Es stand in Lost in EUrope: “Ein bißchen Weltkrieg”
Am Freitag haben wir eine Analyse zur globalen Dimension der Kriege um die Ukraine und Syrien veröffentlicht. Kurz danach folgte eine ganze Reihe von Veröffentlichungen in den etablierten Medien.
- So schrieb der “Spiegel” über “Das neue Zeitalter der Gewalt”. Die These von zwei renommierten Experten: “Eine wachsende Zahl von Akteuren will die Weltordnung mit allen Mitteln verändern. Der Systemkonflikt wird zum Normalzustand. Das erfordert in Deutschland militärische Abschreckung und zivile Widerstandsfähigkeit.” – Gemeint sind natürlich Russland und China. Die westlichen Kriege in Irak, Afghanistan und Syrien werden wie üblich ausgeblendet, genau wie die Rolle der Nato in der Ukraine…
- Das “Wall Street Journal” fragt: “Has World War III Already Begun?”. Hier geht es – wie nicht anders zu erwarten – um die angebliche “Achse der Autokratien”, wozu neben Russland und China auch Nordkorea und Iran gezählt werden. Das ist natürlich eine Reminiszenz an die “Achse des Bösen”, mit der Bush jun. seinen Irakkrieg begründet hat. Völlig ausgeblendet wird, dass Russland und China nicht nur mit den genannten Staaten, sondern auch mit Brasilien, Südafrika und anderen BRICS zusammenarbeiten!
- Erwähnt sei auch ein Beitrag auf “telepolis”: “Dritter Weltkrieg: Ist er das schon?” Er bürstet gegen den Strich und geht auch auf die neue Imperialismus-Debatte ein. Allerdings vermisse ich einen roten Faden; am Ende bleibt unklar, ob wir in eine neue Phase imperialistischer Kriege eingestiegen sind, oder ob es um die Guten gegen die Bösen geht, wie der Mainstream behauptet. Die Gefahr eines Weltkriegs sei jedenfalls vorhanden – darin sind sich alle drei zitierten Beiträge einig…
Unser Beitrag steht hier, eine gekürzte englische Fassung gibt es hier.

17. Dezember 2024 @ 13:52
In der USA und in der EU leben doch mehrheitlich Christen, oder Menschen die sich so nennen aber es nicht sind. ! Die Russen und Ukrainer sind doch auch Christen oder ? Warum sind es die Christen die schon seit mehr als 200 Jahren andere Völker ausgebeutet und bekriegt haben. Wollen die Menschen nicht alle Frieden ungeachtet der Konfession ?
Ich kenne keine Menschen/Freunde Bekannte die Krieg wollen !
Warum hören wir denn damit nicht auf Kriege zu unterstützen und zu finanzieren ? Wäre mal ein guter Ansatz im Wahlprogramm der Parteien die sich christlich nennen.
Ditmar
16. Dezember 2024 @ 14:46
In den führenden deutschen Hauptmedien kommen erstaunlicherweise immer “MilitärexpertInnen” wie Frau Major oder Herr Mölling zu Wort, die nie in der Bundeswehr gedient. Ranghohe ehemalige Offiziere wie Jürgen Hübschen, Wolfgang Richter, Erich Vad oder Harald Kujat, die mehr zu Besonnen-, Nüchternheit und Diplomatie mahnen, werden als “Wehrkraftzersetzer” mundtot gemacht.
16. Dezember 2024 @ 13:50
M.E. ist es wichtig, den Krieg in seiner ökonomischen Funktion zu betrachten. Der neoliberale Kapitalismus ist offensichtlich in der Krise. Der Weltkrieg ist vom Großkapital gewollt, um jeden Gedanken an Umverteilung zu unterminieren, um die Karten neu zu mischen, um mit dem Wiederaufbau eine neue Wachstumsphase anzustoßen und nicht zuletzt damit der MIK seine übertriebenen Profiterwartungen erfüllen kann.
