Streit um Druschba: Orban fordert Untersuchung in der Ukraine
Der ungarische Ministerpräsident Orban fordert eine Untersuchung der beschädigten Ölpipeline Druschba in der Ukraine. In einem Brief an EU-Ratspräsident Costa wirbt Orban für den Einsatz ungarischer und slowakischer Experten vor Ort. Damit verbindet er die Aussicht auf ein Ende seiner Blockade neuer Ukraine-Hilfen. Die Initiative ziele darauf ab, eine zeitnahe Lösung zu erleichtern, heißt es in dem Schreiben laut Reuters. Ungarn hatte aus Protest gegen den Stopp der Öllieferungen durch die Ukraine neue EU-Sanktionen und einen Kredit für Kiew blockiert. Die Ukraine begründet den Lieferstopp mit Schäden durch russische Angriffe Ende Januar. – Der ukrainische Geheimdienst SBU brüstet sich allerdings selbst mit der Zerstörung von wichtiger Infrastruktur für Druschba. Von deutschen Behörden wird Kiew zudem verdächtigt, in die Sprengung der Nordstream-Pipelines verwickelt zu sein. Bisher hat sich die EU nicht um Aufklärung bemüht…
Siehe auch “Drohnen gegen Druschba”
P.s. Jetzt hat sich wieder Nato-Rutte eingeschaltet. Sein Job sei es, in solchen Debatten hilfreich zu sein, sagte Rutte in Brüssel. Nein, ist es nicht – es zeigt nur, daß die EU-Kommission offenbar unfähig ist, den Streit zu schlichten!

26. Februar 2026 @ 23:18
“Die Ukraine begründet den Lieferstopp mit Schäden durch russische Angriffe Ende Januar.” – Die Russen haben mal wieder ihre eigenen Leitungen beschädigt, eines Tages werden sie noch den Kreml wegsprengen, nur um uns zu ärgern.
Ungarn und Slowakei machen von ihrem Recht gebrauch, nicht zu zustimmen. Und sie müssen auch keinen Strom und Diesel liefern.
27. Februar 2026 @ 02:10
Ja, die Russen sind so dumm. Die sind ja schliesslich auch 1990 ff auf die wiederholten Versprechungen des Westens (“keinen Meter”, “gemeinsame Sicherheitsarchitektur” etc.) hereingefallen… 😉
27. Februar 2026 @ 05:42
@KK: Ich setze voraus, dass Sie Ihre Aussage ironisch meinen und unterstellen, in Wirklichkeit seien sie für die Schäden an “Družba” nicht verantwortlich. Tatsächlich aber bombardieren sie in den letzten Wochen systematisch Energieinfrastruktur der Ukraine, um die Bevölkerung zu terrorisieren. Dass sie dabei auch Pipelines treffen, finde ich plausibel. Und wenn die Ukrainer vorrangig die Installationen reparieren, die für ihre Bevölkerung wichtig sind, und eine Pipeline, mit der der Feind seine Kriegskasse füllt, hintanstellen, ist das auch nur verständlich. Und dass die Russen (wenn diese kollektive Vereinfachung zulässig ist) unbeschreiblich dumm sind, beweist schon der Umstand dass ihre Führung (siehe eine ausführliche Dokumentation im Guardian vom ) ernsthaft davon ausging, die meisten Ukrainer würden sich nicht wehren, vielmehr die Russen mit Kuchen und Blumen (bzw Brot und Salz) empfangen, und der ganze Feldzug einschließlich Einnahme von Kyïv und Unterwerfung des Großteils des Landes werde in ein paar Tagen bis wenigen Wochen vorbei sein. Angeblich hatten die Soldaten der Panzerkolonnen Richtung Kyïv schon die Paradeuniformen für die Siegesparade bereit. (In vergleichbarer Weise hatte Stalin zum Krieg gegen Finnland 1939/40 bei Schostakowitsch schon die Musik für die Siegesfeierlichkeiten bestellt, manche Fehler werden eben gern wiederholt).
