Es stand in Lost in EUrope: “Ein bißchen Weltkrieg”

Am Freitag haben wir eine Analyse zur globalen Dimension der Kriege um die Ukraine und Syrien veröffentlicht. Kurz danach folgte eine ganze Reihe von Veröffentlichungen in den etablierten Medien.

  • So schrieb der “Spiegel” über “Das neue Zeitalter der Gewalt”. Die These von zwei renommierten Experten: “Eine wachsende Zahl von Akteuren will die Weltordnung mit allen Mitteln verändern. Der Systemkonflikt wird zum Normalzustand. Das erfordert in Deutschland militärische Abschreckung und zivile Widerstandsfähigkeit.” – Gemeint sind natürlich Russland und China. Die westlichen Kriege in Irak, Afghanistan und Syrien werden wie üblich ausgeblendet, genau wie die Rolle der Nato in der Ukraine…
  • Das “Wall Street Journal” fragt: “Has World War III Already Begun?”. Hier geht es – wie nicht anders zu erwarten – um die angebliche “Achse der Autokratien”, wozu neben Russland und China auch Nordkorea und Iran gezählt werden. Das ist natürlich eine Reminiszenz an die “Achse des Bösen”, mit der Bush jun. seinen Irakkrieg begründet hat. Völlig ausgeblendet wird, dass Russland und China nicht nur mit den genannten Staaten, sondern auch mit Brasilien, Südafrika und anderen BRICS zusammenarbeiten!
  • Erwähnt sei auch ein Beitrag auf “telepolis”: “Dritter Weltkrieg: Ist er das schon?” Er bürstet gegen den Strich und geht auch auf die neue Imperialismus-Debatte ein. Allerdings vermisse ich einen roten Faden; am Ende bleibt unklar, ob wir in eine neue Phase imperialistischer Kriege eingestiegen sind, oder ob es um die Guten gegen die Bösen geht, wie der Mainstream behauptet. Die Gefahr eines Weltkriegs sei jedenfalls vorhanden – darin sind sich alle drei zitierten Beiträge einig…

Unser Beitrag steht hier, eine gekürzte englische Fassung gibt es hier.