Neue Weltordnung: Trump hat die EUropäer kalt erwischt
Mit ihrer Sicherheitsstrategie richten sich die USA auf die neue multipolare Welt ein – und sie brechen mit den (neo-)liberalen Werten, denen die EU nachhängt. Brüssel ist darauf nicht vorbereitet.
Donald Trump hat die Europäer kalt erwischt, und das gleich zweimal. Erst überrumpelte er die EU, aber auch die NATO, mit seinem 28-Punkte-Plan für die Ukraine. Die Europäer brauchten Tage, um darauf auf eine Antwort zu finden. Dann überfuhr er sie erneut – mit seiner neuen nationalen Sicherheitsstrategie. Von diesem Schock dürften sich die Europäer nicht so schnell erholen.
Auf den ersten Blick enthält die Strategie zwar nicht viel Neues. Das meiste hatte Vizepräsident J.D. Vance schon in seiner berühmt-berüchtigten Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz gesagt. Auch Trumps Russland-freundlicher Plan für einen Ukraine-Frieden trägt die Züge der neuen US-Strategie. Doch nun kommen alle Puzzleteile zusammen – und ergeben ein neues Bild.
Für die Europäer ist es wenig erfreulich, um es vorsichtig auszudrücken. Viele Experten halten es sogar für brandgefährlich. Europa werde in der amerikanischen „NSS“ nicht mehr als Partner, sondern als Gegner beschrieben. Die EU sehe sich nicht mehr nur einem Feind – nämlich Russland – gegenüber, sondern einem feindlichen Bündnis mit den USA. Die NATO sei in höchster Gefahr.
Russland ist vielleicht gar kein Feind mehr
Ganz so dramatisch ist es allerdings nicht. Trump verabschiedet sich von der Hegemonie des Westens und richtet die USA auf die neue, multipolare Welt ein. Russland und China erscheinen nicht mehr als Feinde, sondern als beherrschbare Gegner, mit denen man ins Geschäft kommen kann. Darauf sind die Europäer nicht vorbereitet. Sie wollen die Politik der Biden-Jahre weiterverfolgen.
Außerdem bricht Trump mit den neokonservativen und (neo-)liberalen Werten, von denen sich die EU immer noch leiten lässt. Der MAGA-Mann propagiert eine antiglobalistische Doktrin – auch für Europa. Das verheißt einen Kulturkampf, den Trump offenbar mit „Patrioten“ à la Viktor Orban führen will. Manch einer fürchtet gar, dass die USA einen „Regime Change“ vorbereiten.
Auch darauf sind die Europäer nicht vorbereitet. Die EU-Kommission hat zwar eine Strategie gegen ausländische Einmischung vorgelegt. Behördenchefin Ursula von der Leyen spricht von einem „Demokratieschild“, den sie in den nächsten Jahren aufbauen will. Doch die Maßnahmen zielen auf Russland – und nicht auf den geschätzten und vermeintlich unentbehrlichen transatlantischen Partner.
Weiterlesen im “Makroskop” (Paywall) Siehe auch Europa (nicht) allein zu Haus (Newsletter)

13. Dezember 2025 @ 12:06
Zum Anmeldeverfahren:
Ist es KI gesteuert weil es nicht funktioniert? Tja, meisten ist analog besser als digital! Aber so wie es ist wird es nichts!
13. Dezember 2025 @ 12:16
Nein, das ist keine KI, sondern ein neues Leserforum, das ich gerade aufbaue. Bei den meisten alten Beiträgen in diesem Blog sollte die Kommentierung noch ganz normal funktionieren.
Anders läuft es zunächst nur bei neuen Posts. Ich bin mit der Einrichtung noch nicht ganz fertig und hoffe auf ein wenig Geduld 🙂
Das Ziel ist, künftig alle Kommentare an einer Stelle zu haben. Das hat im alten Leserforum leider nicht geklappt, deshalb habe ich es ausgeblendet (es ist aber noch da).
13. Dezember 2025 @ 10:06
Hätten wir handlungsfähige Regierungen mit außenpolitischer, geopolitischer Vernunft, dann läge Folgendes nahe:
1) Die Kommission müsste nun komplett zurücktreten, da ihre bisherigen Vorurteile und Kriegspolitik gescheitert sind.