27. Februar 2026 @ 06:01
Die Dokumentation im Guardian ist vom 20. Februar und unter https://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2026/feb/20/a-war-foretold-cia-mi6-putin-ukraine-plans-russia zu lesen.
26. Februar 2026 @ 21:06
Mir ist nicht bekannt, dass die Ölpipeline ungarisches Eigentum wäre (nur dann gäbe es einen Anlass für die Heranziehung ungarischer Vertreter; ansonsten haben die Ukrainer mit der Reparatur der von den Russen sinnlos zerstörten Infrastruktur einschl. Pipeline genug zu tun). Aber im Ernst:
Wenn A an B etwas verkaufen will und die Ware über mein Territorium befördern muss, müssen die beiden sich höflich mit mir einigen und ggf. eine Vergütung zahlen. (Die Vergütung betrifft bei Pipelines ja ua. die Wartung, Instandhaltung etc.). Ein Vertrag zwischen Russland und Ungarn verpflichtet Russland, Gas an Ungarn zu liefern, und Russland muss dann eben klären, wie das Gas ankommt. Russland und ggf. Ungarn müssen mit der Ukraine Verträge über die Durchleitung des Gases schließen. Meines Wissens hat die Ukraine geltende Verträge über Gasdurchleitung regelmäßig befolgt, aber irgendwann laufen solche Verträge eben aus. Und wenn Russland weiter Gas über ukrainisches Territorium zu seinen Kunden leiten will, darf es eben eigentlich nicht mit der Ukraine Krieg führen.
Wenn die Ukraine russische Installationen zerstört, die für Russland Einkommen zur Weiterführung des Krieges generieren sollen, sind das hingegen legitime Kriegshandlungen. Immerhin hat ja Russland einen Krieg mit der Ukraine begonnen. (So sieht offenbar auch der polnische oberste Gerichtshof die Frage der Sprengung von Nord Stream). Wenn hingegen Russland die Pipelines in der Ukraine beschädigt oder in Gefahr bringt, schneidet es sich ins eigene Fleisch. Alle Probleme würden sich leicht lösen lassen, wenn Russland seinen Angriffskrieg beenden und seine Truppen zurückziehen würde. Aber klar, dann wäre Putin als Führer und Präsident erledigt und deshalb müssen lieber noch Hunderttausende, wenn nicht Millionen, russische Männer auf dem Schlachtfeld verrecken.
27. Februar 2026 @ 02:07
“Wenn die Ukraine russische Installationen zerstört, die für Russland Einkommen zur Weiterführung des Krieges generieren sollen, sind das hingegen legitime Kriegshandlungen.”
Dann aber von den dann so geschädigten Dritten Unsummen einzustreichen, Wiederaufbau und sogar militärischen Beistand zu fordern ist schon arg dreist, oder?
27. Februar 2026 @ 05:46
@KK: Aus westeuropäischer Sicht haben wir ein Interesse daran, dass Russland mit seinen Plänen scheitert. Und die EU ist ohnehin gegen den Import russischer fossiler Brennstoffe. die Ukraine zerstört nichts auf ihrem eigenen Territorium, aber Russland ist un einmal Kriegsgegner, und immerhin zerschießen die Ukrainer keine Moskauer Fernheizkraftwerke, weil das ein Kriegsverbrechen wäre. Nach diser humanitären Rücksichtnahme bleiben eben nicht mehr viele Objekte außer den Objekten für Mosuaks a’Außenhandel übrig.
27. Februar 2026 @ 11:32
@ Kleopatra:
1. “@KK: Aus westeuropäischer Sicht haben wir ein Interesse daran,…”
Ich verbitte mir, in meinem Namen zu sprechen. Oder wer soll dieses “wir” sein? NAhTOd? EUCO?
2. Die Ukraine greift in den von Russland besetzten Gebieten sehr wohl Energieinfrastruktur wie Fernheizkraftwerke an, es wird nur im Westen nicht prominent darüber berichtet. Wenn man allerdings auch abseits der sog. Leit- (bzw. Leid)medien liest, findet man durchaus solche Berichte. Und wenn das Kriegsverbrechen sind: voila – wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!
