Noch eine Watsche für die Euroretter

Heute wählen die Iren ein neues Parlament. Wenn nicht alles täuscht, werden sie dabei der Mitte-Links-Regierung eine kräftige Watsche erteilen. Und den „Eurorettern“ gleich mit.

Ähnlich wie in Griechenland, Portugal und Spanien – den anderen so genannten Programmländern, in denen die „Euroretter“ aktiv waren – dürfte auch in Irland ein Machtwechsel bevorstehen.

Dabei war Irland doch bisher das einzige „Erfolgsmodell“ von Finanzminister Schäuble und seinen Euro-Kollegen. Die Wirtschaft wächst schneller als in allen anderen EU-Ländern.

Aber auch die soziale Ungerechtigkeit wächst. Und damit die Unzufriedenheit. Denn die „Rettung“ der irischen Pleite-Banken erfolgte auf dem Rücken der Bürger – wie in Euroland üblich…

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11 Responses to Noch eine Watsche für die Euroretter

  1. Peter Nemschak 26. Februar 2016 at 17:27 #

    Was nicht bedeutet, dass die von der jetzigen Regierung verfolgte Politik für das Land falsch war. Wirtschaftliche Reformprogramme ernten selten den Applaus der Wähler. Von den Schröderschen Reformen profitiert Deutschland heute noch.

    • DerDicke 27. Februar 2016 at 11:19 #

      Man muss sich die Frage stellen, wem es genützt hat. Die Firmen und den Reichen haben sich gefreut, sie haben massiv profitiert.
      Den abhängig Beschäftigten und Arbeitslosen geht es heute wesentlich schlechter als vor Schröder, der Niedriglohnsektor übt einen massiven Druck auf die Löhne aus, wer mit 50 Arbeitslos wird rutscht fast automatisch in die Altersarmut.

      • Peter Nemschak 27. Februar 2016 at 12:32 #

        Ohne Reformen gäbe es mehr Arbeitslosigkeit, eine hohe Staatsverschuldung und kein Wachstum. Wäre das erstrebenswerter?

      • DerDicke 27. Februar 2016 at 20:03 #

        Arbeit ist kein Selbstzweck sondern muss auch entsprechend vergütet werden. Ansonsten wäre die Sklaverei das Paradies für alle Arbeiter, gibt es doch immer genug Arbeit für alle.
        Auch Wachstum ist kein Selbstzweck wenn diejenigen überproportional profitieren die es nicht benötigen. An 95% der Deutschen ist das Wachstum der letzten 15 Jahre komplett vorbei gegangen.

  2. kaush 27. Februar 2016 at 11:08 #

    „…Ganz abgesehen von üblichen Tricks, mit denen Arbeitslosenzahlen geschönt werden, zeigen die CSO-Statistiker auch auf, dass Irland schon seit fünf Jahren eine negative Einwanderungsquote ausweist. So sind in den letzten drei Jahren täglich 100 Menschen mehr Menschen ausgewandert als eingewandert. Es waren also etwa 3.000 pro Monat und mehr als 33.000 im Jahr. Ohne die Auswanderer hätte Irland also etwa 6.000 Arbeitslose mehr anstatt knapp 27.000 weniger.

    Setzt man die Auswandererzahlen in einen historischen Kontext, dann muss man in die Hungerjahre des 19. Jahrhunderts zurückschauen, um solche Ergebnisse zu finden. In der großen Hungersnot Zwischen 1841 und 1844 emigrierten durchschnittlich 50.000 Iren pro Jahr und gingen vor allem nach England, Kanada, Australien und in die USA. Was für viele ein Traum ist, ist für den irischen Finanzminister Michael Noonan ein „selbst ausgesuchter Lebensstil“. Er behauptete sogar, die Auswanderung habe nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun, zitierte ihn der britische Guardian.
    Die britische Zeitung macht seit langem darauf aufmerksam, dass Iren wieder in Scharen in Richtung Liverpool abwandern.

    Für den Finanzminister ist es offensichtlich kein Skandal, dass erstmals wieder fast so viele Menschen wie in der großen Hungersnot das Land verlassen. Wenn Noonan von einem neuen Lebensstil spricht, schließt er wohl von seiner Familie auf andere. Es zeigt sich, dass er offensichtlich jede Bodenhaftung verloren hat…“
    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40635/1.html

    Der Artikel ist zwar von 2013, aber inhaltlich leider immer noch aktuell.

    Wer in letzter Zeit in Irland war, hat sicher mitbekommen, wie sauer die Leute dort auf ihre Regierung und Politiker im allgemeinen sind. Die ihnen alle nur noch als Handlanger der Banken und Troika erscheinen. Egal ob Links, oder Rechts.
    Deshalb u.a. die große Demo vom letzten Wochenende.

    • GS 27. Februar 2016 at 11:36 #

      Lieber 30000 Auswanderer als eine Million Neubürger und Hartzer pro Jahr mehr. Ich beneide Irland.

      • ebo 27. Februar 2016 at 11:51 #

        Geh doch nach drüben

      • kaush 27. Februar 2016 at 13:36 #

        @GS
        Ich beneide Irland auch. Um die tolle Landschaft, die vielen freundlichen Menschen dort, um die Pubs , die Musik und Guinness.

        Aber Du übersiehst zwei große Gemeinsamkeiten der 30.000 Auswanderer aus Irland und der 1 Mio. „Neubürger“ bei uns:

        1. Keine von beiden Gruppen verlässt freiwillig ihre Heimat.

        2. Die 30.000 aus Irland sind dann irgendwo auf der Welt eben auch „Neubürger“.

  3. Peter Nemschak 28. Februar 2016 at 05:48 #

    @Der Dicke Dass das Wachstum an 95% der Bürger vorbeigegangen sei, ist kontrafaktisch, betrachtet man die Entwicklung des privaten Konsums in Deutschland. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Wähler hat profitiert.

    • DerDicke 28. Februar 2016 at 12:25 #

      Ach Sie meinen DEN Konsum, der in Deutschland von 2000 bis 2012 in Summe um wahnsinnige 5% gestiegen ist – wie viel davon die Spitzenverdiener und wie viel der Rest der Bevölkerung beigetragen haben überlasse ich der Phantasie – während der Export lediglich um knappe 100% zugelegt hat?
      http://www.querschuesse.de/der-nicht-endende-deutsche-konsumboom/

      • Peter Nemschak 28. Februar 2016 at 16:15 #

        Nachdem die Konsumquote bei den Spitzenverdienern ungleich kleiner als bei den Durchschnittsverdienern ist, scheint Ihre Überlegung nicht plausibel. Im übrigen sind die Reallöhne letztes Jahr in Deutschland deutlich gestiegen, was sich positiv auf den Konsum

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