Homeoffice forever? – “Coronakrise wird Jobs dauerhaft verändern”

Wie läuft’s denn so im Homeoffice? Diese Frage dürfte uns noch lange beschäftigen, meint EU-Sozialkommissar N. Schmit. Denn die Coronakrise wird unsere Jobs dauerhaft verändern.

Schmit gehört zu den großen Verlierern der Coronakrise. Die Sozialagenda, die der Luxemburger umsetzen soll, wurde von Kommissionschefin von der Leyen ausgesetzt, viele geplante Reformen wurden verschoben.

Dabei wären sie wichtiger denn je, so Schmit. Denn die Coronakrise wird unsere Jobs dauerhaft verändern. Nicht nur Homeoffice und Telework werden bleiben. Auch die mies bezahlte “Platform work” breitet sich aus.

“Die Krise wird den Wandel beschleunigen”, sagte Schmitt in einer Videokonferenz. Digitalisierung, Robotisierung und KI hätten durch den Shutdown einen enormen Push bekommen, das sei nicht rückgängig zu machen.

Damit verschlechtern sich aber auch die Bedingungen für Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften. Es wird noch schwieriger als bisher, Tarifverträge auszuhandeln und Löhne zu erhöhen.

Umso mehr drängt Schmit darauf, einen EU-weiten Rahmen für Mindestlöhne festzulegen, wie dies ursprünglich geplant war. Die Konsultation mit den Sozialpartnern geht weiter, kündigte er an.

Schmit sprach sich auch für soziale Mindestsicherungen gegen die Armut aus. Ein EU-weiter Rahmen gegen Armut, wie ihn der deutsche EU-Vorsitz unter Arbeitsminister Heil plant, sei weiter eine gute Idee.

Das soziale Europa habe sich in der Krise bewährt, so Schmit. Ein Blick in die USA genüge, um sich davon zu überzeugen. Die große Frage ist nur, wie man den Sozialstaat in der kommenden Rezession absichern kann…

Siehe auch “Soziale Krise: Immer mehr Working poor”