Deutschland erschwert Friedensgespräche in der Schweiz

Im Prinzip unterstützt Deutschland die Friedensgespräche für die Ukraine. In der Praxis werden sie aber behindert – für ein Treffen in der Schweiz gab es keine Überflug-Genehmigung.

Dies berichten mehrere deutsche Medien unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Demnach haben sich die USA bei den EUropäern um eine Überflug-Genehmigung für die russische Verhandlungsdelegation bemüht.

Deutschland, das auf der direkten Flugroute von Moskau nach Genf liegt, habe diese jedoch verweigert, heißt es in der “Berliner Zeitung”. Auch Polen soll sich gesperrt haben, so der “Focus”.

Die Russen mußten daher einen riesigen Umweg über die Türkei, das Mittelmeer und Italien nehmen, das eine Ausnahmegenehmigung erteilte.

Für Verzögerungen sorgte offenbar auch die Prüfung, ob gegen die beteiligten russischen Unterhändler womöglich EU-Sanktionen bestehen.

Konstruktiv geht anders

Trotz dieser Schikanen wurden auch Vertreter aus vier europäischen Staaten in die Gespräche einbezogen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien seien mit Sicherheitsberatern vertreten, meldete AFP.

Allerdings spielten diese nur “Mäuschen”; an den Verhandlungen waren sie nicht aktiv beteiligt. Das ist wohl auch besser so, wenn man ihre “konstruktive” Haltung bedenkt.

Vor allem Außenminister Wadephul muß sich fragen lassen, wie ernst er es mit einer Verhandlungslösung meint, wenn er schon die Anreise in die Schweiz erschwert.

2024 hatte die EU selbst einen Ukraine-Friedensgipfel in der Schweiz organisiert und sich beschwert, daß keine Russen gekommen waren. Sie waren allerdings auch nicht eingeladen

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P. S. Auffällig ist, dass viele deutsche Medien zwar über die Probleme bei der Anreise in die Schweiz berichten, die dubiose Rolle Deutschlands jedoch ausblenden. Warum nur?