Warum die Roaming-Gebühren abgeschafft werden

Noch eine gute Nachricht: Die EU schafft die verhassten Roaming-Gebühren fürs Surfen im Ausland ab! Und das rechtzeitig vor den Sommerferien. Dahinter steckt allerdings nicht nur Verbrauchernähe.

Nein, es geht um große Politik. Den ersten Anlauf machte die EU-Kommission schon 2007, um den Frust über das Scheitern des EU-Verfassungsvertrags in zwei Referenden in Frankreich und Holland vergessen zu machen.

Die Idee hatte damals M. Selmayr, seinerzeit Kabinettschef der damals zuständigen Kommissarin V. Reding. Heute ist er Kabinettschef von Kommissionspräsident Juncker – und einer der mächtigsten Deutschen in Brüssel.

Auch jetzt kommt die Entscheidung für Juncker & Co. wie gerufen. Kurz vor den Wahlen in Holland, Frankreich und Deutschland in diesem Jahr will sich die EU wieder bürgernah zeigen.

Allerdings ist die Abschaffung auch Teil der Wirtschaftsförderung. Die Kommission will so einen digitalen Binnenmarkt schaffen – bisher gibt es nicht einmal einen europaweiten Anbieter im Telekombereich.

Außerdem steckt die EU heute in einer noch tieferen Krise als vor 10 Jahren. Was damals wie ein bürgerfreundlicher Geniestreich aussah, dürfte die Bürger heute kaum noch mit Brüssel versöhnen..

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