Doppelte Standards: EU-Spitze hält Hof bei al-Scharaa in Syrien
Die Politik der doppelten Standards geht weiter: Gleich zwei EU-Chefs haben beim syrischen Interims-Präsidenten al-Scharaa in Damaskus Hof gehalten und mehr Hilfe versprochen – trotz neuer Unruhen.
Kommissionschefin von der Leyen und Ratspräsident Costa ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam bei al-Scharaa vorzusprechen. Es ist der erste Besuch der EU-Chefs in Syrien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024.
Die Visite bei dem früher steckbrieflich gesuchten Islamisten-Führer erfolgt kurz nach neuen tödlichen Gefechten zwischen Soldaten der islamistischen Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern. Die Kurden warfen al-Schaaras Truppen dabei Assad-Methoden vor.
Das Spitzentreffen soll der Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Syrien dienen und auch neue EU-Hilfen bringen. Die EU ist ein wichtiger Geldgeber für Damaskus. Die EU-Sanktionen wurden bereits aufgehoben.
Demgegenüber bestehen sie in anderen Ländern wie Venezuela fort – trotz des “erfolgreichen” Sturzes von Maduro. Umgekehrt wurden gegen Israel, das Kriegsverbrechen in Gaza beging und auch in Syrien regelmäßig militärisch eingreift, keine Sanktionen verhängt.
Die völkerrechtlichen Standards bleiben dabei ebenso auf der Strecke wie die Moral. Aber was soll’s: It’s Geopolitics, stupid…
Siehe auch Hauptsache gegen Russland: Kallas schickt Baerbock nach Syrien
P.S. Von der Leyen und Costa wären besser nach Grönland oder Dänemark geflogen, statt durch den Nahen Osten zu tingeln und “pro-westlichen” Islamisten zu huldigen. Dort wird ihre Unterstützung viel dringender gebraucht. Aber das hätte ja Ärger mit Trump gegeben können…

Niko
10. Januar 2026 @ 10:02
Die EU und besonders die deutschen Akteure haben schon vor langer Zeit selbst ihre Metzger gewählt und jetzt zahlen sie auch noch dafür und ruinieren die eigene Wirtschaft und den Wohlstand. Sie sitzen längst im Topf wie die Frösche, die anscheinend gar nicht merken, dass das Feuer unter dem Kessel längst brennt und die Temperatur im Kessel so hoch ist, dass ein Ausstieg kaum noch möglich ist. Soviel Dummheit, Ignoranz und Realitätsverlust ist erstaunlich, aber bei dem Personal nicht anders zu erwarten.
KK
10. Januar 2026 @ 12:25
Die (deutschen) Akteure haben ihre eigenen Schäfchen längst ins Trockene gebracht und gucken von aussen auf den Topf mit uns Fröschen drin!
Guido B.
9. Januar 2026 @ 18:16
Die westlichen Führer haben offensichtlich eine gemeinsame Strategie: Für die Begrenzung und Minimierung des Einflusses nichtwestlicher Länder auf das Weltgeschehen ist jedes Mittel recht. Alles, was insbesondere China und Russland zurückdrängt, ist in Ordnung, auch wenn es das Völkerrecht bricht.
Der Westen will die Welt nicht nur ausbeuten, sondern auch verhindern, dass Rivalen erfolgreicher werden.
Es geht beim dem Überfall auf Venezuela zuletzt auch darum, insbesondere China den Zugriff auf die Rohstoffe zu verwehren.
Wer den Zugriff auf die Rohstoffe kontrolliert, regiert die Welt. Darum will Trump auch Grönland.
Die Ukrainische Union hat auf die Ausbeutung der ukrainischen Rohstoffe gesetzt. Diesen Gelüsten hat Putin seit 2014 einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt prügeln sich die USA, die EU und UK um die restlichen Rohstoffe, die Russland dem Westen übrig lässt. Die rege westliche Diplomatie dient auch dem Zweck, Claims abzustecken.
Leider wählt der Westen nicht den Weg der friedlichen Kooperation, wie China ihn vorzieht, sondern den Weg der militärischen Konfrontation. Die Kolonialherrschaft erlebt eine neue Blüte.
ebo
9. Januar 2026 @ 18:21
Diesen Eindruck habe ich auch zunehmend. Beim Zurückdrängen von Russland und China sind sich Trump und die EU-Oligarchen einig, wobei letzter nur verlieren können. Denn Trump macht sie systematisch von den USA abhängig und erlaubt ihnen nicht, sich wenigstens in China eine Alternative zu sichern.
Das Verrückte ist, daß die EU dabei begeistert mitmacht. So wird der Mercosur-Deal heute als Schlag gegen China gefeiert – weil die Chinesen so Konkurrenz aus EUropa bekommen. Dabei sollte es doch eigentlich ein Dämpfer für die USA sein. Doch das geht mit der neuen Monroe-Doktrin wohl nicht…
Guido B.
9. Januar 2026 @ 18:17
Ich könnte mir vorstellen, dass Trump der Mercosur-Deal ganz und gar nicht gefällt. Könnte noch ein übles Nachspiel für die EU haben. Und in Frankreich wird wohl bald die Hölle losbrechen.
jjkoeln
9. Januar 2026 @ 17:58
Naja, seitdem „unser“ Terrorist und Schlächter regiert, ist doch alles ok, oder?
Arthur Dent
9. Januar 2026 @ 13:41
“Die EU ist ein wichtiger Geldgeber für Damaskus.” Ja, was auch sonst. Man bringt wieder deutsches und europäisches Steuergeld in alle Welt. Ach, wären die beiden doch nach Syldavien und Bordurien gefahren und am besten hätten sie die Abkürzung durch ein Wurmloch oder Schwarzes Loch genommen
🙂
KK
9. Januar 2026 @ 13:41
Man macht sich mit Terroristen gemein – nicht nur mit al-Scharaa, auch Trump muss als ein solcher gelten. Wobei angesichts tausender heimtückischer Drohnenmorde auch seine beiden direkten Amtsvorgänger durchaus diese Bezeichnung verdienen.
Aber unsere wertegeleiteten Politiker haben da keinerlei Berührungsängste oder gar Skrupel… es sind ja “unsere Terroristen”!