Von der Leyen droht China – und verhebt sich gewaltig
Wenn es um die USA geht, dann ist EU-Kommissionschefin von der Leyen zu jedem Entgegenkommen bereit. Doch bei China ist alles anders: Da lässt sie sich sogar zu Drohungen hinreißen.
Das Verhältnis sei an einem „Wendepunkt“ angelangt, sagte von der Leyen beim EU-China-Gipfel in Peking. “Eine Neugewichtung unserer bilateralen Beziehungen ist unerlässlich“, fügte sie hinzu.
Wenn sich China im Handel nicht mehr öffne, werde die EU Konsequenzen ziehen. Dann könne Europa seine Märkte auch nicht mehr offen halten.
Mit negativen Konsequenzen drohte von der Leyen auch in der Russland- und Ukraine-Politik. China leiste Beihilfe zur „russischen Aggression“, sagte sie.
Noch mehr Sanktionen?
Die EU sehe dies mit wachsender Sorge; zuletzt hatte Brüssel deshalb sogar Sanktionen gegen zwei chinesische Banken verhängt.
Dem könnten weitere Strafmaßnahmen folgen, deutete die deutsche Europapolitikerin an. Als ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrats müsse sich China für Frieden einsetzen und entsprechend auf Russland einwirken.
„Das wird ein entscheidender Faktor für unsere künftigen Beziehungen sein“, mahnte die CDU-Politikerin. Es klang fast so, als wolle sie China drohen.
VdL überschätzt sich
Ernst nehmen kann man diese rhetorische Spitze aber nicht. Für das aufstrebende Riesenreich China sind die EUropäer Zwerge. Von der Leyen überschätzt sich gewaltig.
In der Ukraine- und Russland-Politik sollte sie auf China zugehen und gemeinsam eine Friedenslösung ausarbeiten. Mit Drohungen treibt sie Peking und Moskau nur noch enger zusammen.
Und beim Handel wäre sie gut beraten, mehr China zu wagen. Wäre sie im Frühjahr auf Xis Offerte eingegangen, gemeinsam gegen Trump vorzugehen, stünden wir heute besser da…
Siehe auch Gipfel im Schatten des Handelskriegs: Trump spaltet EU und China

Wolfgang Sachsenröder
27. Juli 2025 @ 08:17
Was soll China denn von der EU kaufen, um die Handelsbilanz auszugleichen? Autos? Smartphones? Computer? KI? Waffen? Das koennen sie alles besser und billiger. Bleiben noch Wein und Kaese, und bei Wein holen sie ebenfalls auf. Das Gefaelle ist so aehnlich wie zwischen den USA und der EU…
Niko
26. Juli 2025 @ 10:10
früher nannte man solches Verhalten einfach Größenwahn. Das ist auf Dauer immer schiefgegangen.
hg
26. Juli 2025 @ 08:42
Die EU und die sogen. ” westliche Wertegemeinschaft ” sind gefangen in der globalen Zielsetzung von Uncle Sam hin zur ” einzigen Weltmacht”, Z. Brczinski. Dazu sind US (fast) alle Mittel recht, fürxdie seine Vasallen zu zahlen haben. Dazu OlF und Helmut Schmidt schon vor Jahren zum Verhältnis mit CHIN.
KK
25. Juli 2025 @ 14:52
“Dann könne Europa seine Märkte auch nicht mehr offen halten.”
Ohne Produkte aus China würde EUropa über kurz oder lang in die Zeit vor der Elektrifizierung zurückfallen – denn ohne Produkte aus chinesischer Produktion geht da heute gar nichts mehr, und seien es nur wenige elektronische Bauteile.
Und vdL selbst hätte dann in absehbarer Zeit wohl auch kein Mobiltelefon mehr, aus dessen Speicher sie SMS löschen könnte… denn selbst wenn es noch welche aus Indien, Vietnam oder Malaysia gäbe – ohne die entsprechende Infrastruktur nützten die nüscht.
Guido B.
25. Juli 2025 @ 14:22
Mit Blick auf den Ukrainekrieg appellierte China immer wieder an den Westen, die Mentalität des Kalten Krieges zu überwinden und die multipolare Weltordnung zu akzeptieren.
UvdL ist die Inkarnation der Mentalität des Kalten Krieges. Die Amis sind die Guten und die Russen die Bösen. Und wer den Russen hilft, ist auch böse. und handeln mit Bösen ist pfui.
Die Gut-versus-Böse-Moral gehört in die Kirche, aber sicher nicht in die internationale Diplomatie. Das ist eine unterkomplexe Denkfigur für Gläubige und geistig Zurückgebliebene.
Wenn EUropa als diplomatische Aushängeschilder nichts anderes zu bieten hat als von der Leyen und Kallas, ist es im erbärmlichsten Zustand, den man sich gegenwärtig vorstellen kann.
Das Problem ist nicht vdLs Loyalität zu den USA. Die aktuelle US-Administration will und braucht diese Loyalität nicht. Das Problem ist der deutsche Moralismus. Genauer gesagt: der deutsche Doppelmoralismus.
Arthur Dent
25. Juli 2025 @ 13:14
Wir können auch anders – dann schließen wir unser Gartentor und der Dschungel muss leider draußen bleiben. Letzte Warnung!
🙂
Karl
26. Juli 2025 @ 10:03
Wie bei allen Verblendeten und Sektierern:
Der Dschungel ist immer bei den anderen, aber mein Garten ist einzig wahre und wohl gepflegte…
Das ganze beruht natürlich darauf, dass vdL in ihrem Garten auch nicht ernten muss, sondern ihre Nahrung mit ihrem Geld aus den US-Steueroasen bezahlt.
Michael
25. Juli 2025 @ 11:36
In Deutschland und großen Teilen der EU, sagen wir Berlin und Brüssel, deutet mir der Zeitgeist dass der Intelligenz der Intellekt abhanden gekommen ist!
Stef
25. Juli 2025 @ 11:01
Es geht vdL weder um eine realistische Position gegenüber China noch um eine eigenständige Position der EU. Das Schlimme ist, dass jeder weiß, das die vdL-Forderung nach einer weiteren Öffnung der chinesischen Märkte ein Fake ist. Würden die chinesischen Märkte weiter geöffnet, würde die EU auf bloßen Fingerzeig aus Washington dennoch jederzeit einen konfrontativen Kurs gegenüber China wählen. Weil vdL mehr Loyalität gegenüber den USA übt als gegenüber der EU, der sie mit Amtseid eigentlich verpflichtet ist.
Unsere politische Elite, deren traurige Spitze vdL ist, wird dafür bezahlt, den Raum für souveräne Politik und die Entscheidungspielräume der EU und ihrer Mitgliedsstaaten systematisch zu vergrößern. Tatsächlich passiert das Gegenteil. Und zwar nicht primär aus unvermeidbaren Sachzwängen, sondern wegen drohender persönlicher Nachteile aus den USA. Aber das Tragen dieser persönlichen Nachteile aus den USA ist Teil der Aufgabe und des Amtes.