26. Februar 2026 @ 15:19
Lösung:
1) Selenski repariert die Röhre und macht Orban und Fico eine Freude.
2) Orban und Fico beenden den Aufstand und machen Selenski eine Freude.
3) Die EU sammelt die 90 Mrd. und macht Selenski eine Freude.
4) Selenski lässt eine russische Drohne auf die Röhre fallen und macht der EU eine Freude.
5) Orban wird abgewählt und Fico guckt in die Röhre.
26. Februar 2026 @ 13:58
Das ist ein guter Schachzug von Orban. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass die Ukraine in früheren Zeiten auch immer mal wieder den Gashahn auf seinem Territorium nach Westeuropa mutwillig und ohne Grund abgedreht hatte, was damals ja auch noch im Mainstream thematisiert wurde und ein wichtiger Grund für die Errichtung der Nordstreamleitungen war. Natürlich kennen wir das Ergebnis für die Ursachen der derzeitigen Schäden ganz genau, es kann nur Russland gewesen sein und selbst der SBU verbreitet Desinformation. Dieses Ergebnis ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber selbst unter diesem wahrscheinlichen Propagandaergebnis ist es nicht nachvollziehbar, weshalb der Transit durch die Ukraine, an denen sie elbst verdient, nicht wieder durch die Ukraine hergestellt wird. Damit wird Schaden an der Wirtschaft mindstens zweier europäischer Länder, die im Verbund der EU auch zur Hilfe für die Ukraine verdonnert sind, in Kauf genommen. Also sollen Ungarn und die Slowakei, neben den Schäden im eigenen Land durch Energiesperre, auch noch für die durch die Ukraine selbst verschuldeten Schäden in der Ukraine mit aufkommen. Es gehört schon eine ganze Portion Unverschämtheit dazu, sowas rechtfertigen zu wollen, das ist so etwa wie Aufforderung zum Selbstmord. Es könnte nur einen einzigen positiven Effekt haben, dass diese EU, in der es keinerlei Rechtssicherheit mehr gibt [J. Baud) eher zerfällt und die Karten neu gemischt werden.
26. Februar 2026 @ 15:12
Und, kein Wunder oder Geheimnis, die Ukraine hat sich dem Vernehmen nach auch immer wieder mal am russischen Gas bedient, ohne zu zahlen! Ich habe mich schon oft gefragt wie z. B. Yulia Tymoshenko zum Ehrentitel „Gasprinzessin“ gekommen sein könnte!?
26. Februar 2026 @ 17:46
“dass die Ukraine in früheren Zeiten auch immer mal wieder den Gashahn auf seinem Territorium nach Westeuropa mutwillig und ohne Grund abgedreht hatte”
Mutwillig durchaus, aber absolut nicht ohne Grund: Damit sollte nämlich Russland erpresst werden, der Ukraine Gas nahezu gratis zu liefern!
27. Februar 2026 @ 05:53
Orbán war früher klug genug, sich in der EU nicht zu sehr zu exponieren. Durch seine Parteinahme für Russland (und auch durch den Austritt von Fidesz aus der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament) hat er sich aber in einer Sackgasse verrannt. Und zum x-ten Mal: Ihre Behauptung, die Ukraine habe die Kriegsschäden in ihrem Land selbst verschuldet, ist Russenpropaganda der primitivsten Sorte.
27. Februar 2026 @ 08:58
Er wird nicht fordern können, was nicht in s EU Konzept passt. Es könnten ansonsten Fakten zu Tage kommen, die nicht nur unangenehm sein könnten. Es ist immer und überall das Selbe, wen die Wahrheit droht, wird sie mit festhalten Mitteln unterbunden. Die Menschen in der gesamten EU merken das und fühlen sich hinter die Fichte geführt und vermehrt frustriert. Das tut der Demokratie und deren Verständnis grossen Abbruch.