Nach Timmermans fällt auch Vestager durch

Die beiden wichtigsten EU-Kommissare haben ihr Glück jenseits von Brüssel gesucht. Doch nach dem früheren Klimazar Timmermans, der bei den Wahlen in den Niederlanden nur auf Platz zwei kam, fällt nun auch Wettbewerbskommissarin Vestager durch.

Bei der Wahl der neuen Präsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB) konnte sich Vestager nicht durchsetzen. Nun löst eine Spanierin den FDP-Politiker Werner Hoyer an der EIB-Spitze ab.

Die stellvertretende spanische Regierungschefin und Wirtschaftsministerin Nadia Calviño wird ab Januar die erste Frau auf diesem Posten, wie die EU-Finanzminister in Brüssel beschlossen.

Die EIB mit Sitz in Luxemburg sei „die größte öffentliche Entwicklungsbank der Welt und eine Schlüsselinstitution für die europäische Wirtschaft“, sagte Calvino nach ihrer Wahl.

Sie wolle dazu beitragen, dass die Bank eine noch größere Rolle beim Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und bei Finanzhilfen für die Ukraine spiele.

Vestager könnte nun in die EU-Kommission zurückkehren. Doch nach ihrer im Rennen um den Topjob bei der EIB dürfte sie erheblich an Prestige und Macht verlieren.

2019 war Vestager, genau wie Timmermanns, Spitzenkandidatin für die Europawahl. Damals galt die Liberale als erste Wahl – viel besser jedenfalls als die schließlich nominierte CDU-Politikerin von der Leyen.

Von der Leyen hat als Kommissionschefin in Brüssel alles getan, um Timmermans und Vestager klein zu halten. Insofern ist es kein Wunder, dass die ehemaligen Top-Kommissare das Weite gesucht haben – und nun durchfallen…