Macron lehnt Mercosur-Deal ab, Merz drückt ihn dennoch durch
Frankreich will das geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ablehnen. Der seit 25 Jahren geplante Pakt dürfte am Freitag dennoch unterzeichnet werden. Denn Kanzler Merz will über das “Nein” von Präsident Macron hinweggehen – aller Schwüre zur deutsch-französischen Freundschaft zum Trotz. Möglich wird dies durch die sog. qualifizierte Mehrheit. Für den Beschluss reichen 15 der 27 Mitgliedstaaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der EU ausmachen. Da Italien umgeschwenkt ist, kann Frankreich nicht mehr blockieren. Auch das angekündigte “Nein” aus Polen und Irland dürfte nicht reichen. Nun zeichnet sich eine instabile Mehrheit ab, die zu innenpolitischen Erschütterungen führen dürfte – in Paris droht sogar der Sturz der Regierung…
Mein Bericht in der taz hier. Siehe auch Deutsch-französischer Fehlstart ins neue Jahr
P.S. Deutschland hat sich durchgesetzt, Frankreich hat verloren – der Deal ist durch. Den Ausschlag gab Italien, das seine Ablehnung kurz vor dem finalen Votum aufgegeben hatte. Dagegen stimmten Frankreich, Polen, Irland und Österreich, Belgien hat sich enthalten!

Arthur Dent
9. Januar 2026 @ 13:24
Es gibt halt Zielkonflikte. Für die europäischen Bauern ist das Abkommen Gift, für die deutsche Chemieindustrie vermutlich ein gutes Geschäft.
Aber vermutlich berechnet und verhandelt Donald Trump ja demnächst auch die Einfuhr-Zölle für ganz Südamerika
Helmut Hoeft
9. Januar 2026 @ 08:32
Na also. Der „Führer“ fragt nicht, er zaudert nicht, er übergeht einfach! Donald John als leuchtendes Vorbild!
Das läuft alles wieder auf ein „mehr, noch mehr, noch viel, viel mehr“ (Waxxtum) raus und ist aus diesem Grund abzulehnen (vor allem wg. Ökonomie vs. Naturgesetze). Hätte man die Absicht gesteuert und mit ausgeglichenen Import/Export-Zahlen (schwierig genug) zu operieren, könnte man darüber reden. Aber das ist es ja nicht, es geht für beide Seiten, wie gesagt, nur um „mehr, noch mehr, noch viel, viel mehr“! Gier frisst Hirn im Großmaßstab! m(
So tickt der Mensch: „Die Erfahrung lehrt, dass die Erfahrung nichts lehrt!“ (–> Klimawandel, Umweltzerstörung, Biodiversifikationsverlust, Desertifikation usw.) Der Kopf als Stopfen, damit es nicht in den Hals rein regnet. Ist das alles wirklich so schwierig?
umbhaki
9. Januar 2026 @ 12:38
Helmut Hoeft schreibt: Donald John als leuchtendes Vorbild!
Bis ins Detail, siehe Bild: https://images.tagesschau.de/image/9e2e8adf-8814-4ce6-99b3-a01205e5b599/AAABlEZF2wY/AAABkZLpihI/16×9-1920/merz-soeder-seeon-100.jpg 😉
Es ist nicht zu übersehen, dass die Merz-Truppe der Trump-Junta nacheifert. Ganz so dreist wie diese sind sie (noch?) nicht, aber die Richtung stimmt.
Sie lügen → Schuldenbremse? Brandmauer? Friedensplan?
Sie brechen Recht und missachten Gerichtsurteile → Abschiebungen
Sie torpedieren die Umwelt → Gaskraftwerke, Verbrenner-Aus-Aus
Sie verteilen von unten nach oben → Steuerpläne, Sozialkürzungen
In Kürze werden sie auch mit der AfD ganz offen zusammenarbeiten. Das ist keine Befürchtung, sondern eine Gewissheit. Bei denen wächst zusammen, was zusammen gehört.
KK
9. Januar 2026 @ 13:45
“Es ist nicht zu übersehen, dass die Merz-Truppe…”
Nach den Unregelmässigkeiten bei der Bundestagswahl und der verweigerten Neuauszählung müssen wir von einem “Merz-Regime” sprechen! Truppe ist zu verharmlosend und huldigt auch nur unnötig der eingeforderten “Kriegstüchtigkeit”.
ebo
9. Januar 2026 @ 13:58
Regime würde ich nicht sagen, die kleine Koalition ist eher eine Minderheitsregierung. Eine Mehrheit hat sie nur in der veröffentlichten Meinung, also in der Berliner Blase 🙂
Michael
9. Januar 2026 @ 07:18
Und was wurde Meloni – in Italien auch Mussoloni genannt – im Gegenzug zugestanden damit die Rechnung aufgeht!?
umbhaki
9. Januar 2026 @ 12:41
Öffentlich: Umfangreiche Unterstützung für den Agrarsektor.
Was sonst noch so gemauschelt wurde können wir ja nicht wissen. Alles, was wir wissen, ist, dass Frau Meloni und die Frau von der Leine gute Kumpelinnen sind.