Ukraine treibt mit Angriff den Ölpreis in die Höhe

Ein Angriff der Ukraine auf einen russischen Ölhafen hat die Märkte in Unruhe versetzt. Der Ölpreis stieg – ein “Erfolg” für die Ukraine, jedoch ein Problem für die EU und ihre leidende Industrie.

Russlands Hafen Novorossiysk hat die Ölexporte nach einer zweitägigen Schließung wieder aufgenommen, nachdem ein ukrainischer Raketen- und Drohnenangriff kurzzeitig zwei Prozent der weltweiten Ölversorgung unterbrochen und die globalen Preise in die Höhe getrieben hatte.

Dies meldet “Perplexity”, die KI-gestützte Suchmaschine. Der Hafen, der etwa 2,2 Millionen Barrel pro Tag abwickelt – ungefähr ein Fünftel der russischen Rohölexporte – hatte am Freitag vorübergehend den Betrieb eingestellt, was den Pipeline-Betreiber Transneft veranlasste, die Rohöllieferungen zu stoppen.

Die Brent-Rohölpreise stiegen aus Sorge um die Versorgungslage um mehr als zwei Prozent auf 64,51 Dollar pro Barrel, bevor sie sich stabilisierten, während die Märkte auf Nachrichten über den Status des Hafens warteten.

EUropas Wirtschaft leidet

Für die Ukraine ist das ein “Erfolg” – sie zielt bewußt auf russische Energieanlagen, um “Putins Kriegskasse” zu treffen. Allerdings ist Russlands Ölverarbeitung in diesem Jahr laut Reuters nur um drei Prozent zurückgegangen ist, da die Raffinerien Reservekapazitäten nutzen, um Schäden auszugleichen.

Für die EU ist die Sache problematischer. Sie leidet ohnehin schon unter zu hohen Energiepreisen, was die Industrie schwächt und die Wirtschaftskrise vor allem in Deutschland verstärkt. Deshalb war der 2022 eingeführte Ölpreisdeckel zunächst auch moderat angesetzt worden.

Nun plant die EU allerdings ein komplettes Verbot von russischem Öl und Gas. Deshalb dürften die Energiepreise in EUropa noch viel stärke steigen als am globalen Markt – mit allen negativen Folgen für die sog. Wettbewerbsfähigkeit…

Siehe auch Angriffe auf Nordstream und Druschba: Kann sich die Ukraine alles erlauben? Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

P.S. “Perplexitiy” hat für die o.g. Meldung 57 Quellen ausgewertet. Das schafft keine Redaktion dieser Welt – weshalb ich gelegentlich auf dieses Tool zurückgreife…