Selenskyj macht Druck für EU-Blitzbeitritt schon 2027
Die Zeichen für einen überstürzten EU-Beitritt der Ukraine mehren sich. Präsident Selenskyj fordert die Aufnahme im nächsten Jahr, Kanzler Merz sagt Nein, andere lavieren.
Nachdem Staatschef Selenskyj gefordert hatte, sein Land schon 2027 in den EU-Club aufzunehmen, hat die EU-Kommission mit der Ausarbeitung von Optionen begonnen.
Erweiterungskommissarin Kos sprach von Fortschritten und erwog öffentlich, den US-Finanzkonzern Blackrock an der Finanzierung zu beteiligen.
Auch der deutsche Außenminister Wadephul hat sich in die Debatte eingeschaltet. Ein Beitritt sei “eine der entscheidenden Sicherheitsgarantien” für das Land, sagte Wadephul im Bundestag.
“Das mag per heute weit entfernt erscheinen, aber es liegt nach wie vor im Kerninteresse auch Deutschlands und von uns Europäern, dafür zu sorgen, dass dieses Land seinen Kampf gegen den russischen Aggressor gewinnen kann, dass es nicht unterliegt”. Deshalb brauche die Ukraine eine realistische Perspektive.
Demgegenüber sagte Kanzler Merz, ein Beitritt am 1.1.27 sei “ausgeschlossen”. Das Land sei noch weit von der Erfüllung der sog. Kopenhagener Kriterien für einen EU-Beitritt entfernt.
Wenn sich Merz und Wadephul fast gleichzeitig äußern, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas im Busch ist. Das Gezerre dürfte umso stärker werden, je näher ein Ende des Krieg rückt…
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P.S. Selenskyj legt nach und behauptet, die Ukraine sei 2027 bereit zum EU-Beitritt. Bis Ende dieses Jahres werde Kiew die wichtigsten für eine Mitgliedschaft erforderlichen Schritte umgesetzt haben, behauptet er. Den Korruptionsskandal, der sogar sein Präsidialamt erschüttert, hat er wohl vergessen…
