Böser Verdacht: Streicht von der Leyen EU-Gesetze auf Druck der USA?

Der Europaabgeordnete T. Wölken (SPD) hat einen bösen Verdacht: Streicht die EU-Kommission geplante Gesetze, um US-Vizepräsident Vance zu gefallen? Er hat Klage eingereicht.

Bei dem Streit geht es um die KI-Haftungsrichtlinie und die Verordnung über standardessenzielle – also bei der Standardisierung besonders wichtige – Patente (SEP).

Beide EU-Gesetze waren im Februar zurückgezogen worden – kurz nach einem Treffen von Kommissionspräsidentin von der Leyen mit US-Vizepräsident J.D. Vance.

Wölken hatte daraufhin bei der Kommission nachgefragt, um Zugang zu den entsprechenden Dokumenten zu bekommen. Doch der wurde bisher nicht gewährt.

Da sein Antrag endlos verschleppt worden sei, habe er nun Nichtigkeitsklage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht, sagte Wölken laut “Europe.Table”.

Was nach bürokratischem Klein-Klein klingt, ist politisch brisant. Denn dahinter steht der böse Verdacht, dass von der Leyen auf Druck von Vance gehandelt haben könnte.

“Orwell’sche Zensur”

Die Trump-Administration hat wiederholt versucht, mißliebige EU-Gesetze zu kippen. Angeblich werden entsprechende Forderungen auch in den laufenden Zollverhandlungen erhoben.

Im Fokus stehen dabei neben der so genannten Künstlichen Intelligenz auch die Internet-Gesetze DMA und DSA. Dazu gibt es sogar News aus Washington.

Laut “Politico” hat das US-Außenministerium das DSA kritisiert, weil es die Redefreiheit in Europa behindere und “Orwell’sche” Zensurmaßnahmen einführe.

Ähnlich hatte sich J.D. Vance im Februar bei der Münchener Sicherheitskonferenz geäußert…

Siehe auch Von der Leyen Kommisssion ist außer Kontrolle