Falsche Lehren aus Hamburg

Nach den schweren Krawallen beim G-20-Gipfel hat sich Justizminister Maas für die Einrichtung einer europaweiten Extremisten-Datei ausgesprochen. Ist das die richtige Lehre aus Hamburg?

Wohl kaum.

Zwar begründet Maas seinen Vorstoß in der “Bild” (die einen rechtswidrigen Internet-Pranger eingerichtet hat) mit dem Hinweis, dass bei den Krawallen auch Straftäter aus Italien, Frankreich oder Spanien gesichtet worden seien.

Doch das ist alles andere als neu. An den Protesten gegen die G-7 in Genua 2001, der Mutter aller Gewaltorgien, waren auch Chaoten aus Deutschland beteiligt. Allerdings gab es auch Übergriffe der Polizei.

“Sie schlugen zu wie unter Drogen”, sagte ein 21-jähriger deutscher Zivildienstleistender laut SPON über das “Blutbad von Genua”. Immerhin wurden die Opfer der Polizeigewalt in Italien entschädigt.

Davon spricht SPD-Mann Maas nicht. In Deutschland wird die Debatte mal wieder auf Linksextreme verkürzt, wo es doch eigentlich um Polit-Hooligans geht. Und die Polizeigewalt wird ausgeblendet.

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