Was man gelesen haben muss, um die EU zu verstehen

In Berlin schwört man auf Münkler, in Wien liest man Guérot, in Brüssel ist Menasse gerade schwer en vogue. Doch welche Bücher muss man wirklich lesen, um die EU und ihre Fein- und Gemeinheiten zu verstehen?

Hier meine subjektive Auswahl aus den letzten Jahren:

  1. Vom Kontinent zur Union: Eine historisch-philosophische Einführung in die EU, von L. Van Middelaer – Suhrkamp
  2. Raumschiff Brüssel: Alte, aber immer noch gute Einführung in die EU-Bubble, von A. Oldag und H.M. Tillack – Argon
  3.  Die 101 wichtigsten Fragen: Ein praktischer Ratgeber zur EU, von der ehem. EU-Korrespondentin R. Reichstein – Beck
  4. Europas Strippenzieher: Wie Merkel & Co. hinter den Kulissen EU-Politik machen, von C. Gammelin & R. Löw – Econ
  5. Das deutsche Europa: Ein Essay von U. Beck, während der Eurokrise geschrieben, immer noch aktuell – Suhrkamp
  6. Goodbye Europe: Der Brexit und die Folgen, von der ehemaligen Europaabgeordneten S. Goulard – Flammarion (franz.)
  7. European Spring: Eine kritische Analyse der Eurokrise vom ehemaligen Kommissionsberater P. Legrain – Amazon (engl.)
  8. Der Europäische Traum: Die (leider nicht mehr aktuelle) Vision einer leisen Supermacht von J. Rifkin. – Campus
  9. Der stille Putsch: Eine knallharte Abrechnung mit den europäischen Eliten von J. Roth – Heyne
  10. Macht und Ohnmacht: Der kontroverse Klassiker von R. Kagan über Macht, Geopolitik, Mars und Venus – Siedler.

Fehlt was? Hinweise sind stets willkommen, am besten per Mail an lostineu – Aktuelle E-Books zur EU-Krise finden sich hier

Update 01.01.2019

  • Lobby Planet Brussels: Eine Übersicht über die Lobby-Aktivitäten in der EU-Kapitale, von Corporate Europe Observatory (CEO) – Selbstverlag
  • Der neue BürgerkriegEine Streitschrift von U. Guérot, die nicht immer überzeugt, aber sogar von Macron zitiert wurde – Ullstein
  • Die Getriebenen: R. Alexanders Bestseller über Merkel und die Flüchtlingspolitik im Herbst 2015 – Siedler (Neuauflage 2018 bei Penguin).

Update 12.08.19

  • Plattform Euro: Pünktlich zur Europawahl-bruessel/">Europawahl 2019 präsentiert der Berliner Politikberater Johannes Hillje seine digitale Vision einer europäischen Öffentlichkeit. – Dietz
  • Quand l’Europa improvise. L. Van Middelaer bietet spannende Einblicke in die Europapolitik der Krisenjahre – doch konzeptionell ist das Buch eine Enttäuschung. – Gallimard (franz.)
  • Herr Sonneborn geht nach Brüssel: Amüsantes, aber im Kern bitterernstes Buch über die Art, wie im Europaparlament Politik gemacht wird. Eine lesenswerte Realsatire – Kiepenheuer & Witsch

Aus dem Archiv – aber immer noch interessant

  • Was, wenn Europa scheitert. Ein Essay des Historikers Geert Maak, das die “schwere Vertrauenskrise” zum Thema machte – schon 2012! – Pantheon
  • Warum Europa die Zukunft gehört. Ein Buch aus der “guten alten Zeit”, in der es sogar noch britische Experten wie Mark Leonard gab, die die EU priesen. Cherchez l’erreur!  – dtv
  • Debout l’Europe! In diesem schmalen Band plädieren Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt für eine europäische Föderation. Das war 2012, lang lang ist’s her! Actes Sud (franz.)
  • Une ambition francaise. In diesem Buch erklärt der Autor Alain Duhamel, welche Ziele Frankreich in der EU  verfolgt. Wichtig zum Verständnis der französischen Europapolitik. Plon (franz.)
  • La guerre de sept ans. Klassiker von E. Aeschimann und P. Riché zum “Krieg” um den Euro – vor seiner Einführung! Zeichnet auch die Anpassung der französischen Politik an deutsche Standards nach. Calmann-Lévy