 19:13 #

    @Peter Nemschak: ja, warum sollten Europas Probleme Trumps Probleme sein?… Er hat doch klar und deutlich gesagt, dass er für die (seine) Nation arbeitet, was andererseits nicht bedeute, dass er gegen andere Staaten arbeite. Die europäischen Weltverbesserer, die sich um alles kümmern, nur nicht um Europa, sollten sich eine dicke Scheibe von Trump abschneiden. Dann werden sie vielleicht ihrer Verantwortung ihren Wählern gegenüber wieder gerecht. Und für nichts anderes sind sie zuständig.

  7. Peter Nemschak 22. Januar 2017 at 11:02 #

    In erster Linie muss die amerikanische Gesellschaft Trump widersprechen. Deren Widerstand wird sich formieren und die Widersprüche bei Trump aufgreifen. Dass seine erste materielle Amtshandlung der Beginn der Aufhebung von Obamacare war, kommt nicht von ungefähr. In dieser Frage kann Trump mit der Zustimmung der Kongressmehrheit rechnen. Sobald jedoch die finanziellen Interessen der amerikanischen Geldelite negativ betroffen sind, wird es für Trump schwieriger werden. Dann wird man sehen, wie stark sein Rückhalt im Kongress, der die Budgets für Trumps Pläne genehmigen muss, ist. Auch Patriotismus hat Grenzen, wenn die Kassa nicht mehr klingelt. Putin ist, was die Beurteilung Trumps betrifft, misstrauisch und will einmal sehen, wie sich Trump im Amt macht, bevor er ihn persönlich trifft. Die beiden sind grundverschieden, auch wenn der äußere Anschein trügt.. Die Idee, dass sich einer für das “wahre” Volk ausgibt, ist russischem Machtdenken suspekt. Solche “falsche” Zaren und Rasputins sind im autoritären Russland nie für längere Zeit hochgekommen. Das Volk ist in Russland stets Manövriermasse der Herrschenden gewesen..Die USA haben eine andere Tradition. Diese sollte Europa im ersten Schock nicht vergessen.

  8. S.B. 22. Januar 2017 at 13:18 #

    @Peter Nemschak: “Das Volk ist in Russland stets Manövriermasse der Herrschenden gewesen..Die USA haben eine andere Tradition.”

    Die USA mögen eine andere Tradition haben. Defacto war ein Großteil des Volkes auch bei den Amis seit längerer Zeit nur noch Manövriermasse – nämlich der Globalisten-Elite um Clinton und Obama. Die Wahl von Trump bestätigt diese Sichtweise mit Blickauf die massenhaft “Abgehängten”.

    Schaun mer mal, was Trump reißen kann.

    • Peter Nemschak 22. Januar 2017 at 14:37 #

      Sie haben offenbar eine Allergie gegen kosmopolitische Ansichten.und Politikauffassungen. und sind national anlehnungsbedürftig.

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