Die Vermeidung eines Weltkriegs setzt damit die Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme voraus. Und das ist mit nichts weniger zu bewerkstelligen, als einer Änderung unseres wirtschaftlichen Betriebssystems. Der Kapitalismus, wie wir ihn seit Anfang der siebziger Jahre kennengelernt haben, muss weg. Sein Wachstumsmodell basiert auf drastischer Konzentration von Vermögen und Macht sowie rücksichtslosem Umweltverbrauch. Demokratie ist unter diesen ökonomischen Bedingungen ebenso wenig vorstellbar wie Wohlstand für die Vielen.
Mit anderen Worten: Diplomatie reicht mitnichten aus. Miteinander zu reden ist eine notwendige, aber beileibe keine hinreichende Bedingung. Um den Krieg zu vermeiden oder um ihn zu beenden, wird es eines ökonomischen Konflikts mit den mächtigsten Interessensträgern unseres Planeten bedürfen. Ansonsten gibt es allenfalls einen Aufschub bis zum nächsten großen Waffengang.
Dieselbe Lage haben wir jetzt nach dem ersten und zweiten Weltkrieg zum dritten Mal innerhalb von wenig mehr als hundert Jahren. Wenn wir dieses mal dieselbe Lektion wieder nicht lernen wollen, dann könnte es das letzte Mal gewesen sein.
17. Dezember 2024 @ 19:44
“… wichtig, den Krieg in seiner ökonomischen Funktion zu betrachten.”: https://makroskop.eu/39-2024/schularick-krieg-zum-wohle-des-volkes/“Schularick: Krieg zum Wohle des deutschen Volkes – Der Ukrainekrieg tobt seit fast drei Jahren. Während die Stimmen derer, die Verhandlungen fordern, immer lauter werden, hält der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft Moritz Schularick eisern an einer militärischen Lösung fest.” Der offene Brief an den Oberhansel des ifw, Kiel steht hier https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/militaerhilfe-fuer-die-ukraine-stopp-kostet-deutschland-viel-mehr-als-fortfuehrung/ “Militärhilfe für die Ukraine: Stopp kostet Deutschland viel mehr als Fortführung” mC
Jaja unsere Eliten. Unwort des Jahres; Effdeepee, Schimpfwort des Jahres: Du Lindner du (Musk, Milei, Merz können synonym verwendet werden).
16. Dezember 2024 @ 11:28
Wer hätte gedacht dass der sog. Westen nach Stoltenberg mit Rutte die Kriegstreiberei noch weiter eskalieren könnte!?
16. Dezember 2024 @ 11:07
“Der Systemkonflikt wird zum Normalzustand. Das erfordert in Deutschland militärische Abschreckung und zivile Widerstandsfähigkeit.” NEIN! NmM ein “gutes” Beispiel: Wenn wir so weitermachen, geht es so weiter wie wir es eigentlich nicht wollen! Ehrliche Diplomatie und Ausgleich/Gerechtigkeit für alle ist angesagt! “Bellum omnium contra omnes” ist asu dem Sprach- und Denkschatz zu streichen!!
Okay, man kann das “idealistische Spinnerei” nennen, eines aber bleibt: “Wer redet schießt nicht!”
– Ersteinmal untereinander reden und eigenen Standpunkt/Interesse transparent und klar verständlich klären
– dann miteinander reden und Standpunkt/Interessen Dritter zweifelsfrei klären und miteinander diskutieren (im Sinne von These – Antithese – Synthese) um die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden.
1968 ff: “Make love not war!”
OT (aber wichtig): Die Sache Telepolis (ohne Wertung des hier verlinkten Artikels), der Weg der öffentlichen Medien, asoziale Medien bestimmen alleine den Diskurs? m( https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2024/12/10/verbesserung-der-wettbewerbsfaehigkeit-wohin-mit-dem-kram-wozu/ (ganz unten – Links bitte beachten)