(Sie wäre zunächst weiter geschäftsführend im Amt, aber als Sprecher könnten Personen auftreten, die weniger durch Korruption belastet sind und über Erfahrung in der Diplomatie verfügen.)
2) Der Europäische Rat (Regierungschefs) muss zusammentreten und sorgfältig – ohne Denkverbote! ohne Gipfelspektakel – beraten über die geänderte Weltlage und die daraus folgende Neuaufstellung der EU.
13. Dezember 2025 @ 08:26
Alles bereits dazu gesagt, jeder Kommentar überflüssig (so auch dieser 😉 ):
c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!
(Das Verhalten der ϵuropäischen Eliten und der Politniki ist skandalös, gar kriminell – die Interessen des eigenen Volkes werden als nicht vorhanden angesehen! – lässt nur den Schluss zu: Alle gekauft?!, alle doof (unintelligent)?!, alle skrupellose Knechte im Dienste eigener, niederer Motive?! Im Grunde ganz das Niveau von Trump, Murks & Co.)
12. Dezember 2025 @ 20:09
„Demokratieschild“ – ist das sowas wie die Ritter mit Blechrüstungen um die Burgen der Herrschaften herum im Mittelalter? Das, was Sie in der Hand hielten, waren auch Schilder zum Schutz der Herrschaft. Das Schlagwort „Demokratie“, welches nun sinnentstellt Verwendung findet, war damals noch nicht gebräuchlich. Möglicherweise ist aber auch ein Herrschaftsschild gegen die Demokratie gemeint, wird nur nicht richtig formuliert.
12. Dezember 2025 @ 17:57
Darum geht es: das entstehen einer multipolaren Weltordnung! Das Problem ist das Westeuropa ohne Russland nur der kleinere Teil Europas, und Russland die Brücke nach Asien ist!
12. Dezember 2025 @ 17:38
Nennt mich ruhig Klugscheißer, aber als die Biden-Regierung Anfang 2022 den Einmarsch der russischen Truppen im Donbass zumindest nicht verhindert hatte und damit konsequent ihren schon viel früher eingeschlagenen Weg der Einengung Russlands weiter verfolgte, ging es nach meiner Ansicht ausschließlich um die Schwächung der eurasischen Kooperation, welche Europa die Möglichkeit eröffnet hätte, auf dem großen Parkett eine wesentliche Rolle zu spielen.
Da unsere (ungewählte) eingesetzte EU-Führung in absoluter US-Hörigkeit sofort die gesunde und bilaterale Kooperation zwischen der russischen Föderation und der europäischen Union aufgab, um sich in die einseitigste aller möglichen Abhängigkeiten (zur USA) zu begeben, hat sie damit die EU (wenn sie dann bestehen bleibt) in die Position eines zukünftigen Entwicklungslandes gebracht.
Ich habe nicht das Gefühl, dass sich dieser Prozess aufhalten lässt.
An dieser Stelle zitiere ich gerne einen anderen Kommentar, welcher einen Beitritt zur Brics+ als sinnvoll empfand.
Man sollte mit dieser Überlegung nicht zu lange warten, denn die nehmen nicht jeden.
Zur Zeit verbraten ‘wir’ Europäer unser letztes Tafelsilber an ‘unserer’ (Zitat) Ostflanke und danach?….
Keine Angst vor Russland!!!
Erstens sähe ich kein Gut, welches hier eroberungswürdig wäre und, mal ehrlich, ob die Regierung Merz heißt oder irgendein (fiktiver) Eroberer.
Viel schlimmer kann die Entwicklung nicht sein.
12. Dezember 2025 @ 17:06
“Doch die Maßnahmen zielen auf Russland”
Mit den ausländischen Einmischungen der USA (Abhören, massivste Militärpräsenz, Geheimdienstspionage, sogar angekündigte Sabotage wie bei NordStream) ist es wie mit dem Frosch im Topf, in dem man das Wasser langsam zum Kochen bringt: Der Frosch merkt es nicht, bis es zu spät ist!
12. Dezember 2025 @ 17:59
Und wer verspeist die Froschschenkel?
12. Dezember 2025 @ 19:04
Die Franzosen natürlich, wer sonst – oder?